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Mainz und München - Hansi Flick versucht mit drei Wechseln zur Pause, die Bayern-Pleite in Mainz noch abzuwenden. Der Schachzug geht nicht auf - hat aber eine historische Dimension.

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Vor Beginn der zweiten Halbzeit in Mainz herrschte dichtes Gedränge an der Seitenlinie.

Mit Eric Maxim Choupo-Moting, Tanguy Nianzou und Jamal Musiala machten sich gleich drei Spieler des FC Bayern gleichzeitig bereit für ihre Einwechslung. (Der Spielverlauf zum Nachlesen im TICKER)

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Trainer Hansi Flick reagierte damit auf die dürftige Vorstellung seiner Mannschaft und den 0:2-Pausenrückstand. Zugleich hatte die Hereinnahme des Bayern-Trios, das Leroy Sané, Leon Goretzka und Kingsley Coman ersetzte, eine historische Dimension.

Der CHECK24 Doppelpass mit Roman Weidenfeller und Peter Neururer am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Bayern-Trainer Flick nimmt historischen Dreifach-Wechsel vor

Erstmals seit Mai 1996 nahm ein Bayern-Trainer in der Halbzeitpause gleich drei Wechsel vor. Damals lag der FCB am letzten Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf zur Pause ebenfalls 0:2 zurück.

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Nach den Umstellungen gelang den Münchnern vor 25 Jahren - anders als beim 1:2 in Mainz am Samstag - immerhin noch eine Aufholjagd. Das damalige 2:2 hat aber noch aus einem weiteren kuriosen Grund seinen festen Platz in der Bundesliga-Historie.

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Augenthaler schreibt mit vier Wechseln Geschichte

Denn Bayerns Interimstrainer Klaus Augenthaler, der den wegen einer Nierenkolik fehlenden Franz Beckenbauer vertrat, wechselte an jenem 18. Mai 1996 sogar vier Mal. Ein Novum - schließlich waren zum damaligen Zeitpunkt nur drei Wechsel erlaubt.

Doch das Kuriosum blieb folgenlos. Schließlich hielt sich der sportliche Wert des letzten Spiels der Saison 1995/96 in Grenzen. Die Fortuna hatte den Klassenerhalt bereits vorher in der Tasche, die Bayern als feststehender Vizemeister keine Chancen mehr auf den Titel. Zudem steckten den Bayern noch die ausgelassenen Feierlichkeiten nach dem ersten UEFA-Cup-Sieg gegen Girondins Bordeaux drei Tage zuvor in den Knochen.

Die Partie im Olympiastadion gegen Düsseldorf war daher nur ein Schaulaufen für die anschließende Party mit den Fans auf dem Marienplatz.

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Der SPORT1-Bayern-Podcast mit Jana Wosnitza und SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg
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"Möglichkeit, die Promillegrenze runterzuschrauben"

"Ich wollte auch anderen Spielern die Möglichkeit geben, die Promillegrenze runterzuschrauben", erklärte Augenthaler damals im kicker augenzwinkernd seine Wechselflut. Dass sich neben Emil Kostadinov, Dieter Frey und Mehmet Scholl allerdings auch Oliver Kahn wegen einer Schulterverletzung auswechseln ließ, ging dann wohl irgendwie unter.

Auch Schiedsrichter Lutz Wagner übersah den Regelverstoß. Da auch die Fortunen aufgrund des zu vernachlässigenden sportlichen Werts auf einen Einspruch verzichteten, hat der kuriose Wechselfehler bis heute seinen Platz in der Liga-Historie.

Titelentscheidung der Bayern vertagt

Flicks Dreifach-Wechsel dürfte hingegen nicht so lange in Gedächtnis bleiben, schließlich hatte sein Team nach der unerwarteten, aber nicht unverdienten Pleite keinen Grund zum Feiern. Mit einem Sieg hätten sich die Münchner vorzeitig die neunte Meisterschaft in Serie gesichert, doch die Entscheidung würde mit dem Patzer vertagt. (Bundesliga: Die Tabelle)

"Solche Spiele sind immer mal drin, deswegen hake ich das Spiel einfach ab", sagte Flick bei Sky. "Es ist schade, dass wir den Schritt nicht machen konnten."

Diesen kann der Rekordchampion spätestens im nächsten Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am 8. Mai vollziehen. Dann könnte Flick theoretisch sogar straffrei vier Mal in der Pause wechseln, schließlich sind zur besseren Belastungssteuerung seit Beginn der Corona-Pandemie ja fünf Wechsel pro Spiel erlaubt. (Bundesliga: Ergebnisse und Spielplan)