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München - Hansi Flick versetzt den FC Bayern in Schockstarre. Der Vorstand reagiert mit einer Pressemitteilung und scharfen Worten. Wie geht es jetzt weiter?

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Tag 2 nach Hansi Flicks Ich-möchte-den-Verein-verlassen-Ansage!

Der FC Bayern ist nach der überraschenden Verkündung des Bayern-Trainers in Schockstarre. Spontan erklärte Flick am Samstagabend live im TV, dass er bei den Bossen den Wunsch geäußert hat, die Münchner nach Saisonende zu verlassen. (KOMMENTAR: Flick hat keine andere Wahl!)

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Der Vorstand reagierte vehement.

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Wie geht es jetzt weiter? SPORT1 klärt wichtige Fragen!

Wie reagiert die Führungsetage?

Mit einer Pressemitteilung am Sonntag um 14 Uhr hat der Vorstand der FC Bayern München AG in einer Stellungnahme verkündet: "Der FC Bayern missbilligt die nun erfolgte einseitige Kommunikation durch Hansi Flick und wird die Gespräche wie vereinbart nach dem Spiel in Mainz fortsetzen."

Zuvor tagten die Bosse hinter den Kulissen. Unmittelbar nach Spielende hatten die Bosse ihre Handys ausgeschaltet. Von Flicks Aussagen im TV waren die Bosse überrascht, der Trainer fällte seine Entscheidung über die öffentliche Verkündung am Samstag spontan nach Spielende. Flick wollte endlich für Klarheit sorgen.

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Kommt es jetzt zur Schlammschlacht?

Nicht ausgeschlossen, aber sie soll vermieden werden. Zwar informierte Flick Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Vorstandsboss Oliver Kahn persönlich. Trotzdem reagierte der Vorstand am Sonntag, um Stärke zu demonstrieren.

Nach SPORT1-Informationen steht der gesamte sechsköpfige Vorstand hinter der Pressemitteilung. Auch Rummenigge, der bislang als Flicks engster Vertrauter galt. Flick hat mit einer Reaktion gerechnet. 

Wird Flick vorzeitig gekündigt?

Stand Sonntagabend war dieses Szenario nach SPORT1-Informationen kein Thema im Vorstand. Auch Flick rechnet nicht mit einer vorzeitigen Entlassung. Entscheidende Gespräche über Flicks Zukunft sollen in der übernächsten Woche, nach dem Auswärtsspiel bei Mainz 05, stattfinden.

Aber: Auszuschließen ist im Bayern-Kosmos derzeit gar nichts mehr.

Wer entscheidet über Flicks Wunsch?

Der Vorstand um Boss Rummenigge muss nun entscheiden, ob dem Auflösungswunsch von Flick entsprochen wird.

Unmittelbar nach Spielende ruderte Flick am Samstagabend etwas zurück, sagte: "Ich habe nur den Wunsch geäußert, den Verein zu verlassen. Ich weiß auch, dass ich einen Vertrag habe." Dieser läuft bis 2023 und hat keine Ausstiegsklausel. Der Vorstand könnte Flicks Wunsch daher jederzeit abschmettern.

Wie lief das Gespräch mit Oliver Kahn?

Am Donnerstag hatte der Trainer einen Termin mit dem "Titan". Nach SPORT1-Informationen verlief das Gespräch zwischen Flick und Kahn sachlich und wenig emotional.

Der designierte Vorstandsboss zeigte Flick einen Weg auf, wie es mit ihm und Salihamidzic weitergehen kann. Flick jedoch blieb bei seiner Entscheidung und teilte sie ihm mit.

Ist ein Weitermachen mit Flick denkbar?

Unwahrscheinlich. Für Flick gibt es zu einer Trennung im Sommer, unter den aktuellen Verhältnissen im Verein, keine Alternative. Er rechnet auch nicht damit, dass ihm die Bosse Steine in den Weg legen werden. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass Salihamidzic entlassen wird, damit Flick zum Umdenken bewogen wird.

Auch ein Grund: Über die Zukunft des Sportvorstands entscheidet der neunköpfige Aufsichtsrat. Präsident Herbert Hainer hat den Vorsitz, Uli Hoeneß sitzt als Ehrenpräsident des e.V. ebenfalls mit am Tisch. Er gilt nach wie vor als engster Verbündeter von Salihamidzic, eine Entlassung wird er nicht zulassen.

Auch Hainer und Kahn (der nicht im Aufsichtsrat sitzt) unterstützen Salihamidzic. Aber dennoch: Mehrere Aufsichtsratsmitglieder, darunter etliche Wirtschaftsgrößen, sollen pro Flick sein. Die Mannschaft steht jedenfalls geschlossen hinter ihrem Trainer. Auch beim Reservistentraining am Sonntag herrschte gute Laune.

Wie geht es Flick?

Vom Bayern-Trainer ist am Samstagabend eine Last abgefallen. Jetzt will er die Meisterschaft klarmachen. Am Sonntag nach dem Reservistentraining verließ er um 12.27 Uhr mit seinem Dienstwagen die Tiefgarage, winkte freundlich und rauschte davon.

Am Sonntagnachmittag hat Flick Gespräche mit seinen engsten Vertrauten und seiner Familie geführt. Am Montagmittag spricht er um 13.30 Uhr auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Weitere Knaller-Aussagen zu seiner Zukunft sind nicht zu erwarten.

Hat Flick schon mit dem DFB verhandelt?

Nein. In regelmäßigen Abständen telefoniert er aber mit seinem Freund und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff. Der wartet ab, was sich beim FC Bayern tut.

Kommt es zur Vertragsauflösung, wäre sein Wunschkandidat, Flick, frei verfügbar. Der DFB müsste in diesem Fall keine Ablöse zahlen.

Aber: Flick hat auch Angebote von europäischen Topklubs erhalten. Der Job des Bundestrainers ist trotzdem die wahrscheinlichste Option nach dem FC Bayern. 

Wer kommt als Flick-Nachfolger in Betracht?

Julian Nagelsmann. Noch steht er bei RB Leipzig bis 2023 unter Vertrag und hat, wie Flick, keine Ausstiegsklausel.

Nach SPORT1-Informationen ist RB auf einen Nagelsmann-Abgang vorbereitet, wird aber eine Ablösesumme von über 15 Millionen Euro fordern. Ein Nagelsmann-Nachfolger in Leipzig stünde jedenfalls bereit, da Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Sportdirektor Markus Krösche ihre Hausaufgaben erledigt haben.

Am Sonntag reagierte Nagelsmann erneut, sagte auf einer Pressekonferenz: "Es gibt, so leid es mir tut, keinen neuen Stand zur letzten Pressekonferenz. Es gibt nichts Neues." Am Mittwoch hatte er betont: "Es gab und gibt keine Gespräche." Weder mit ihm, noch mit seinen Beratern.

Das könnte sich aber bald ändern.