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München - Flick und Kovac bemängeln die unzureichende Mitsprache der Trainer bei Verpflichtungen der Bayern. SPORT1 nennt die Spieler, die sie gerne gehabt hätten.

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Noch immer verweigert Hansi Flick trotz laufenden Vertrags bis 2023 ein klares Bekenntnis zum FC Bayern. (Provoziert Flick seinen Abgang bei den Bayern?)

Das mag einerseits daran liegen, dass er mit dem Posten als neuer Bundestrainer liebäugelt. Andererseits gibt der FCB-Coach immer häufiger zu verstehen, dass er mit der Verteilung von Zuständigkeiten beim deutschen Rekordmeister nicht zufrieden ist.

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Erst im März forderte er in der Sport Bild: "Wenn es um Neuzugänge und Verstärkungen geht, muss der Trainer aus meiner Sicht ein Vetorecht haben."

Beckenbauer: "Trainer ist die wichtigste Person"

Damit stieß er bei Bayern-Legende Franz Beckenbauer durchaus auf Verständnis. "Der Trainer gehört mit dazu. Das ist doch die wichtigste Person, der muss doch wissen, auf welcher Position er welchen Spieler braucht", sagte der "Kaiser" bei SPORT1.

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Die Aussagen von Flicks Vorgänger Niko Kovac lassen aber darauf schließen, dass dem in München schon lange nicht mehr so ist. "Man will bei der Kaderplanung mitgenommen und eingebunden werden. Wir wissen alle, wie es in München abläuft: Dort ist es genau das Gegenteil", sagte der heutige Coach der AS Monaco in der Sport Bild

Doch wie sähe der Bayern-Kader aus, wenn die Trainer allein über Neuzugänge entscheiden dürften? SPORT1 zeigt Spieler, die sich die Trainer gewünscht hätten.

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Kevin Vogt

Im Sommer 2018 soll Kovac zu Beginn seiner Bayern-Zeit ein Auge auf Kevin Vogt geworfen haben. Im Hoffenheimer Defensiv-Allrounder sah er den idealen Spieler für seine variable Abwehrformation aus Dreier- und Viererkette. Der Wechsel des 29 Jahre alten Abwehrhünen kam nicht zustande. Vogt wurde für die Rückrunde der Saison 2019/20 an Werder Bremen verliehen, kehrte aber zu Beginn dieser Saison nach Sinsheim zurück.

Kevin Volland

Dass Kovac als Bayern-Trainer auch den damaligen Knipser aus Leverkusen holen wollte, verriet er im Februar bei SPORT1. "Vorschläge unterbreite ich als Trainer immer wieder, sie müssen aber angenommen und besprochen werden", antwortete er auf eine entsprechende Frage.

Zu Kovacs Zeit bei den Bayern sei Volland aber zu teuer gewesen, weil der noch länger an Bayer gebunden gewesen sei. "Wir hätten ihn damals nicht zu dem Preis bekommen, für den wir ihn nach Monaco geholt haben", sagte Kovac. Im Fürstentum ist Volland mit bislang 14 Toren in 29 Spielen maßgeblich daran beteiligt, dass Monaco noch von der Teilnahme an der Champions League träumen darf.

Ante Rebic

Der Kroate blühte bei Eintracht Frankfurt unter Niko Kovac richtig auf und gewann mit ihm 2018 das Pokalfinale - gegen die Bayern. Anschließend wollte er seinem Trainer nach München folgen.

Auch der hätte seinen Ex-Stürmer gerne mitgenommen. Allerdings hätten ihm die Bayern-Bosse zu verstehen gegeben, dass man Rebic nicht brauche, wohl auch, um die Position von Robert Lewandowski nicht zu schwächen.

Statt nach München wechselte Rebic 2019 zum AC Mailand, mit dem er in dieser Saison auf Kurs in die Champions League ist. Allerdings ist er an diesen Erfolgen nur bedingt beteiligt. Wegen Verletzungen und einer Corona-Infektion kam er bislang in der Serie A nur auf 20 Spiele und sechs Tore.

Florian Neuhaus und Denis Zakaria

Das Gladbach-Duo stand ebenfalls schon bei den Bayern auf dem Zettel, als Kovac noch Trainer in München war. Auch in diesen beiden Fällen sollen die Bayern-Bosse 2019 ihr Veto eingelegt haben.

Zumindest was Neuhaus betrifft (Vertrag bis 2024), könnte es aber in naher Zukunft doch noch einmal was werden mit den Bayern. Nach SPORT1-Informationen ist der Mittelfeldspieler in München weiterhin im Gespräch.

Der SPORT1 Podcast "Meine Bayern-Woche" auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App und den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und Podigee

SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg erklärte in seinem Podcast "Meine Bayern-Woche": "In diesem Sommer ist er mit einer Ausstiegsklausel um die 40 Millionen Euro zu teuer für die Bayern. Er steht aber auf dem Zettel und könnte auch noch 2022 wechseln."

Dodô

Nach SPORT1-Informationen hat Flick Anfang 2020 den brasilianischen Rechtsverteidiger Dodô vorgeschlagen. Dodô wer?

Der 22 Jahre alte Brasilianer ist ein top ausgebildeter Stammspieler bei Ukraine-Klub Schachtjor Donezk. Zudem war Flick schon immer ein Fan von brasilianischen Außenverteidigern. Salihamidzic lehnte ab und verpflichtete Álvaro Odriozola auf Leihbasis von Real Madrid. Der Spanier spielte nie eine Rolle. 

Benjamin Henrichs

Neben Dodô ging es im Trainingslager in Katar Anfang 2019 auch um Benjamin Henrichs, den Flick zu den Bayern holen wollte.

Diesem Transfer sollen aber die Scouts des Rekordmeisters einen Riegel vorgeschoben haben, weil sie Henrichs nicht für gut genug erachtet hätten. Henrichs entschied sich schließlich für einen Wechsel von Monaco zu RB Leipzig, wo er nach einer längeren Verletzung in dieser Saison noch nicht wirklich glänzen konnte.

Emre Can

Ein weiterer Wunsch, der Flick im Januar letzten Jahres ausgeschlagen wurde, war die Verpflichtung von Emre Can. Der Nationalspieler war zu dieser Zeit bei Juventus Turin aufs Abstellgleis geraten und suchte einen neuen Verein.

Bei den Bayern gab es zwar Diskussionen über eine mögliche Verpflichtung. Am Ende aber nahmen die Bosse davon Abstand - und Can wechselte zum Liga-Rivalen Borussia Dortmund. Flick, der Can seit Jahren kennt und immer Kontakt zu ihm gehalten hat, hätte den Allrounder gerne nach München geholt. 

Mario Götze

Eine Rückkehr des WM-Helden von 2014 zu den Bayern? Flick hätte sich das gut vorstellen können, wie die Sport Bild im Dezember letzten Jahres berichtete.

SPORT1 hatte damals allerdings schon gemeldet, dass man vereinsintern bei den Bayern große Zweifel habe, ob Götze wieder zu alter Form zurückfindet. Deshalb wurde eine Verpflichtung dem Aufsichtsrat auch gar nicht vorgeschlagen. Statt in München fand Götze bei der PSV Eindhoven in dieser Saison den Weg zurück zu alter Stärke.

Timo Werner

Der Weg des Nationalstürmers führte vor dieser Saison von RB Leipzig zu Chelsea nach London und nicht nach München. Auch das hätte Flick lieber anders gesehen.

"Er ist ein sehr guter Spieler, ein Spieler, der Tore macht. Daher hat Chelsea eine sehr gute Verpflichtung getätigt, wenn es dann so ist. Das ist eine Entscheidung, die Timo getroffen hat und die muss man auch akzeptieren", sagte Flick im Juni 2020.

Zuvor teilte Salihamidzic in einem Interview mit, dass Werner nicht zum FC Bayern passe, woraufhin der Spieler selbst von einem Wechsel nach München Abstand genommen hatte, obwohl vieles für einen Bayern-Transfer sprach. 

Kai Havertz

Am selben Tag äußerte sich Flick auch über den damaligen Leverkusener. "Es gibt wenige Trainer, die etwas dagegen hätten, wenn Kai in ihrer Mannschaft spielen würde. Da würde ich mich anschließen", sagte er.

Auch Salihamidzic dürfte dieser Wink mit dem Zaunpfahl nicht entgangen sein, für einen Havertz-Transfer legte er sich auch mächtig ins Zeug. Der Transfer war aber finanziell nicht zu stemmen.

Chelsea zahlte für den 21-Jährigen 80 Millionen Euro, für Werner übrigens 53 Millionen.