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Frankfurt am Main - Die Eintracht-Profis stehen vor dem Spiel gegen Augsburg zunehmend unter Druck. Torhüter Kevin Trapp lässt nach dem Sieg mächtig Dampf ab.

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Die Analyse zum Spiel gegen den FC Augsburg? Sie fiel eher kurz aus bei Kevin Trapp.

Der Eintracht-Keeper freute sich, dass Alfred Finnbogasons kurioser Fehlschuss in die Statistik der gehaltenen Elfmeter eingeht und er die Null halten konnte. "Unser Ziel war es, das Heimspiel zu gewinnen und einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen", sagte der 30-Jährige.

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Trapp rechnet mit den Medien ab: "Eine Frechheit"

Alles gut also in Frankfurt, nachdem das Team vorläufig sogar auf den dritten Rang geklettert ist? Von wegen!

Die vergangene Woche hat Spuren hinterlassen im Verhältnis Mannschaft und Presse. Trapp fühlte sich und das Team nach dem 0:4 am Samstag bei Borussia Mönchengladbach viel zu krass und unfair bewertet.

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"Ich habe schon nach dem Spiel in Gladbach gesagt, dass die Leistung nichts mit dem Trainer zu tun hatte. Ich hoffe, dass sich unsere regionalen Medien nach dem Sieg gegen Augsburg darüber freuen, dass sie nächste Saison wohl über die Champions League berichten dürfen", erklärte der Nationaltorhüter.

Ihn habe es traurig gestimmt, dass nach der Klatsche bei der Borussia alles "schwarz geredet" und auf den Abgang von Adi Hütter geschoben wurde. Die Berichterstattung habe Trapp und die Kollegen zwar nicht angestachelt, aber ein gewisser Trotz war unüberhörbar.

Er verwies auf die Unentschieden-Serie in der Hinrunde: "Da hat auch keiner gesagt, dass es am Trainer lag." Trapp nannte die Berichte daher "eine Frechheit", das Team habe mehr Vertrauen verdient: "Wir haben Vereinsrekorde gebrochen und können das große Ziel erreichen." (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Absturzgefahr nach Trainerwechseln

Bei der Einordnung hat der Schlussmann der Hessen allerdings einen Blick auf die jüngere Vergangenheit vergessen. Ob Niko Kovac im Frühjahr 2018 oder Marco Rose vor wenigen Monaten: Trainerwechsel innerhalb der Bundesliga sorgten für Unruhe und empfindliche Niederlagenserien.

Die Eintracht wirkte in der Gesamtheit geschockt. Hütter selbst gab zuletzt zu, dass der Fokus wohl nicht vollständig auf der Partie gegen seinen zukünftigen Klub Mönchengladbach gelegen habe.

Der Zeitpunkt der Verkündung war maximal unglücklich, trotz eines komfortablen Punktepolsters war die Absturzgefahr groß.

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Gegen Augsburg nicht alles Gold, was glänzt

Diese schwierige Gemengelage war auch gegen Augsburg spürbar bis unter das Tribünendach, der Kopf ließ manche Beine schwer werden. Mit Ausnahme weniger Szenen war von der Frankfurter Leichtigkeit der vorherigen Monate nichts zu spüren.

"Es war ein hart umkämpfter Sieg", gab etwa Sebastian Rode zu. Torschütze Martin Hinteregger hätte zuvor nach einer harten Attacke auch die Rote Karte sehen können, Trapp verhinderte dreimal einen Rückstand. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

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Die bieder auftretenden Augsburger blieben trotz ihrer destruktiven Spielweise auch bei 0:2-Rückstand bis zum Schluss gefährlich, verschossen den Strafstoß und trafen noch das Aluminium. Die Eintracht hingegen war vor allem effizient, der Auftritt in der Gesamtbetrachtung aber sehr nervös. Der Begriff "Arbeitssieg" wurde für solche Dreier erfunden, es war nicht alles Gold, was glänzt.

Eintracht mit Fabelbilanz in Richtung Champions League

Wie auch Trapp verwies Hütter dennoch auf das große Ganze: "Wenn man sich die Fakten anschaut, dann kann man nur schwärmen, was Eintracht Frankfurt für eine Saison spielt. Es ist manchmal absurd, dass man so eine Kritik ausübt nach nur einer Niederlage." Zwischen Trainer und Mannschaft passe "kein Blatt Papier".

Alle würden sich dem historischen Ziel Champions League unterordnen. Dennoch war die Partie gegen Augsburg ein Ritt auf der Rasierklinge.

Auch dieser Umstand gehört zur Wahrheit - ohne die Fabelbilanz von 56 Punkten und Rang drei zu schmälern. (Die Tabelle der Bundesliga)