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Adi Hütter geht im Sommer zu Borussia Mönchengladbach. Dabei lässt er eine historische Chance verstreichen, findet SPORT1-Reporter Christopher Michel.

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Man stelle sich vor, die Stadien dürfen im Spätsommer wieder ihre Pforten öffnen.

Die Corona-Pandemie neigt sich möglicherweise dem Ende entgegen, der Impfstoff ermöglicht neue Wege und am Mittwochabend, 21 Uhr, stehen Karim Benzema, Luka Modric und Toni Kroos auf dem Frankfurter Rasen. Angesichts von sieben Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund deutet enorm viel auf die erste Champions-League-Qualifikation in der Vereinshistorie der Eintracht hin.

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Hütter hat sich für Gladbach entschieden ...

Die Aussicht auf diese historische Chance war dem Architekten des aktuellen Erfolgs aber zu wenig.

Adi Hütter hat sich für den Schritt zu Borussia Mönchengladbach entschieden - was pikanterweise unmittelbar vor dem direkten Duell am Samstag publik wurde. Nach drei Jahren, in denen er eine ordentliche Mannschaft zu einem Champions-League-Team geformt hat, geht der Österreicher. Die Vision? Der Antrieb? Es scheiden sich die Geister.

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Natürlich findet Hütter in Gladbach eine kaum gekannte Kontinuität in der sportlichen Leitung vor, Max Eberl ist bei der Borussia eine Institution. Der Manager ist ein Menschenfänger, das Gesicht des Klubs, der Baumeister. Der Gestaltungsspielraum bei Transfers ist größer, die Borussia bietet ebenfalls Tradition und einen treuen, euphorischen Anhang.

In Frankfurt hingegen herrscht aktuell ein Führungsvakuum vor. Sportvorstand Fredi Bobic wird gehen, Sportdirektor Bruno Hübner ebenfalls - und nun auch noch der Trainer.

... und verpasst die wohl geilste Saison mit der Eintracht

Obwohl das Team um die ersten vier Plätze kämpft, ist ein Verbleib der Topstars nicht gesichert. André Silva ist mit seinen 23 Saisontoren in den Fokus vieler Topteams gerückt, Profis wie Daichi Kamada, Filip Kostic oder Evan N'Dicka sind ebenfalls begehrt. Offenbar hat Hütter auf einen erneuten Umbruch keine Lust.

Allerdings - und das darf nicht vergessen werden - wäre die Eintracht als Teilnehmer an der Königsklasse eine hochattraktive Adresse für gute Spieler, während Gladbach das europäische Geschäft zu verpassen droht oder möglicherweise nur in der neuen, bislang noch ungeliebten Conference League mitmischt.

Und ob nach der Ära Bobic bei der Eintracht alles schlechter werden muss? Das ist nicht gesagt.

Hütter lässt somit die geilste Saison, so deutlich muss man das sagen, einfach liegen. Und selbst bei Verpassen der Königsklasse und einem Einzug in die Europa League wird die Party im Frankfurter Stadtwald nach Corona laut ausfallen.

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Das Team und der Coach wären gefeiert worden, sie hätten dann auch im weiten Rund das Feedback für eine grandiose Saison 2020/21 erhalten. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Ohne Champions-League-Qualifikation ist Hütter gescheitert

Nun gilt es den Spagat in den kommenden Wochen zu lösen. Hütter muss das Team in der Erfolgsspur halten und den vierten Platz sichern - vor allem nun auch gegen sein zukünftiges Team. Eine Zwickmühle!

Ansonsten aber würde der 51-Jährige als in Frankfurt Gescheiterter seine neue Aufgabe am Niederrhein angehen.