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Julian Nagelsmann gilt als Topkandidat für die Nachfolge von Hansi Flick beim FC Bayern. SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp erklärt, weshalb der Rekordmeister den Coach holen muss.

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Wenn Julian Nagelsmann über den Hebel Geld, also Ablösezahlung, wirklich zu bekommen ist, darf es für den FC Bayern keine Sekunde des Zögerns geben.

Auf den Tag zu warten, an dem sowohl sie mal wieder einen Trainer suchen, als auch Nagelsmann gerade vertragslos und ablösefrei ist - das wäre derber Unfug und würde im Zweifel sowieso nie eintreten. (Bayerns Trainersuche läuft)

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Es ist eben so, auch im Fußballgeschäft: Gewisse Chancen gehören erkannt - wenn sie sich bieten. Und dann auch genutzt. Oder man darf sich hinterher nicht beschweren. 

Nagelsmann gilt als Supertrainer

Nagelsmann gilt in Fachkreisen, auch international, längst als neuer Supertrainer. Der Ruf der deutschen Fußballlehrer ist ausgezeichnet, Jürgen Klopp und Thomas Tuchel managen Mannschaften und Spieler von Weltruhm - mit Erfolg. (Die Tabelle der Bundesliga)

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Nagelsmann ist erst 33, stand mit RB Leipzig schon im Halbfinale der Champions League. Vorher führte er Hoffenheim in die Königsklasse.

Sollte es wirklich eine Frage der Ablöse sein, ob Nagelsmann zum FC Bayern darf, ein Schritt, den er nur zu gerne machen würde, dann müssen die Bayern im Zweifel auch 50 Millionen Euro für ihren Wunschkandidaten überweisen! (So reagiert Flick auf die Rüge des Vorstands)

Ein herausragender Leader wie Nagelsmann, nicht nur fachlich stark, sondern auch noch selbstbewusst, sympathisch, authentisch, ein starker Motivator, vor Energie strotzend, ist im modernen Fußball mehr wert als der wichtigste Spieler.

Weil er alle stärker macht. Die Spieler zunächst, und dann auch den Verein. Er steigert so Markt- und Markenwerte. Und Ausnahmetrainer sind auch Spieler-Magneten, ziehen besondere Persönlichkeiten an, die unter ihnen trainieren und die beste individuelle Ausbildung genießen wollen.

Nagelsmann ist Bayern-Fan

Vielleicht bewegt er auch den einen oder anderen, länger als geplant zu bleiben.

Dazu kommt, dass Nagelsmann auch noch als echter Bayern-Liebling präsentiert und verkauft werden könnte - und zwar ohne irgendwelche PR-Märchen zu kreieren. Die Roten sind sein Herzensverein, als Kind saß er als Bayern-Fan im Stadion. Er ist in Bayern geboren. 

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Bayern sollte sich die Chance Nagelsmann nicht entgehen lassen. Es wäre nicht nur für sie ein hochinteressanter Fortschritt und eine starke Entscheidung für die nächsten Jahre, sondern auch so ziemlich das Schlimmste, was der Konkurrenz passieren könnte.

Der beste Bundesliga-Trainer, den ja auch die Dortmunder schon wollten (2018 aber nicht bekamen), beim Bundesliga-Verein mit den besten Möglichkeiten - das wäre ein Brett, das wohl kein Verfolger mehr durchbohren könnte.

Wie zuletzt unter Guardiola könnten die Bayern spielerisch wieder in ihre eigene Welt entschwinden.

Gibt es an Nagelsmann ein Vorbeikommen?

Und wenn es wirtschaftlich auch bei den Bayern gerade enger wird, sollten sie für Nagelsmann im Zweifel auch auf einen guten Neuzugang verzichten.

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Spieler gibt es viele, besondere Talente ebenso, deutlich günstiger noch als die großen, begehrten Namen. Und die Chance, dass Nagelsmann sie zu Topspielern formt, ist groß.

Bayern wäre sehr gut beraten, bei Nagelsmann zuzugreifen - wenn Leipzig die Tür zu seinem Ausnahmetrainer tatsächlich nicht schließt.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".