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Dortmund und München - Youssoufa Moukoko schreibt mit seiner Nominierung für die U21-EM mal wieder Geschichte. Der BVB geht mit seinem Juwel indes behutsam um.

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Wie wichtig Youssoufa Moukoko für Borussia Dortmund sein kann, hat er mal wieder am Samstag beim 2:0-Sieg gegen Hertha BSC gezeigt.

Mit seinem ersten Heimtor für den BVB hat der 16-Jährige kurz nach seiner Einwechslung mit einem präzisen Schuss aus spitzem Winkel den Endstand markiert. Unter normalen Umständen wäre Moukoko von den BVB-Fans im Stadion gebührend gefeiert worden, doch wegen der Geisterkulisse blieb der Applaus von den Rängen aus.

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Gefeiert wurde das Dortmunder Sturmjuwel stattdessen von seinen Teamkollegen. Auch Trainer Edin Terzic zeigte sich hinterher zufrieden. "Es war der richtige Zeitpunkt, ihn zu bringen", sagte Terzic bei Sky. "Youssoufa hat sich gut eingefügt und war extrem torgefährlich."

BVB-Juwel Moukoko kann bei U21-EM Geschichte schreiben

Und ein besonderes Geschenk folgte am Montag: U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz nominierte den Youngster für die Ende März beginnende EM.

"Mit Youssoufa haben wir ein außergewöhnliches Talent in Deutschland, das wir behutsam und leistungsgerecht fördern wollen", begründete Kuntz die Berufung. "In enger Absprache mit Borussia Dortmund haben wir deshalb beschlossen, ihn zu nominieren, weil wir denken, dass seine Teilnahme sowohl der Mannschaft als auch ihm in der Entwicklung weiterhilft."

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Sollte er in den Gruppenspielen gegen Ungarn (24. März), die Niederlande (27. März) und Rumänien (30. März) zum Einsatz kommen, wäre Moukoko der mit Abstand jüngste Spieler bei einer U21-EM. (Spielplan und Ergebnisse der U21-EM)

Moukoko schreibt Bundesliga-Geschichte

Geschichte geschrieben hat er bereits am 21. November 2020, als Moukoko einen Tag nach seinem 16. Geburtstag als jüngster Bundesliga-Spieler einen Rekord aufstellte. Beim 5:2-Sieg bei Hertha wurde der Teenager damals eingewechselt. Und der Hype um seine Person erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt.

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Doch in Dortmund will man Moukoko behutsam aufbauen, ihm nicht zu viel Druck auf seine Schultern legen.

"Wir versuchen einfach angemessen auf die Bremse zu treten, was seine Entwicklung angeht", sagte Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, nach Moukokos Bundesliga-Debüt bei Sky

Vier Wochen später erzielte er bei seinem zweiten Startelf-Einsatz - Wunderstürmer Erling Haaland war zu diesem Zeitpunkt verletzt - bei der 1:2-Niederlage bei Union Berlin sein erstes Bundesliga-Tor. Ein weiterer Treffer sollte noch im alten Jahr folgen - doch dann wurde es etwas ruhiger um Moukoko. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Moukoko nutzt seine Einsatzzeit

Dennoch nutzt kaum einer in der Bundesliga seine dosierten Einsatzzeiten so effizient wie Moukoko. Nur 366 Minuten benötigte er für seine drei Saisontore. Nur Frankfurts Luka Jovic brauchte für seine drei Treffer noch weniger Zeit (341 Minuten).

Dass sich Moukoko zunächst hinten anstellen muss, ist auch klar. Schließlich sind im Sturm Haaland und als hängende Spitze Kapitän Marco Reus gesetzt. Doch auch um die Entwicklung des Wunderkindes nicht zu gefährden, geht die Tendenz der Dortmunder mit Blick auf den Sommer eher dahin, keinen erfahrenen Offensiv-Neuzugang zu verpflichten.

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Stattdessen wurde im Januar Steffen Tigges aus dem Dortmunder Regionalligateam mit einem Profivertrag ausgestattet. Der 22-Jährige kam zwar auch erst auf 47 Bundesliga-Minuten in dieser Saison, erhielt aber beim 2:4 in München aufgrund seiner Körpergröße von 1,93 Metern den Vorzug vor Moukoko als Haaland angeschlagen raus musste. Womöglich wäre der schnelle und wendige Moukoko die bessere Wahl gewesen - doch das ist reine Kaffeesatzleserei.

Terzic mit Moukokos Entwicklung zufrieden

"Wir sind sehr zufrieden mit ihm und seiner Entwicklung", sagte Terzic erst Anfang Februar über Moukoko.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte im Januar im kicker eingeräumt: "Ich habe gesehen, wie sehr Youssoufa sich dann doch unter Druck gesetzt fühlte. In den ersten Spielen hatte ich nicht den Eindruck, dass er der ist, den man aus dem Nachwuchs kennt. Die Situation war - natürlich und nachvollziehbar - schwierig für ihn."

Doch Sorgen um seinen Nachwuchsstar machte sich Watzke nicht: "Er benimmt sich tadellos, ist sehr ernsthaft, weiß genau, was er will. Youssoufa wird seinen Weg machen, das ist keine Frage."

Nach seinem Tor am Samstag schrieb Moukoko auf Instagram: "Wir machen immer weiter." Das galt in erster Linie für den BVB und den Kampf um die nächsten drei Punkte in der Bundesliga. Bei der U21-EM Ende März kann Moukoko nun auch im DFB-Trikot für Furore sorgen.