Martin Schulz fordert integrale Reform des Fußballs
Martin Schulz fordert integrale Reform des Fußballs © FIRO/FIRO/SID
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Martin Schulz setzt nach Vorlage des Berichtes der "Taskforce Zukunft Profifußball" auf Veränderungen in der Branche für mehr Wettbewerbsgleichheit.

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Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz setzt eineinhalb Monate nach Vorlage des Ergebnisberichtes der "Taskforce Zukunft Profifußball" auf weitergehende Veränderungen in der Branche für mehr Wettbewerbsgleichheit. "Wir brauchen national wie international eine integrale Reform des Fußballs", sagte das Task-Force-Mitglied in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Der frühere Kanzlerkandidat und Beirats-Angehörige des Bundesligisten 1. FC Köln begründete seine Forderung mit dem Mangel einer wirtschaftsrechtlichen Rahmensetzung für Profi-Klubs. "Für die einen ist ein Klub wie der 1. FC Köln ein Verein, der einen regionalen Auftrag und eine bestimmte Erwartungshaltung von seinen Fans hat. Für die anderen ist ist er ein Wirtschaftsunternehmen, das möglichst in einem internationalen Vergleich bestehen muss. Dieses Dilemma lässt sich nicht ohne Weiteres auflösen, und auf Dauer kann das nicht gutgehen", meinte der 65-Jährige ohne detailliertere Erläuterungen seiner Vorstellungen. 

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Die allgemein nicht als Durchbruch gewerteten Taskforce-Resultate dürfen auch für Schulz nur "erste Schritte" zu einer Verbesserung der Chancengleichheit gewesen sein: "Wenn es keine Wettbewerbsgleichheit mehr gibt, haben wir eine Mehrklassen-Gesellschaft. Diese Kapital-Akkumulation bei einigen Wenigen führt irgendwann zur Revolte." Weil Alleingänge auf nationaler Ebene jedoch "einen Wettbewerbsnachteil für deutsche Klubs bedeuten", plädierte der ehemalige Präsident des Europaparlamentes bei übergreifenden Themen von struktureller Bedeutung für eine "europäische Lösung".

Anfang Februar hatte die Taskforce in ihrem Ergebnisbericht 17 Handlungsempfehlungen für eine bessere Zukunft präsentiert. Zu den Vorschlägen gehören unter anderem eine Arbeitsgruppe zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität, ein Bekenntnis zu Nachhaltigkeit, die Gründung einer DFL-Kommission für den Fandialog sowie die Förderung des Frauenfußballs und der Geschlechtergerechtigkeit im Fußball.