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Gelsenkirchen und München - Das Bundesliga-Schlusslicht FC Schalke 04 plant bereits zweigleisig. Aber auf wen kann Königsblau in Liga zwei zählen? SPORT1 gibt einen Überblick.

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Das Fettnäpfchen, in das sein Vorgänger Christian Gross gleich zweimal getreten war, will Dimitrios Grammozis tunlichst vermeiden.

"Die erste Herausforderung ist, sich alle Namen zu merken, die man gefühlt alle zwei Sekunden bekommt", erklärte der neue Trainer des FC Schalke 04 bei seiner Vorstellung am Mittwoch: "Aber das werde ich hinbekommen."

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Der 42-Jährige folgte auf den glücklosen Schweizer, der unter anderem auch darüber gestolpert war, dass er die Spieler Alessandro Schöpf und Can Bozdogan fälschlicherweise Massimo Schüpp und Kaan Erdogan genannt hatte.

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Grammozis steht als insgesamt fünfter Trainer in dieser Saison für die Schalker an der Seitenlinie. Seine Aufgabe beim abgeschlagenen Tabellenletzten gleicht einem Himmelfahrtskommando. Die Frage nach den Chancen auf den Klassenerhalt umschiffte Grammozis, dessen Vertrag bis 2022 auch für die 2. Bundesliga gilt. (Tabelle der Bundesliga)

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So könnte der Schalke-Kader in der 2. Bundesliga aussehen

Peter Knäbel wagte einen zaghaften Ausblick. "Die Qualität unserer Mitarbeiter führt auch dazu, dass ein Trainer wie Dimitrios Grammozis davon ausgehen kann, dass er mit Schalke 04 kurzfristig, mittelfristig und wenn es auch dann - was wir alle nicht hoffen - über die Zweite Liga gehen muss, Erfolg haben kann", erklärte Knäbel, der aktuell sportlich Verantwortliche. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

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Die Schalker planen bereits zweigleisig. Aber wie könnte der Kader in der kommenden Saison im Falle eines Abstiegs in die 2. Bundesliga aussehen? SPORT1 gibt einen Überblick:

Sicher planen können die Königsblauen mit Torhüter Ralf Fährmann, dazu kehrt Markus Schubert von seiner Leihe zu Eintracht Frankfurt zurück.

Viele Youngster - und Kolasinac als Führungsspieler?

Ansonsten dürfte die erste Elf ein deutlich jüngeres Gesicht haben. Der 19-jährige Matthew Hoppe unterschrieb Anfang Februar einen Profivertrag, der auch für die Zweite Liga gilt.

Die zuletzt aus der Knappenschmiede hochgezogenen Mittelfeld-Youngster Levent Mercan (20), Can Bozdogan (19) und Kerim Calhanoglu (18), sowie Innenverteidiger Malick Thiaw (19) spielen in den Planungen ebenfalls zentrale Rollen. Auch der Vertrag mit dem 23 Jahre alten Innenverteidiger Timo Becker soll verlängert werden. Der zurzeit an Heracles Almelo verliehen Fanliebling Ahmed Kutucu (21) könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

Als Führungsspieler dieser jungen Truppe könnte Sead Kolasinac fungieren. Nach SPORT1-Informationen spielt der 27 Jahre alte Rückkehrer mit dem Gedanken, dem Klub bei einem etwaigen Neustart in der Zweiten Liga zu helfen. Das ist aber auch eine Frage des Gehalts, bei dem er auf jeden Fall Abstriche machen müsste. Beim FC Arsenal verdiente er 8,5 Millionen Euro, aktuell bekommt Kolasinac im Rahmen seiner Leihe etwas mehr als zwei Millionen Euro von Arsenal und Schalke.

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Möglich auch, dass in Benjamin Stambouli und Bastian Oczipka zwei weitere Routiniers Schalke im Abstiegsfall die Treue halten. Fraglich ist hingegen, wie es mit Alessandro Schöpf, Salif Sané und Steven Skrzybski weitergeht.

McKennie-Deal bringt Schalke Millionensumme

Als so gut wie sicher gelten die Abgänge von Suat Serdar, Mark Uth, Amine Harit, Omar Mascarell, Hamza Mendyl und Matija Nastasic, die auch noch etwas Geld in die klammen Schalker Kassen spülen könnten. Immerhin: Der am Mittwoch von Juventus fest verpflichtete Weston McKennie bringt Schalke 18,5 Millionen Euro Ablöse, zahlbar in drei Jahren. Die Summe könnte noch um 6,5 Millionen Euro ansteigen.

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Der 37-jährige Klaas-Jan Huntelaar plant im Sommer sein Karriereende. Insgesamt laufen - inklusive der Leihgeschäfte - 13 Verträge im Sommer aus. Darunter die Papiere von Topverdiener Nabil Bentaleb, sowie die Leihen von Kilian Ludewig, Goncalo Paciência und Frederik Rönnow.

Stand jetzt leibt festzuhalten, dass das Schalker Gerüst für einen möglichen Neuaufbau in der Zweiten Liga aus 13 Spielern, inklusive der erfahrenen Kolasinac, Stambouli und Oczipka, besteht. Finanziell sind angesichts eines Schuldenbergs von über 200 Millionen Euro und einer möglichen Halbierung des momentan bei rund 80 Millionen Euro liegenden Gehaltsetats keine großen Sprünge möglich.

Schalker Knappenschmiede wichtig für Neuaufbau

Immerhin könnte Schalke bei einem Neuaufbau von der guten Nachwuchsarbeit der Knappenschmiede zehren. "Wir haben mit Norbert Elgert noch jemanden im Hintergrund, der uns in der Taskforce Kaderplanung und auch sonst in den Spielergesprächen zur Verfügung steht", sagte Knäbel über die aktuelle Einbindung des U19-Cheftrainers.

Zudem hat Schalkes neuer Trainer Grammozis viel Erfahrung mit der Arbeit und Entwicklung von jungen Spielern vorzuweisen, schließlich begann er 2014 seine Trainerkarriere im Nachwuchs des VfL Bochum. Die Schalker erhoffen sich von dem gebürtigen Wuppertaler, der bislang nur den SV Darmstadt 98 im Profibereich betreute, dass er einerseits die jungen Spieler formen, andererseits aber auch mit den Stars in der Kabine umgehen kann.

"Ich weiß, auf was ich mich eingelassen habe", betonte Grammozis. "Ich weiß, dass das noch mal eine andere Hausnummer ist als Darmstadt 98." Fragen nach der langfristigen Planung und den Zielen wiegelte er ab, sein Fokus liegt nur auf dem nächsten Spiel gegen den FSV Mainz 05 (Bundesliga: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05, Freitag ab 20.30 Uhr im LIVETICKER): "Wichtig ist, dass wir Energie reinbringen und am Freitag hier zuhause ein gutes Spiel abliefern. Alles andere werden wir peu à peu mit der Mannschaft herausarbeiten."