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Jürgen Klinsmann spricht ausführlich über seinen kuriosen Abschied bei Hertha BSC - der ehemalige DFB-Trainer gesteht dabei auch Fehler ein.

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Über ein Jahr nach seinem kuriosen Abschied von Hertha BSC hat Jürgen Klinsmann sich zu Wort gemeldet - und dabei Fehler eingestanden. 

Der ehemalige Nationaltrainer äußerte sich ausführlich zu seiner kurzen Amtszeit als Trainer der Alten Dame und sprach auch über die aktuelle Situation des Hauptstadt-Klubs. 

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"Ich habe nach ziemlich genau zehn Wochen entschieden, dass es für mich besser ist, zu gehen", sagte der 56-Jährige in einer Medienrunde zu transfermarkt.us. Nach seinem Entschluss habe er Berlins Investor Lars Windhorst einen Bericht geschrieben, der schließlich an die Öffentlichkeit geriet. 

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Sehr zum Ärger und Nachteil von Klinsmann, der ursprünglich als Mitglied des Aufsichtsrates zur Hertha gekommen war. "Dieser Bericht sollte vertraulich sein. Das hat mir geschadet." 

Klinsmann über Hertha: War nichts für mich

Er habe eine Entscheidung für sich getroffen, die für Außenstehende nicht leicht nachzuvollziehen gewesen sei, "weil man es nicht lebt, nicht fühlt. Ich habe es gefühlt und zehn Wochen lang gefördert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nichts für mich ist." Nicht nur die Entscheidung, auch der abrupte Abschied hatten für viele Schlagzeilen gesorgt. 

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"Ich habe sicherlich meine Fehler gemacht, wissen Sie, die Art und Weise, wie ich gegangen bin, mit meiner Erklärung auf Facebook, zum Beispiel", erklärte Klinsmann rückblickend. Auf der Social-Media-Plattform hatte sich Klinsmann den Fans erklärt, dabei aber keine gute Figur gemacht. Vor allem, weil er viele Fragen unbeantwortet ließ. 

Mittlerweile wird die Hertha von Pál Dárdai trainiert, dem Nachfolger von Klinsmann-Erbe Bruno Labbadia. Von den großen Zielen, die Klinsmann mit dem Klub verfolgen wollte, ist man weit entfernt. Statt Kampf um Europa ist der Kampf gegen den Abstieg angesagt. Es mache ihn traurig, "den Verein dort zu sehen, wo er jetzt ist", sagte Klinsmann. 

Klinsmann will erneut als Trainer arbeiten 

Er hatte in seinem Bericht vom Februar 2020 nicht nur einige Spieler des Klubs sondern vor allem auch die Vereinsführung um Michael Preetz in Frage gestellt. Der Geschäftsführer wurde im Januar von seinen Aufgaben entbunden. "Bestätigt" fühlt sich Klinsmann deswegen aber nicht, wie er beteuerte. 

Als möglicher Nachfolger von Preetz wird Fredi Bobic gehandelt, der zu Beginn der Woche seinen bevorstehenden Abschied von Eintracht Frankfurt verkündete. Klinsmann würde die Personalie gutheißen: "Ich denke, es wäre fantastisch für den Verein, weil er eine ausgewiesene Persönlichkeit im Geschäft ist." 

Die Hertha hat seit dem Einstieg von Windhorst in finanziellen Fragen einen deutlich größeren Spielraum. Geld alleine bringt aber keinen Erfolg. "Am Ende des Tages komme es aber immer auf die Menschen an. Die müssen eine Vision haben und klar definierte Ziele, und das ist jetzt die Herausforderung für Hertha, um wieder in die Spur zu kommen", sagte Klinsmann. 

Auch zu seiner eigenen Zukunft bezog der Ex-Nationalspieler Stellung: "Ich werde auf die Trainerbank zurückkehren, weil ich mich dort am meisten gefordert fühle. Wenn sich eine andere Gelegenheit ergibt, können wir uns wieder zusammensetzen und dann darüber sprechen."