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Gelsenkirchen - Der bisherige Interims-Sportchef wird auf Schalke zum Sportvorstand befördert. Eine Lösung ohne jede Alternative, findet SPORT1-Chefreporter Patrick Berger.

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Schalke befördert Peter Knäbel zum Vorstand Sport und Kommunikation. Jubelstürme oder Aufbruchstimmung hat diese Nachricht am Mittwochmorgen bei den Fans nicht gerade ausgelöst.

Und trotzdem ist sie gut. Die Entscheidung ist sogar alternativlos und mit Blick auf die schwierigen Umstände die beste.

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Der Aufsichtsrat um Chef Dr. Jens Buchta hatte nach dem Rauswurf von Jochen Schneider Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt.

Markus Krösche (Leipzig) und Rouven Schröder (zuletzt Mainz) waren Wunschlösungen und hätten sich ein Engagement dem Vernehmen nach durchaus vorstellen können – bis eine externe Gruppe Ralf Rangnick ins Gespräch brachte.

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Der Ex-Schalker – für seinen radikalen Umgestaltungswillen bekannt – wurde bei den Fans und in manchen Medien in Windeseile als Heilsbringer und Messias gefeiert.

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Nach seiner Blitz-Absage stand S04 aber vor einem Mega-Problem: Krösche und Schröder sagten ebenfalls ab, im Wissen, in der breiten Öffentlichkeit ohnehin nur noch als B- oder gar C-Lösung wahrgenommen zu werden.

Knäbel arbeitete bereits im Hintergrund

Ungestört von diesem peinlichen Theater arbeitete Peter Knäbel ruhig und akribisch im Hintergrund. Der bis dato Interims-Sportchef holte Perspektiv-Trainer Dimitrios Grammozis, stellte mit der Taskforce Kaderplanung Schattenmannschaften für die 2. Liga auf, führte Gespräche mit potenziellen Neuzugängen und tütete den Deal mit Mainz-Kapitän Danny Latza ein.

Dass der Aufsichtsrat nun die Notlösung Knäbel zum Chef macht, ist die einzig richtige Wahl. Der Klub braucht auf dieser so wichtigen strategischen Position endlich Klarheit.

Auch wenn Peter Knäbel ein verlorener Rucksack mit geheimen Dokumenten aus seiner Zeit als HSV-Sportchef (2014 bis 2017) wohl bis an sein Karriereende verfolgen wird – es wäre unfair, ihn nur auf dieses Malheur zu reduzieren.

Knäbel hat exzellenten Ruf in der Branche

Knäbel hat sich in der Schweiz – als Technischer Direktor beim FC Basel (2003 bis 2009) und dem Verband (2009 bis 2014) – einen exzellenten Ruf in der Branche erarbeitet. Auf Schalke hat der gebürtige Wittener, der das Ruhrgebiet bestens kennt, in den letzten drei Jahren als Nachwuchschef der Knappenschmiede gute Arbeit geleistet.

Jetzt kann Knäbel nochmal zeigen, dass er es auch auf Bundesliga-Ebene kann. Er darf jetzt ganz offiziell loslegen. Knäbel muss zunächst einen Sportdirektor/Kaderplaner finden und mit diesem mit einem Mini-Etat von rund 20 Millionen Euro die Mannschaft für den Wiederaufstieg zusammenstellen. Daran wird er ab sofort gemessen!