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München - Hansi Flick wird mit vielen Fragen zu seiner Zukunft konfrontiert, verzichtet aber auf eine klare Absage in Richtung des DFB. Beim FC Bayern wird man sich Gedanken machen müssen.

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Hansi Flick hat gewusst, was ihm am Freitag auf der Abschlusskonferenz vor dem Auswärtsspiel in Bremen blüht: Etliche Fragen zur Bundestrainer-Nachfolge, da Joachim Löw nach der EM aufhören wird.  

Also nahm Flick das Ruder selbst in die Hand und sagte zu Beginn: "Ich hatte eine sehr, sehr schöne und erfolgreiche Zeit beim DFB. Das war eine absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das hat mir viel Spaß gemacht. Jetzt bei Bayern München ist es genauso. Die Mannschaft ist top, mein Staff macht mir sehr viel Spaß. Daher kümmere ich mich nicht um die Dinge von außen."

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Die wichtigsten Fragen und Antworten im Flick-Poker! 

Hat Flick dem DFB deutlich abgesagt? 

Nein! Zwar sagte er: "Ich habe einen Vertrag bis 2023 und möchte bei Bayern München noch sehr erfolgreich arbeiten und mehrere Titel gewinnen. Das ist meine Aufgabe hier in diesem Verein. Der Verein erwartet auch, dass ich mich 100 Prozent auf den FC Bayern konzentriere. Daher verbieten sich Spekulationen über meine Zukunft." Auf ein klares "Nein", wie das von Jürgen Klopp, verzichtete Flick aber auf Nachfrage, sagte: "Dazu möchte ich mich nicht äußern." Damit bleibt weiter Raum für Spekulation.

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Was will Flick? 

Liebend gerne beim FC Bayern erfolgreich weiterarbeiten, allerdings läuft dort nicht alles reibungslos - trotz des historischen Gewinns des Sextuples. In der Vergangenheit gab es immer wieder Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Hinzukommt: Salihamidzic sorgt öffentlich nicht für eine Entlastung von Flick, weil er kaum Klartext spricht. Umso mehr muss Flick Stellung beziehen und sich wöchentlich mit vielen Antworten auf die gleichen Fragen wiederholen. Das raubt ihm Kraft und Energie. Der Posten des Bundestrainers wäre deutlich entspannter. Übrigens: Eine einjährige Pause nach seiner Zeit beim FC Bayern kommt für Flick derzeit nicht infrage.  

Welche Rolle spielt sein Vertrag? 

Flick ist bis 2023 an die Bayern gebunden, eine Ausstiegsklausel soll es nicht geben. Beim FC Bayern rechnet man fest damit, dass er seinen Vertrag erfüllt: "Ich habe immer gesagt, dass der Trainer der wichtigste Angestellte ist und wir eine Vertrags-Vereinbarung haben, die bekannt ist. Von daher ist das überhaupt kein Thema. Wir werden nicht die Probleme des DFB lösen. Und wenn ich ehrlich bin: Wäre ich Trainer und sollte vom Arbeitgeber FC Bayern zum Arbeitgeber DFB wechseln, würde mir das lediglich ein Schmunzeln entlocken", sagte Karl-Heinz Rummenigge am 5. Februar im SPORT1-Interview. Bayerns Vorstandsboss rechnet "hundertprozentig" mit Flicks Verbleib.

Gab es zwischen ihm und dem DFB schon Kontakt? 

Davon ist auszugehen. Zuletzt standen Flick, Löw und Oliver Bierhoff vor allem wegen Jamal Musiala in Kontakt, der sich vor wenigen Tagen zur deutschen Nationalmannschaft bekannt hat. Alle drei pflegen seit Jahren ein vertrauensvolles Verhältnis und stehen regelmäßig im Austausch. Zudem betonte Bierhoff, dass er sich seit langem Gedanken um die Löw-Nachfolge macht und er stellte vor Wochen klar, dass er sich selbstverständlich mit Flick beschäftigen müsse.  

Was plant Oliver Bierhoff?  

Offiziell teilte er mit, in der Bundestrainer-Frage keinen Zeitdruck zu verspüren. Doch die Suche läuft bereits auf Hochtouren. Nach SPORT1-Informationen würde man den neuen Bundestrainer gerne noch vor der EM präsentieren. Was Bierhoff am Donnerstag wichtig war zu sagen: Der DFB wolle bestehende Verträge respektieren und erst dann aktiv die Gespräche aufnehmen, sofern die Vereine davon unterrichtet sind. Bedeutet, dass konkrete und offizielle Gespräche mit Flick folgen dürften. Der Bayern-Trainer gilt beim DFB als DER Wunschkandidat.

Der ebenfalls gehandelte Ralf Rangnick tendiert wohl zu einem Engagement bei seinem Herzensklub Schalke 04, sollte er im Verein den entsprechenden Rückhalt finden.

Wie planen die Bayern-Bosse? 

Sie wollen Flick unbedingt behalten! Vor allem Rummenigge legte sich zuletzt vehement ins Zeug, sagte bei SPORT1: "Hansi hat beim FC Bayern eine sehr erfolgreiche Zeit eingeläutet und wird in diesem Stil weitermachen (…) Er hatte als Spieler seine schönste und erfolgreichste Zeit beim FC Bayern. Das wird auch für seine Zeit als Trainer gelten."

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Wie ist Flicks Verhältnis zu Hasan Salihamidzic wirklich? 

Professionell, aber angespannt. Zu sehen ist das auch bei Torjubeln. Fielen sich beide noch vor Monaten teilweise um den Hals, wirkt ihr Miteinander seit Wochen unterkühlt.

Man klatscht sich ab, mehr aber auch nicht. Was Flick auch nicht gefällt, ist der Qualitätsverlust im Kader. Nach Thiago verlassen mit David Alaba (sicher) und Jérôme Boateng (wahrscheinlich) zwei weitere Ziehspieler von Flick den Verein. Zudem will Salihamidzic die 7,5-Millionen-Kaufoption für Flick-Wunschspieler Tiago Dantas nicht ziehen. Ebenso gibt es immer Diskussionen darüber, warum Salihamidzics Rekordtransfer Lucas Hernández nur Reservist ist und kaum ein Neuzugang, außer Leroy Sané, regelmäßig zum Einsatz kommt.

Flick sagt zum Salihamidzic-Verhältnis: "In einer Ehe kommt es auch immer mal wieder zu Unstimmigkeiten. Wir sind hier beide angestellt und wichtig ist, dass der FC Bayern erfolgreich ist. Brazzo und ich versuchen, die Dinge so zu gestalten, dass wir uns einbringen. Es ist eine ganz normale Zusammenarbeit. Ich sehe nichts, was uns in der Zusammenarbeit stören könnte."

SPORT1-Fazit: Macht Bierhoff ernst, muss Bayern um Flick zittern.