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Frankfurt am Main - Zwischen Sportvorstand Fredi Bobic und Eintracht Frankfurt droht eine Schlammschlacht auszubrechen. Ein schnelles Ende muss her, meint SPORT1-Reporter Christopher Michel.

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Es war wieder etwas Ruhe eingekehrt bei Eintracht Frankfurt. Die Woge, die Fredi Bobic mit seiner Ankündigung ausgelöst hatte, den Verein im Sommer zu verlassen, war eifriger Betriebsamkeit auf Arbeitsebene und sicher auch vertraulichem Abtasten der Möglichkeiten im Hintergrund gewichen.

"Man war vorbereitet darauf, dass die Situation kommt, dass ich im Sommer 2021 den Verein verlassen werde", hatte Bobic im Sportschau Thema erklärt.

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Einen "Bruch des Stillhalteabkommens" warf ihm darauf der Aufsichtsrat vor, dabei hatte Bobic - so seine Sichtweise - nur auf die via Sky gesendete Enthüllung einen Tag zuvor reagiert.

Das Ehrenwort, dass Bobic erhalten zu haben versichert, will von Eintracht Frankfurt keiner gesprochen haben. Aussage gegen Aussage.

 Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

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Stenger gießt mit Aussagen zu Bobic Öl ins Feuer

Nach einer Aufsichtsratssitzung Mitte März waren die Fronten eigentlich geklärt, trotz eines leichten Geschmäckles herrschte zunächst Ruhe.

Doch im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 warf am Sonntag einer den Fehdehandschuh wieder in den Ring, der vordergründig mit der Thematik nichts zu tun hat. Der ehemalige DFB-Pressesprecher Harald Stenger goss ordentlich Öl ins Feuer.

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Zeichen deuten auf Schlammschlacht

Die Version von Bobic, wonach es "ein Ehrenwort" für einen Wechsel gegeben hätte, habe sich nicht bestätigt. Das Image des Europameisters sei nun stark angekratzt: "Er hat sich da wirklich ins Fettnäpfchen gesetzt und das ist eine traurige Entwicklung."

Diese Aussage wiederum ist mit äußerster Vorsicht zu genießen, schließlich ist Stenger Berater und enger Freund von Aufsichtsratschef Philip Holzer. Eine unvoreingenommene, neutrale Einschätzung? So kaum möglich. Eine Provokation? Nicht auszuschließen.

So deuten die Zeichen auf eine Schlammschlacht, wenn nicht zeitnah Klarheit herrscht. Für Bobic geht es nun auch um seinen Ruf, der nicht beschädigt werden sollte. Daran kann keine der beiden Seiten interessiert sein.

Bobic hat bei Eintracht eine Erfolgsstory geschrieben

Der 49-Jährige hat der Eintracht schließlich glorreiche Jahre beschert.

Pokalsieg 2018, Europa-League-Halbfinale 2019, der Verkauf der Büffelherde für rund 100 Millionen Euro und die Verpflichtung von Trainer Adi Hütter sowie Publikumslieblingen wie Martin Hinteregger, Amin Younes oder Goalgetter André Silva - eine Erfolgsstory!

Umgekehrt bekam er in Frankfurt Vertrauen und konnte sich so zu einem der Top-Manager der Bundesliga neben Michael Zorc oder Max Eberl entwickeln. Eine Win-win-Situation also über viereinhalb Jahre, die nicht beschmutzt werden sollte.

Schnelle, aber saubere Trennung als Lösung

Eine mögliche Lösung besteht in einer sauberen, aber schnellen Trennung. Bobic arbeitet, wie es seinem Charakter entspricht, zwar hochprofessionell weiter.

Sein Verhältnis zu Hütter ist auch weiterhin vertrauensvoll und intakt, der Trainer sucht den Austausch mit dem Sportvorstand.

Doch im Hintergrund brodelt es, ein "Weiter so" bis zum Sommer ist in dieser Konstellation trotz Vertrags bis 2023 schwierig. Provokationen auf dieser Ebene und eine damit einhergehende stetige Unruhe helfen der Eintracht im Kampf um die Champions League nicht weiter.