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Frankfurt am Main - Folgt Bastian Schweinsteiger als Eintracht-Sportvorstand auf Fredi Bobic? Kann das wirklich klappen? SPORT1 ordnet das Gerücht ein.

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Seitdem Fredi Bobic seinen Abschied bei Eintracht Frankfurt zum Sommer hin angekündigt hat, brodelt die Gerüchteküche. Bobic steht zwar noch bis 2023 unter Vertrag und die Hessen pochen auf einen Verbleib, wenn der neue Klub nicht die geforderte Ablösesumme bezahlt. Dennoch stehen spätestens nach Saisonende die Zeichen auf Trennung. 

Die medial gehandelten Christoph Spycher aus Bern, Alexander Rosen von der TSG Hoffenheim oder Christoph Freund von RB Salzburg bestätigten bereits den Verbleib bei ihren Klubs. Nun soll sich der Aufsichtsrat rund um den Vorsitzenden Philip Holzer laut Bild mit Bastian Schweinsteiger beschäftigen.

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Eintracht stellt sich neu auf

Der 36-Jährige geht aktuell als TV-Experte bei Länderspielen seine ersten großen Schritte nach dem Ende der Karriere. Schweinsteiger würde für das Amt des Sportvorstands interessante Grundlagen mitbringen: Er war Führungsspieler beim FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft, wurde Triple-Sieger, Weltmeister, spielte noch in England und den USA. Schweinsteiger weiß also, wie er sich auf großer Bühne zu bewegen hat. Der Titelsammler bringt zudem das typische “Mia-san-Mia-Siegergen" mit. Eine spannende Mischung also. 

In einem Umfeld wie bei der Eintracht könnte der frühere Profi reifen, sein internationales Denken einbringen und sich weiterentwickeln. Vorstand Axel Hellmann ist erfahren, der Klub im sportlichen Bereich auch im Sommer mit Trainer Adi Hütter und dem neuen Sportchef Profi-Fußball Ben Manga gut aufgestellt.

Dass Gelson Fernandes oder ein anderer Kandidat als eine Art Team-Manager hinzukommen soll, ist zumindest in Planung. Der noch bis Juni von Bruno Hübner besetzte Posten als Sportdirektor wird neu aufgeteilt und aufgestellt.

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Schweinsteiger als Sportvorstand: Passt das in seine Lebensplanung?

Aus Schweinsteiger-Sicht könnte ein Wechsel zu den Frankfurtern in ein junges, dynamisches Team passen. Die Eintracht hat sich zu einem hochattraktiven Klub in der Bundesliga entwickelt und wäre für einen Neueinsteiger eine spannende Herausforderung. Seit 2016 stand der Klub in vier Jahren in Folge mindestens im Halbfinale von Europa League oder DFB-Pokal, der 2018 sogar gewonnen werden konnte.

Die Frankfurter gehen als Tabellenvierter in den Saison-Endspurt, das erstmalige Erreichen der Champions League ist keine Utopie mehr.  

Doch eine entscheidende Frage lautet: Will Schweinsteiger bereits in der Chefetage bei einem Bundesligisten arbeiten, passt dieser Step in seine Lebensplanung? Derzeit werkelt er mit Bestseller-Autor Martin Suter an einem biografischen Roman, zudem genießt er die Zeit mit seinen Kindern und Frau Ana Ivanovic.

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Dient der Weg von Kahn als Vorbild?

Die Aufgabe als TV-Experte bereitet ihm Freude, möglicherweise ist er in der jetzigen Phase nicht bereit für einen nervenaufreibenden und kräftezerrenden Vollzeit-Job als Sportvorstand bei der Eintracht. Zudem träumte Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß immer davon, die Urbayern Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Thomas Müller später in den Klub einzubinden. Auf den grünen Rasen umgemünzt: Derzeit fehlt Schweinsteiger für solch eine Herkulesaufgabe eher der Zug zum Tor.  

Weil etwa Oliver Kahn als Vorbild fungiert? Der frühere Schlussmann war zunächst jahrelang als Experte unterwegs, baute sich nach der Karriere ein neues Standing auf und packte sich im Laufe der Jahre bei diversen Projekten auch das wirtschaftliche und unternehmerische Rüstzeug drauf. Als es so weit war, ging er den großen Schritt zum FC Bayern und wird dort im kommenden Winter Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsboss beerben. 

Traut die Eintracht einem Novizen die Bobic-Nachfolge zu?

Wäre Schweinsteiger aus Eintracht-Sicht dennoch interessant? Traut der Verein einem Novizen auf diesem Gebiet die Nachfolge von Bobic zu? Prinzipiell gilt in Frankfurt, dass es keine Denkverbote gibt. Warum also kein Newcomer? Schweinsteiger wäre durchaus als Teamplayer einzuschätzen, doch noch fehlt ihm wertvolle Erfahrung nach seiner Zeit auf dem Rasen.

Der Name ist natürlich klangvoll, er könnte dem Traditionsklub neue Türen in Sachen Sponsoring öffnen. Schweinsteiger käme auch im Umfeld gut an, er war in seiner Zeit als Profi Aushängeschild und Sympathieträger. Dennoch darf der Erfahrungsaspekt nicht gänzlich ausgeblendet werden, die für die Eintracht zu schließende Bobic-Lücke ist groß.  

Noch keine heiße Spur zu Schweinsteiger

Doch so konkret sind die Verantwortlichen noch gar nicht bei ihren Planungen. SPORT1-Informationen zufolge soll man sich bei der Eintracht über die vielen Manager (Jonas Boldt, Ralf Rangnick oder Horst Heldt sind nur einige weitere Beispiele), die medial im Zusammenhang mit der Bobic-Nachfolge inzwischen auftauchen, verwundert zeigen.  

In Diskussionsrunden des Aufsichtsrats ist zwar auch der Name von Schweinsteiger gefallen, die Spur dorthin ist jedoch keine heiße. Erste lose Überlegungen? Möglicherweise. Eine Kontaktaufnahme oder intensive Kommunikation? Hat nicht stattgefunden. Aktuell lassen sich die persönlichen Ideen von Schweinsteiger und das Engagement in Frankfurt realistischerweise nicht unter einen Hut bringen. 

Eintracht muss erst die Causa Fredi Bobic lösen

Auf der Eintracht-Agenda ganz oben steht zunächst die Suche nach einer Lösung in der Causa Bobic.

Hertha BSC wird als wahrscheinlichster nächster Klub genannt, doch bis zu einer Trennung sind noch einige Hürden zu überspringen. Will der Hauptstadtklub Bobic tatsächlich verpflichten? Sind die Berliner bereit, die offenbar geforderten fünf Millionen Euro zu bezahlen? Es stockt in dieser Angelegenheit, das Thema brodelt somit weiter und wird die Eintracht offenbar noch länger beschäftigen.