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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt muss den Verlust von Sportvorstand Fredi Bobic kompensieren. Wie stellt sich der Klub ohne den Architekten des Erfolgs zukünftig auf?

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Nach dem Paukenschlag am Montagabend folgte 24 Stunden später die Gewissheit: Fredi Bobic wird Eintracht Frankfurt verlassen, wie er der Sportschau bestätigt hat.

Der Sportvorstand wird seit einigen Wochen schon mit Hertha BSC in Verbindung gebracht, offenbar wurde nun der Durchbruch in den Gesprächen erzielt.

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Nach fünf äußerst erfolgreichen Jahren mit Pokalsieg und Europapokal-Halbfinale mit Frankfurt erfolgt die Trennung, wobei über die Ablöse und sonstige Modalitäten noch verhandelt werden muss.

Das sind die Gesichter von Eintracht Frankfurt

So überraschend der Schritt auf den ersten Blick kommen mag: Die Eintracht zeigte sich in den vergangenen Jahren nach Abgängen stets gut gerüstet.

Das Motto lautet intern, dass keine einzelne Person größer als der gesamte Verein ist. Natürlich gilt es, eine gewaltige Lücke zu schließen, die der Abgang von Projektmanager Bobic reißt. Doch die Fühler sind ausgestreckt, der Markt wird sondiert und stets im Blick gehalten.

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Dennoch stellen sich Fragen: Was bedeutet ein Abschied von Bobic? Droht den Frankfurtern ein Zerfall? Auszuschließen ist das freilich nicht, doch insgesamt ist davon nicht auszugehen. Ein neuer Mann käme in einen organisch gewachsenen Klub, der sich auch von der Coronakrise nicht aus dem Tritt bringen ließ.

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Dafür verantwortlich zeichnete neben Bobic auch Axel Hellmann. Der Jurist ist das zweite von drei Gesichtern im Vorstand der Hessen. Hellmann ist Stratege, er hat wertvolle Sponsorendeals eingefädelt, auch der Bau der neuen Geschäftsstelle oder die Einführung einer neuen Vereins-App ist auf ihn zurückzuführen.

Neben ihm arbeitet mit Oliver Frankenbach der Finanzchef, der den Klub bestens kennt und wirtschaftlich auf sichere und gesunde Beine gestellt hat.

Hübner-Posten soll auf mehrere Schultern verteilt werden

Bewusst haben sich die Frankfurter dafür entschieden, die Aufgaben des im Sommer ausscheidenden Sportdirektors Bruno Hübner auf mehrere Schultern zu verteilen.

Ein Puzzleteilchen soll der jetzige Chefscout Ben Manga sein. Manga will den nächsten Karriereschritt gehen und aufsteigen, in Frankfurt leistet der "Perlentaucher" seit Jahren herausragende Arbeit. Er ist seit fünf Jahren für die Hessen tätig und wird von Hütter und Co. sehr geschätzt.

Möglicherweise bilden Manga und Gelson Fernandes bald schon ein Duo bei der Eintracht. Ex-Profi Fernandes äußert sich zwar grundsätzlich nicht zu Spekulationen. Doch das Sprachgenie wäre mit seiner Empathie, seinem Wissensdurst und Ehrgeiz ein Gewinn für den Klub. Die FIFA hatte den Schweizer nicht umsonst schon auf dem Zettel.

Spycher gilt als Kandidat für die Bobic-Nachfolge

Nicht zu unterschätzen ist zudem die Rolle von Philip Holzer, der als Aufsichtsratschef viele Kontakte hegt und pflegt und den Klub von der Pike auf kennt.

Der frühere Vorstandschef von Goldman Sachs ist bestens vernetzt in der Branche und bereits seit 2010 Mitglied im Aufsichtsrat der Frankfurter. Dieses Gremium zeichnet nun verantwortlich für die Suche nach einem Bobic-Nachfolger.

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Ein Name, der bereits gehandelt wird, ist der von Christoph Spycher. Der Schweizer arbeitet erfolgreich bei Young Boys Bern, wo er 2018 gemeinsam mit Hütter die Meisterschaft feiern durfte. Spycher war von 2005 bis 2010 Spieler und zwischenzeitlich auch Kapitän bei der Eintracht.

Doch es sind nicht nur der "Stallgeruch" und die erfolgreiche Arbeit in Bern, die den 42-Jährigen interessant machen. Er hat 2016 zusammen mit David Degen, Gerald Asamoah und weiteren Ex-Profis den Sportmanagement-Studiengang absolviert, den der FC Schalke 04 in Kooperation mit der Uni St. Gallen anbietet, und sich das nötige theoretische Rüstzeug geholt.

Abgang von Bobic ein Risiko, aber auch eine Chance

Der Abgang von Bobic bedeutet somit einerseits Risiko, da die Messlette hoch liegt. Aber ein Wechsel zu den Hessen bietet auch viele Chancen.

Der Manager-Markt ist groß und die Eintracht inzwischen eine attraktive Adresse. Der neue Mann kann Entwicklungen bei der Eintracht vorantreiben, dabei auf einen homogenen und gewachsenen Apparat bauen und die Frankfurter möglicherweise in das erste Champions-League-Jahr der Vereinsgeschichte führen.