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Frankfurt am Main - Die verbalen Giftpfeile fliegen zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt. Doch woher kommen diese Emotionen? Der Ursprung liegt knapp fünf Jahre zurück.

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Der 2:1-Erfolg von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt hatte zwar einige sportliche Geschichten zu bieten, doch diese verkamen zum Randaspekt.

Im Mittelpunkt standen stattdessen die Aussagen von Trainer Adi Hütter und Manager Frank Baumann.

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"Hier ist es immer speziell. Das hat mit einem Niveau nichts zu tun", erklärte Hütter bereits am Freitagabend den Grund für seine Gelbe Karte.

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Bei Sky90 legte er am Sonntag nach: "Wenn mir das passiert, dass einer meiner Mitarbeiter auf der Tribüne sitzt und auf den gegnerischen Trainer schimpft, dann kann ich garantieren, dass derjenige am nächsten Tag nicht mehr in meinem Team arbeitet."

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Werder vs. Eintracht: Rivalität nimmt 2016 Fahrt auf

Baumann ließ diese Aussage aber nicht auf sich sitzen und setzte bei Bild zum Konter an: "Dann müssten bei der Eintracht in den nächsten Tagen einige Posten frei werden. Auch wichtige Posten." 

Der Streit geht weiter - und das ist kein Zufall. Es ist eine Eskalation mit Vorgeschichte, das Rivalität zwischen Eintracht und Werder hat sich in den vergangenen fünf Jahren entwickelt.

Im Mai 2016 kämpften die beiden Klubs am letzten Spieltag um den Ligaverbleib, der Verlierer des Duells musste in die Relegation. Die Stimmung kochte bereits vor dem Anpfiff der Partie über, einige Werder-Fans hatten den Mannschaftsbus der Hessen auf dem Weg zum Stadion mit Flaschen und Eiern beworfen.

Die Bremer gewannen anschließend durch eine Last-Minute-Treffer mit 1:0. Frankfurt musste in die Relegation, in der sich die Eintracht knapp gegen Nürnberg durchsetzte.

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Hütter und Bobic erregen Werder

Seitdem ist auf dem Platz und auch fernab des Rasens viel Feuer drin. Hütter gab im Frühjahr 2019 sehr offen zu, dass ihn Werder nach Entlassung von Alexander Nouri aus Bern holen wollte, er seine Mission im Herbst 2017 aber noch nicht als beendet ansah.

Baumann war darüber weniger erfreut und bewertete die offenen Worte als Indiskretion nach einem "vertraulichen Gespräch". Sauer aufgestoßen ist den Bremern zudem ein Interview im Weser-Kurier im Oktober 2019.

Sportvorstand Fredi Bobic sagte damals über Trainer Florian Kohfeldt: "Er ist etwas zu emotional an der Linie. Das zeichnet ihn zwar aus, kommt aber beim äußeren Betrachter ein bisschen negativ rüber. Man muss aufpassen, da kann man sich als junger Trainer auch schnell verbrennen."

Der Europameister legte noch nach: "Wenn er den Job 20, 30 Jahre machen möchte, muss er aufpassen, dass er mit der Art nicht nach fünf Jahren fertig ist. Körperlich fertig, für das Herz ist das nicht gut."

Kohfeldt kontert sarkastisch

Kohfeldt reagiert pikiert und konterte sarkastisch: "Der Bundesliga-Trainerjob ist echt zeitintensiv. Deshalb muss ich meine Sporteinheit eben an den Spielfeldrand legen. Ich bin aber auch in sehr guten medizinischen Händen, die bestätigen mir regelmäßig, dass alles in Ordnung ist."

Es knistert an allen Ecken und Enden vor diesem Duell, die Protagonisten beäugen einander immer kritischer.

Das nächste Streitthema kam rund um das Europa-League-Sechzehntelfinale der Eintracht im vergangenen Jahr auf. Witterungsbedingt musste das Duell der Hessen gegen Salzburg um einen Tag von Donnerstag auf Freitag verschoben werden.

Streitthema Spielverlegung – Baumann verärgert

Aufgrund des dichten Terminkalenders waren der Deutschen Fußball Liga die Hände gebunden, sie musste die darauffolgende Bundesligapartie der Frankfurter in Bremen von Sonntag auf einen noch nicht festgelegten Termin verschieben.

Das Problem: Am Mittwochabend stand bereits das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen den beiden Teams auf dem Programm. Der Kalender war prall gefüllt, Pausen gab es zu diesem Zeitpunkt vor Ausbruch der Coronapandemie keine.

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Bremen befand sich zu diesem Zeitpunkt in der sportlichen Krise, war abstiegsbedroht. Die Hanseaten hatten das Duell gegen die Eintracht zu einem Endspiel erhoben und zeigten wenig Verständnis für die Wahl der DFL.

"Es wird mit der Wettbewerbsintegrität argumentiert. Aus meiner Sicht ist jetzt ein Wettbewerbsnachteil der einen Mannschaft zum Nachteil einer anderen geworden", sagte Baumann damals und sprach von einer "extrem schlechten Entscheidung".

Diesmal war es Hütter, der sich unfair beurteilt fühlte: "Ich appelliere an Empathie und Vernunft. Wir haben auch international viel für den deutschen Fußball getan."

Hinteregger stichelt gegen Selke

Ruhe im Karton? Von wegen! Aus dem Nichts goss Martin Hinteregger im vereinseigenen Eintracht-Podcast nach dem Saisonstart weiteres Öl ins Feuer: "Davie Selke ist ein Spieler, gegen den ich gerne spiele, weil ich weiß, ich bin besser. Das spornt mich noch mal mehr an. Gegen so einen spielt man auch gerne, um ihm zu zeigen: 'Hey, was bist du eigentlich für einer!?'"

Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, sagte vor dem direkten Duell: "Ich würde mich natürlich freuen, wenn Davie dem Hinteregger zeigt, dass er sehr torgefährlich ist."

Es war also kein Zufall, dass es – obwohl Selke nicht zum Einsatz kam – zwischen den Profis zu einer Rangelei nach Spielschluss kam und Hinteregger mittendrin war.

Der erfahrene Makoto Hasebe stellte nach der Niederlage bei DAZN fest: "Gegen Bremen ist es immer emotional. Manchmal ist es von beiden Seiten zu viel. Heute wurde zu viel auf dem Platz und der Tribüne geredet."

Fortsetzung folgt ...