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Bielefeld - Arminia Bielefeld rettet gegen Union Berlin ein torloses Remis. Das Debüt von Frank Kramer ist damit erfolgreich - trotz eines heftigen Zusammenpralls.

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Verletzungs-Schocks, zehn Minuten Nachspielzeit und viel Kampf: Arminia Bielefeld hat beim Debüt des neuen Coaches Frank Kramer einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gerettet. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Gegen Union Berlin waren die Gastgeber über weite Strecken zwar die unterlegene Mannschaft, nach viel Einsatz und Kampf hieß es allerdings 0:0. (Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen

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Bielefeld verpasst den ersten Sieg der Rückrunde und steht nach sechs Spielen in Folge ohne Sieg weiter auf dem Relegationsplatz. Union hält durch das Unentschieden Anschluss zu den Europacup-Plätzen. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

"Das Feuer und die Leidenschaft, die sie im Training gezeigt hat, die hat Mannschaft auch heute gezeigt", zeigte sich Kramer bei Sky nach seinem Debüt zufrieden: "Union hat nicht umsonst erst fünf Mal in der Saison verloren – aber wir haben sehr gut dagegengehalten. 

"Es war noch eine Menge Luft nach oben, es war aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Für den Punkt braucht sich die Mannschaft nicht schämen und ich finde, dass er auch verdient war", führte der 48-Jährige aus.

Bielefeld entließ Neuhaus überraschend

Am vergangenen Montag hatten die Bielefelder überraschend Aufstiegsheld Uwe Neuhaus entlassen und dafür Kritik aus der eigenen Fanszene erhalten. Vor allem die bisherige Rückrundenbilanz hatte den Ausschlag gegeben: In den ersten fünf Partien hatten die Bielefelder 17 Gegentreffer kassiert und nur einen Punkt geholt.

Vor der Partie hatte Arminias Geschäftsführer Samir Arabi die Entscheidung erklärt. 

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Gegen Union nahm Kramer drei Startelf-Änderungen vor. Den gelbgesperrten Fabian Kunze ersetzte Arne Maier, der von Neuhaus zuletzt nicht mehr berücksichtigt worden war. Zudem spielten in der Offensive die Winter-Neuzugänge Masaya Okugawa und Michel Vlap anstelle von Ritsu Doan und Andreas Voglsammer.

"Wenn ein neuer Trainer kommt, dann werden die Karten neu gemischt", sagte Maier bei Sky: "Er sagt uns klar wie wir spielen sollen. Und auf das heutige Spiel können wir aufbauen. Ich denke, so kann es bergaufgehen. 

Für die Berliner kehrte Andres Luthe nach drei Spielen zurück zwischen die Pfosten. Schon in der dritten Spielminute krachte der Keeper nach einem Freistoß der Arminia heftig mit Linksverteidiger Julian Ryerson zusammen. Beide bluteten und mussten minutenlang behandelt werden, konnten aber weitermachen.

Luthe: "Die Nase schmerzt" 

"Die Nase schmerzt, aber es geht mir gut", gab Luthe nach der Partie bei Sky Entwarnung: "Ich hatte vor ein paar Wochen eine Situation gegen Gladbach, wo es mir deutlich schlechter ging. Ich wusste, wo ich bin und wie der Spielstand war - daher ist alles gut." 

Er verabschiedete sich von dem Interview mit den Worten: "Ich werde jetzt noch getackert". 

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Nach der langen Behandlungspause war Bielefeld sofort wieder im Spiel. Angefeuert von den lautstarken Kommandos Kramers, agierte die Arminia gallig und machte früh Druck. Nach einem Ballgewinn kurz vor dem Strafraum der Unioner stand auf einmal Stürmer Sergio Cordova alleine vor Luthe, der aber unbeeindruckt von der Unterbrechung stark hielt (13.).

Union war anschließend bemüht, die Kontrolle zu übernehmen, ohne dabei wirklich zu Chancen zu kommen. Bielefeld machte es defensiv diesmal gut und ließ die Berliner Angriffsversuche abprallen. Die Gastgeber selbst versuchten, durch gezieltes Pressing immer wieder Nadelstiche zu setzen. Richtige Torgelegenheiten blieben aber aus, die Begegnung fand hauptsächlich im Mittelfeld statt und wurde von beiden Mannschaften intensiv geführt.

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In der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Defensiv-Reihen bestimmten das Spiel, und beim gefährlichen Kopfball von Marius Bülter war Arminia-Keeper Stefan Ortega zur Stelle (51.). Die Berliner wurden stärker, aber für einen Dreier reichte es nicht. 

"Wir hatten am Schluss viele Möglichkeiten, Arminia war aber heute auch sehr kompakt. Wir nehmen den Punkt mit", sagte Christopher Trimmel. 

Für Bielefeld geht es schon am Mittwoch weiter. Dann empfängt die Kramer-Elf Werder Bremen zum Nachholspiel. Mit einem Sieg könnten die Bielefelder zum ersten Mal seit dem 18. Spieltag die Abstiegsränge verlassen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)