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Dortmund und München - Nach wochenlangen Spekulationen klärt Marco Rose seine Zukunft. Die Trainerfrage beim BVB ist damit gelöst, doch der Wechsel wirft neue Fragen auf.

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Passenderweise am Rosenmontag schaffte Marco Rose Fakten.

Während das bunte Treiben bei den Karnevalsumzügen coronabedingt ausfiel, sorgte Roses Entscheidung, Borussia Mönchgladbach im Sommer in Richtung BVB zu verlassen, für viel Wirbel am Niederrhein und im Ruhrgebiet.

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Die Trainerfrage in Dortmund wäre für die neue Saison damit geklärt. Doch Roses Wechsel von der Gladbacher zur anderen Borussia wirft weitere Fragen auf.

Wann fiel Roses Entscheidung?

Die Spekulationen dauerten seit Wochen an, Rose selbst wich den Fragen nach seiner Zukunft immer wieder aus und reagierte zuletzt zunehmend genervt auf die anhaltenden Nachfragen.

Nach SPORT1-Informationen fasste Rose bereits Mitte vergangener Woche den Entschluss, den nächsten Schritt zu wagen. Am Montagmorgen informierte der 44-Jährige dann die Mannschaft und den Verein.

Wie lauten die Details des Deals?

Roses Vertrag in Gladbach lief noch bis Juni 2022, beinhaltete aber eine Ausstiegsklausel in Höhe von fünf Millionen Euro. Von dieser machte Rose nun Gebrauch.

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Seinen neuen Vertrag in Dortmund hat der gebürtige Leipziger nach SPORT1-Informationen noch nicht unterschrieben, bislang gibt es nur eine mündliche Einigung auf einen Dreijahresvertrag bis 2024. Ohne Ausstiegsklausel.

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Wie reagieren die Verantwortlichen auf den Trainerwechsel?

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte zu SPORT1: "Wir freuen uns sehr darüber, dass Marco Rose ab Sommer unser Trainer sein wird. Er ist bis dahin allerdings noch Angestellter von Borussia Mönchengladbach. Aus Respekt vor diesem tollen Klub werden wir vorerst nicht mehr dazu sagen."

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl hatte bis zuletzt auf einen Verbleib des Erfolgstrainers gehofft und bedauerte daher Roses Abgang. "Wir haben in den vergangenen Wochen viele Gespräche miteinander geführt, in denen es um die Zukunft von Marco ging. Leider hat er sich nun entschieden, dass er von einer Klausel in seinem bis Juni 2022 laufenden Vertrag Gebrauch machen und im Sommer zu Borussia Dortmund wechseln möchte", sagte Eberl.

Wie reagieren Gladbachs Fans auf Roses Abgang?

Das Fanprojekt Mönchengladbach hatte zuletzt noch über eine Statue für Rose nachgedacht, doch daraus wird nun nichts. "Den Betonmischer für das Denkmalfundament haben wir eben wieder abbestellt", sagte Thomas Ludwig, der Vorsitzende des Fanprojekts Mönchengladbach, dem SID.

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Erste Risse in der Beziehung zwischen Fans und Trainer traten nach der 1:2-Derbyniederlage gegen den 1. FC Köln zutage, als die Dachorganisation der Gladbacher Anhänger Roses Rotation scharf kritisierte. "Mit dem Derby spielt man nicht", schrieb das Fanprojekt auf Facebook: "Wer das Derby als idealen Zeitpunkt für ein Rotationsexperiment ansieht, hat Borussia Mönchengladbach nicht verstanden."

Verbaut sich Rose selbst einen guten Start beim BVB?

Auch wenn die Fans aktuell aufgrund der Corona-Pandemie nicht in den Stadien vor Ort sein können, steht Rose in der restlichen Saison besonders unter Beobachtung. Die Lage ist verzwickt.

Eberl bekräftigte, man werde bis Sommer "mit Marco gemeinsam alle Kräfte mobilisieren, um unsere Ziele in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League zu erreichen". Im Kampf um die erneute Qualifikation für die Königsklasse ist pikanterweise Roses zukünftiger Arbeitgeber aus Dortmund auf Platz sechs einer der Hauptkonkurrenten für den aktuellen Tabellensiebten Gladbach.

Um den aktuellen Kader zusammenzuhalten und Rose somit einen optimalen Arbeitseinstieg im Sommer zu ermöglichen, ist für den BVB die Teilnahme an der Champions League Pflicht.

Und Stichwort DFB-Pokal: Am 2. März empfängt Rose mit seinen Gladbachern die Dortmunder im Viertelfinale. Mehr Brisanz geht kaum.

Alle Video-Highlights des DFB-Pokals in der SPORT1-Mediathek und in der SPORT1 App

Was wird aus Dortmunds Interimstrainer Terzic?

Als Terzic Mitte Dezember Lucien Favre beerbte, stellten die Dortmunder gleich klar, dass der 38-Jährige als Interimstrainer bis Saisonende fungieren soll. Stand jetzt ist unklar, wie es mit Terzic weitergeht.

Sein Vertrag in Dortmund läuft noch über den Sommer hinaus. Nach SPORT1-Informationen würden die Schwarz-Gelben ihn gerne halten und in Roses Trainerteam integrieren. Allerdings hatte Terzic in der Vergangenheit auch schon mehrere Angebote als Cheftrainer in der Bundesliga ausgeschlagen, darunter nach SPORT1-Informationen bei Fortuna Düsseldorf nach der Entlassung von Friedhelm Funkel.

Wer wird neuer Gladbach-Trainer?

Erste Namen kursierten schon vor der kurzfristig für Montagabend angesetzten Sitzung von Aufsichtsrat und Präsidium rund um den Borussia-Park.

Jesse Marsch vom ehemaligen Rose-Klub RB Salzburg wurde ebenso genannt wie Florian Kohfeldt (Werder Bremen) oder Adi Hütter (Eintracht Frankfurt). Eine angebliche Kontaktaufnahme zu Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) hatte die Borussia zuletzt dementiert.

Bricht Gladbachs Team jetzt auseinander?

Zumindest das Trainerteam wird sich bei den Fohlen in großen Teilen neu aufstellen. Als ziemlich sicher gilt, dass Rose seine bisherigen Assistenten Alexander Zickler und René Maric mit nach Dortmund nehmen wird.

Könnten auch noch Gladbacher Spieler ihrem jetzigen Coach folgen? Florian Neuhaus reifte unter Rose bei Gladbach zum Nationalspieler. Wie SPORT1 exklusiv berichtete, hat der BVB großes Interesse an dem Mittelfeld-Allrounder, der für festgeschriebene 40 Millionen Euro im Sommer gehen könnte.

Das Gesicht der Mannschaft könnte sich aber noch weiter verändern. Abwehrchef Matthias Ginter hatte eine Entscheidung über eine Verlängerung seines bis 2022 laufenden Vertrags auf den Sommer verschoben und auch an den "Faktor Trainer" geknüpft.

Der Verbleib des heiß umworbenen Denis Zakaria ist ebenso fraglich wie die Zukunft anderer Leistungsträger wie Nico Elvedi oder auch Marcus Thuram und Alassane Pléa.

Dem drohenden Aderlass tritt Eberl entschlossen entgegen. "Kaputt kaufen" könne Dortmund die Gladbacher Borussia nicht, betonte Eberl kürzlich: "Das schafft der BVB nicht, und das schafft auch kein anderer Verein."