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Kann die Eintracht Fredi Bobic nur mit einer Gehaltserhöhung bis 2023 an sich binden? SPORT1 schätzt die Chancen der Hessen ein, den Sport-Vorstand zum Bleiben zu bringen.

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Kann die Eintracht Fredi Bobic nur mit einer Gehaltserhöhung bis 2023 an sich binden? Seit Wochen schon gibt es Gerüchte über ein Interesse von Hertha BSC.

Aussagen des Sportvorstands bei Sky heizten die Spekulationen weiter an: "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Das muss ich ganz offen sagen. Aber das habe ich auch schon immer gesagt - ob das vor einem oder zwei Jahren war."

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Eintracht geht weiter von Bobic-Verbleib aus

Nach SPORT1-Informationen geht man in der Führungsetage der Hessen weiterhin von einem Verbleib von Bobic über den Sommer hinaus aus. Unbestritten hat sich der Europameister von 1996 zu einem der Top-Manager der Bundesliga entwickelt und es ist kein Geheimnis, dass sich auch andere Klubs wie der VfL Wolfsburg oder RB Leipzig Gedanken um ihn gemacht haben. Bislang jedenfalls sah Bobic sein Projekt am Main noch nicht beendet und danach sieht es auch jetzt nicht aus.

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Dabei sind nicht nur sportliche Gründe ausschlaggebend. Natürlich: Die Eintracht kann erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions League erreichen, den nächsten Schritt in der Entwicklung schaffen.

Bobic will die Coronakrise in Frankfurt meistern 

Doch Bobic hat noch eine andere, viel größere Aufgabe zu meistern. Er will den Klub sauber durch die komplizierte und teils existenzgefährdende Coronakrise führen. Wie alle Profiklubs mussten auch die aufstrebenden Frankfurter eine Vollbremsung hinlegen, Umsatzhalbierung, fehlende Zuschauer- und Merchandisingeinnahmen haben wehgetan.

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Bobic hat im vergangenen Frühjahr die Zeichen der Zeit früh erkannt, auf einen zähen Transfermarkt hingewiesen und einen Gehaltsverzicht in enger Abstimmung mit den Vorstandskollegen und den Profis durchbekommen. "Wir gehen komplett offen mit unseren Spielern um. Wir haben komplett die Hosen runtergelassen und ihnen gezeigt, wie die wirtschaftliche Situation ist", sagte er im Check24 Doppelpass bei SPORT1. (Bobic erklärt Gehaltsverzicht)

Würde ein Wechsel nach Berlin Sinn ergeben?

Auch Bobic selbst, Axel Hellmann (Marketing-Vorstand) und Oliver Frankenbach (Finanz-Vorstand) nehmen sich davon nicht aus. Ob er in diesen Zeiten auf eine Gehaltserhöhung pocht? Äußerst fragwürdig.

Zudem stellt sich die Frage: Würde ein Wechsel nach Berlin Sinn ergeben? In Frankfurt hat Bobic in bald fünf Jahren für enorme Stabilität und Kontinuität gesorgt. Der Klub ist homogen gewachsen, alle Positionen sind mit Fachmännern besetzt und mit dem Bau des neuen Profi-Campus ist der nächste Meilenstein in der Mache.

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Bei Hertha würde Bobic das Gegenteil vorsehen: Viel Chaos, eine falsch zusammengestellte Mannschaft, Abstiegsangst, enorm viel Geld verbrannt – ist das tatsächlich in der jetzigen Lage reizvoll? Statt Chance kann am Ende auch ganz schnell ein Karriereknick in der Vita auftauchen.

Nach Hübner-Abgang stellen sich weitere Fragen

Man stelle sich vor, die Eintracht erreicht tatsächlich die Königsklasse und darf im September vor Fans gegen Real Madrid, Barcelona oder Manchester City antreten – und der Baumeister des Erfolgs ist nicht mehr da? Der Zeitpunkt für einen Abgang wäre unpassend, er würde nicht zu Bobic passen., zumal er aktuell die Struktur im Verein etwas umbaut.

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Die Zeit von Sportdirektor Bruno Hübner endet im Sommer nach zehn Jahren, in der kommenden Woche sind nach SPORT1-Informationen erste Weichenstellungen zu erwarten. Wer folgt nach? Wie stellt sich der Klub auf dieser Position auf? Bleibt Chefscout Ben Manga? Es sind wichtige strategische Fragen, die es zu klären gilt.

Auch bei Bobic-Abgang: Eintracht ist stabil aufgestellt

Auch wenn die Verantwortlichen in Frankfurt von einem Verbleib von Bobic ausgehen, sieht man sich auch bei einem Abgang für die Zukunft gerüstet.

Der Slogan, dass niemand größer als der Verein sei, trifft auf die Hessen inzwischen zu. Ein möglicher Nachfolger käme in einen sehr gut aufgestellten Klub und könnte nahtlos an die Arbeit von Bobic anknüpfen. Doch diese Gedankenspiele hegt aktuell niemand am Main.