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Sami Khedira verkörpert die neuen Hoffnungen bei Hertha BSC. Der Weltmeister von 2014 will das Team führen, aber keine Sonderstellung haben.

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"Ich bin gegangen, wie ich gekommen bin: Mit einem Lachen", sagt Sami Khedira bei seiner Vorstellung bei Hertha BSC über seinen Abschied von Juventus Turin. 

"Ich habe dort fünfeinhalb fantastische Jahre verbracht. Aber jetzt ist Hertha BSC", führte der 33-Jährige aus, der nun als Hoffnungsträger des - mal wieder - kriselnden Hauptstadt-Klubs fungiert. Eine Sonderstellung im Kader beansprucht er aber nicht. 

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"Ich komme nicht hier hin und bin der Big Boss. Ich bin ein normaler Mann im Team. Es gibt Spieler die mehr zu sagen haben, das ist ein bisschen mein Naturell. Aber ich bin ein normaler Fußballer, der hier seinen Teil beitragen will. Ich will meine Erfahrung einbringen und auch mal klare Ansagen machen. Ich komme aber nicht hier hin um mich als der große Boss und der große Retter aufzuspielen. Ich bin ein Teil des Teams", stellte Khedira klar. 

Plötzlich Abstiegskampf für Khedira

Vor mehr als zehn Jahren hatte der Weltmeister von 2014 Deutschland in Richtung Madrid verlassen. Nach seiner Zeit bei Real folgte der Wechsel zu Juventus. Plötzlich heißt es Abstiegskampf statt Meisterrennen.

"Es ist keine Degradierung, nicht um Titel mitzuspielen. Im Gegenteil, das ist eine talentierte Mannschaft", versicherte Khedira, der sich als den richtigen Mann für die Hertha im Abstiegskampf sieht: "Jetzt geht es ums Überleben, wir müssen gewinnen, kämpfen, Mentalität und Leidenschaft zeigen. Ich bin davon überzeugt, dass ich mit meinen Charaktereigenschaften dabei helfen kann." 

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Am Deadline Day gelang dem Hauptstadtklub durch die Verpflichtung des 77-maligen deutschen Nationalspielers ein echter Coup. Khedira hat allerdings kaum Spielpraxis, weswegen er Zweifel auch nachvollziehen kann. "Mein Fitnesswert ist gut, die fußballspezifischen Einheiten hatte ich auch", beruhigte er: "Wenn man mit solchen Weltklassespielern wie Cristiano Ronaldo, Giorgio Chiellini und Alex Sandro trainiert, ist man stets gefordert."

Khedira: "Ich fühle mich jünger"

Daher fühlt sich Khedira auch schon für das kommende Heimspiel am Freitag gegen den FC Bayern "körperlich und mental definitiv einsatzbereit".

Ohnehin fühle er sich "jünger als das Alter, mit dem ich hier herkomme". Herthas Sportdirektor Arne Friedrich sieht das ähnlich. "Alter ist nicht so wichtig. Es gibt ja auch noch das biologische Alter und da sehe ich ihn als 28-Jährigen", sagte der 41-Jährige bei der Vorstellung Khediras. 

Friedrich spielte mit Khedira noch zusammen bei der Nationalmannschaft und ist begeistert, dass es mit dem Transfer geklappt hat: "Ich freue mich sehr, dass Sami hier ist. Ich sitze neben einem Weltmeister. Ich komme mir so vor wie damals bei der Nationalmannschaft. Er bringt so viel Erfahrung mit. Dass er mit dieser Vita so bodenständig spricht, das ist einfach klasse. Er wird uns weiterhelfen und ich finde es toll, dass so ein verdienter Spieler die Eigenschaft besitzt, sich selbst nicht zu groß zu sehen."

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Vertrag am Flughafen unterschrieben

"Ich habe die Bundesliga und die Hertha von außen verfolgt. Es wird so dargestellt, dass es eine schwierige Mannschaft ist, bei der es aber an nicht viel fehlt. Ich muss mir mein eigenes Bild machen", meinte Khedira zu seiner neuen Aufgabe. 

Seinen Vertrag bis zum Saisonende hatte er am Flughafen unterschrieben. Er entschied sich auch wegen des Hauptstadt-Flairs für Hertha. "Ich habe einige Freunde aus dem Schwabenland hier, die nach Berlin gezogen sind", sagte der gebürtige Stuttgarter. 

"Ich finde die Stadt unglaublich spannend und explosiv, und so ist auch Hertha." Allerdings sei er "nicht hierhergekommen, um Sehenswürdigkeiten anzuschauen, sondern um Fußball zu spielen und erfolgreich zu sein!"