Lesedauer: 4 Minuten

Robert Lewandowski trifft und trifft. Doch jünger wird auch der Weltfußballer nicht - könnte ihm Erling Haaland oder André Silva bei den Bayern nachfolgen?

Anzeige

Robert Lewandowski befindet sich nun schon so lange in einer solch bestechenden Form, dass die Frage legitim erscheint: Was würde der FC Bayern eigentlich ohne den Weltfußballer machen? 

"Da müssen wir wahrscheinlich noch ein paar Jahre warten. Das kann ich sagen, wenn ich ein bisschen älter bin", lachte der 32-Jährige auf SPORT1-Nachfrage am Dienstag beim Pressetalk zu einem möglichen Erben, wurde dann aber auch recht konkret:

Anzeige

"Allgemein, wenn wir über Stürmer in der Bundesliga sprechen, gibt es drei oder vier richtig gute. Wenn wir nach Frankfurt schauen oder zur Borussia (Dortmund, d. Red.), da gibt es Spieler, die viele Tore schießen können, aber auch interessant sind, weil sie Zweikämpfe gewinnen. Das ist wichtig für die Mannschaft."

Es dürfte dabei kein Geheimnis sein, an welche beiden Spieler Lewandowski bei dieser Aussage gedacht hat: André Silva und Erling Haaland. 

Meistgelesene Artikel
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Flick: Habe mit Kahn gesprochen
  • Fussball / Champions League
    2
    Fussball / Champions League
    Kurioses Kroos-Telefonat vor CL-Duell
  • Fussball / Bundesliga
    3
    Fussball / Bundesliga
    Götze nach Frankfurt? Das sagt Bein
  • Fussball / Bundesliga
    4
    Fussball / Bundesliga
    Nächste Entscheidungen um Hertha
  • Fussball / Bundesliga
    5
    Fussball / Bundesliga
    Experten-Schelte von Effenberg

Doch wie gut sind die beiden Torjäger wirklich und kann es einer von ihnen schon im Ansatz mit Lewandowski aufnehmen? SPORT1 macht den Fakten-Check.

André Silva als Stürmer der Stunde

André Silva ist aktuell der Stürmer der Stunde in der Mannschaft der Stunde von Eintracht Frankfurt. Doch kann er Robert Lewandowski tatsächlich irgendwann beim FC Bayern beerben?

Wie der Pole ist Silva technisch stark, beidfüßig, gut im Kopfball und überragend vom Elfmeterpunkt. Zehn Tore erzielte er mit rechts, drei mit links und drei per Kopf.

Er arbeitet zudem viel und hatte mit 659 Ballkontakten nur elf weniger als der Pole. Seine Fehlpassquote liegt bei 24,6 Prozent. 

Silvas vielleicht größter Schwachpunkt: Das fehlende Tempo. Sein Top-Speed liegt mit 32,9 km/h unter den Werten von Lewandowski (33,5 km/h) und Haaland (35,2 km/h). Es stellt sich aber die Frage, ob ein Stürmer des FC Bayern auch zwingend ein Supersprinter sein muss. 

Christopher Michel (SPORT1-Reporter Südwest): Silvas Vertrag bei der Eintracht läuft noch bis 2023, die Münchner müssten mehr als 30 Millionen Euro für ihn bezahlen. Dass Real-Rückkehrer Luka Jovic noch auf seinen Startelfeinsatz wartet, liegt nicht nur an fehlender Fitness, sondern vor allem an der starken Silva-Form. Aber: Der Weg zum Lewandowski-Nachfolger beim FC Bayern ist noch ein weiter. Dafür muss Silva noch zwei bis drei Jahre auf hohem Niveau performen und Erfahrung in der Champions League sammeln. Ich finde, die Eintracht ist derzeit daher der perfekte Verein für den Portugiesen.

Haaland muss spielerisch noch zulegen

No Haaland, no Party - der Norweger ist die Lebensversicherung von Borussia Dortmund (22 Tore, 6 Assists in 22 Saisonspielen). In der Bundesliga sind es 14 Tore und vier Vorlagen in 15 Spielen.

Kaum auszudenken, wo die Dortmunder in dieser ohnehin schon schwierigen Saison ohne ihn stünden. 

12 seiner Bundesliga-Tore hat Haaland mit seinem starken linken Fuß erzielt, eines mit dem Kopf und eines mit rechts. Obwohl der 20-Jährige zehn Zentimeter größer ist als Lewandowski, ist das Kopfballspiel (noch) nicht seine Stärke - er traf insgesamt erst zweimal in der Bundesliga per Kopf. 

Spielerisch hat Haaland im Gegensatz zu Lewandowski und Silva auch seine Nachteile. Er bestreitet deutlich weniger Zweikämpfe und kommt nur auf 371 Ballkontakte - bei einer Fehlpassquote von 33 Prozent. 

Auch in Sachen Großchancen muss der Mittelstürmer noch nachlegen: Er verwertet nur 56,3 Prozent von diesen. Lewandowski kommt auf 70,6 Prozent und Silva sogar auf 76,9 Prozent. 

Patrick Berger (Chefreporter SPORT1): Das Zeug zum Lewandowski-Erben hat der Torweger jetzt schon. Er trägt die absolute Siegermentalität in sich. Erling hasst es, zu verlieren, ist nach Niederlagen im Teambus stundenlang nicht ansprechbar. Er ordnet alles dem Erfolg unter, kümmert sich akribisch um seinen Körper, lebt nach dem Bio-Hacking-Prinzip, macht täglich Yoga und meditiert. Haaland träumt vom Champions-League-Titel. Den wird er mit dem BVB nicht holen. Der Stürmer hat in Dortmund zwar noch Vertrag bis 2024, könnte aber schon im nächsten Jahr wegen einer 75-Mio.-Euro-Klausel gehen. Meine Meinung: Haaland wird trotzdem nicht zu den Bayern gehen. Das würde allein schon BVB-Boss Hans-Joachim Watzke mit aller Kraft verhindern wollen. Ein Wechsel nach England, wo Haaland geboren und aufgewachsen ist, erscheint mir am wahrscheinlichsten.