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Die Pleite in Freiburg hat die Torwart-Debatte bei Borussia Dortmund neu befeuert. Roman Bürki und Marwin Hitz schwächeln. Für wen entscheidet sich Trainer Edin Terzic?

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"So ein Ei bekommst du als Torwart mal", sagte Trainer Markus Babbel als Gast im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 und fügte vielsagend hinzu: "Es passt zur Situation von Borussia Dortmund." (SERVICE: Alles zur Bundesliga)

Babbel sprach jene Szene in der 52. Minute bei der BVB-Niederlage beim SC Freiburg an. Jonathan Schmid hatte von der rechten Strafraumgrenze auf das kurze Eck gezogen, vom Pfosten prallte der Ball gegen den Unteram von Marwin Hitz und von dort ins Tor zum 0:2. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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"Den muss er halten, das ist gar keine Frage", betonte Heribert Bruchhagen ebenfalls im CHECK24 Doppelpass und nahm Hitz auch beim 0:1 nur drei Minuten zuvor durch einen Distanzschuss von Wooyeong Jeong nicht aus der Verantwortung: "Mein Gefühl sagt mir, dass der nicht unhaltbar war."

Klar ist: Die 1:2-Pleite in Freiburg hat die Torwartdiskussion bei der Borussia zusätzlich befeuert. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

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Hitz Sieger im Torwartgipfel

Rückblende: Nach Dortmunds 2:4-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach am 22. Januar hatte es nach SPORT1-Informationen einen schwarz-gelben Torwartgipfel gegeben. Die beteiligten Personen: Roman Bürki, Trainer Edin Terzic, Torwarttrainer Matthias Kleinsteiber, Sportdirektor Michael Zorc und Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. In diesem Gespräch wurde Bürki klargemacht, dass der BVB vorerst auf Hitz setzen will. 

Kurz darauf verletzte sich Bürki an der Schulter, Hitz rückte zwangsläufig zwischen die Pfosten. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Bürki blieb in sieben Spielen unter Terzic nur einmal ohne Gegentor. Zwar zeigt der Schweizer immer wieder starke Reflexe, hat aber Defizite in der Strafraumbeherrschung um im Aufbauspiel. In den Ligaspielen gegen Mainz (1:1), Leverkusen (1:2) und Gladbach (2:4) sah Bürki teilweise nicht gut aus. 

Von Hitz hatten sich die BVB-Entscheidungsträger ein wenig mehr Ruhe und eine feinere Spieleröffnung erhofft. Doch schon beim mühsamen Pokalerfolg gegen Zweitligist Paderborn sah Hitz beim ersten Gegentor nicht gut aus. Nach dem nächsten empfindlichen Rückschlag in Freiburg stecken die BVB-Verantwortlichen endgültig im Torwartdilemma.

Und ob Terzic nach den Hitz-Patzern auch wirklich bei der im Torwartgipfel besprochenen Lösung bleibt, ist fraglich. Nach dem Freiburg-Spiel ist das Thema wieder eröffnet.

Alle Video-Highlights des DFB-Pokals in der SPORT1-Mediathek und in der SPORT1 App

BVB "braucht Torwart der europäischen Spitzenklasse"

"Die Borussia hat keinen Torhüter hinten drin, der die Situation im Griff hat", sagte SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp im CHECK24 Doppelpass: "Bei den Ansprüchen brauchen sie auch einen Torwart der europäischen Spitzenklasse."

Der Vertrag von Hitz läuft diese Saison aus. Der Kontrakt von Bürki wurde im Vorjahr verlängert.

Auch wenn sich die Dortmunder mit Blick auf einen Umbruch des Kaders ab sofort auch die Position zwischen den Pfosten genauer anschauen - es ist nicht wahrscheinlich, dass im Sommer eine neue Nummer 1 geholt wird. 

Den 30 Jahre alten Ungarn Péter Gulácsi vom Ligarivalen RB Leipzig haben die Bosse nach SPORT1-Informationen im Auge, er hat eine Ausstiegsklausel. Diese 15 Millionen müssten in Corona-Zeiten allerdings auch erst einmal gestemmt werden.

Gehandelt wird auch der frühere Stuttgarter Odysseas Vlachodimos, aktuell bei Benfica Lissabon tätig. An den Gerüchten um André Onana von Ajax Amsterdam, dem kürzlich eine einjährige Dopingsperre aufgebrummt wurde, ist dagegen nichts dran, er war nie ein Kandidat.

Zorc als Bürki-Fürsprecher

Drängender ist die Frage, auf wen Terzic für die restliche Saison setzt. Der BVB-Trainer lässt sich nicht in die Karten schauen, sagte vor dem Spiel in Freiburg auf SPORT1-Nachfrage: "Ich rede jetzt nicht über die Aufstellung, die in zehn oder 14 Tagen ist."

Im nächsten Bundesligaspiel gegen Hoffenheim wird Hitz auf jeden Fall nochmal im Tor stehen. Danach könnte Bürki zurückkehren und vielleicht in den wichtigen Achtelfinalspielen der Champions League gegen Sevilla sein Comeback feiern.

Aktuell lässt er sich täglich an der verletzten Schulter behandeln, soll Ende der neuen Woche auf den Platz zurückkehren und vorsichtig individuell trainieren. SPORT1 weiß: In Zorc hat Bürki einen wichtigen Fürsprecher. 

Wie auch immer Terzic sich entscheidet, sowohl Bürki als auch Hitz müssen sich steigern. "Hinten", sagte Abwehrchef Mats Hummels nach dem Spiel in Freiburg, "ist gefühlt jeder Schuss drin." Das liegt nicht nur an Dortmunds Torhütern. Aber auch.