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Hans-Joachim Watzke bleibt Borussia Dortmund wohl noch länger erhalten. Das ist gut so, findet SPORT1-Chefreporter Patrick Berger. Ein Kommentar.

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Nein, Hans-Joachim Watzke ist kein spontaner Typ. Er trifft Entscheidungen auch nur selten aus dem Bauch heraus. Wenn der gebürtige Sauerländer, der für seinen trockenen Humor und seine direkte Art bekannt ist, etwas macht, oder gar sagt, dann ist das im Vorfeld reiflich überlegt.

Dass er seinen Verbleib über den 31. Dezember 2022 als Geschäftsführer Sport, Kommunikation und Personal beim börsennotierten BVB ausgerechnet im Wirtschaftsmagazin Handelsblatt angedeutet hat, ist natürlich alles andere als Zufall. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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"Es ist völlig ausgeschlossen, dass ich in der größten Krise von Bord gehe", sagte Watzke. Und Präsident Dr. Reinhard Rauball pflichtete dem bei SPORT1 bei: "Wir beide, Aki und ich, sind der klaren Auffassung, dass man das Schiff nicht verlassen kann, wenn aktuell eine solch bedrohende Situation herrscht."

Watzke wird seinen Vertrag verlängern

Nach diesen klaren Aussagen kann Watzke gar keinen Rückzieher mehr machen – er wird seinen Vertrag verlängern und damit weiterhin die Strippen beim zweitgrößten deutschen Klub ziehen. Und diese Entscheidung ist richtig und wichtig für Borussia Dortmund!

Warum?

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Weil Watzke ein Macher ist. Der Diplom-Kaufmann gründete 1990 ein Textilunternehmen und wurde damit reich. (Die Tabelle der Bundesliga)

2001 stieg er als Schatzmeister bei der Borussia ein, rettete den Pott-Klub 2005 als alleiniger Geschäftsführer vor dem Bankrott und machte ihn zu einem europaweit anerkannten und vor allem wirtschaftlich gesunden Top-Verein.

Watzke hat ein großes Netzwerk

850 Mitarbeiter arbeiten unter Watzke. Dass sie trotz Corona-Pandemie nicht in Kurzarbeit gehen mussten, ist sicher auch der Verdienst ihres Chefs, der gemeinsam mit den anderen beiden Geschäftsführern Carsten Cramer (Marketing) und Thomas Treß (Finanzen) äußerst erfolgreich die schwarz-gelben Geschicke leitet.

Watzkes Einfluss innerhalb und außerhalb des deutschen Fußballs ist groß, sein Netzwerk weitreichend. Der BVB-Boss ist Vorstandsmitglied der European Club Association (ECA) und regelmäßig im Austausch mit Branchengrößen wie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, Juve-Boss Andrea Agnelli oder Tottenham-Starcoach José Mourinho.

Auch Watzke hat Fehler gemacht

Sicherlich: In den vergangenen 16 Jahren an der BVB-Spitze machte auch Watzke nicht immer alles richtig, traf einige falsche Entscheidungen (viele Trainerwechsel, fragwürdige Rückholaktionen) – doch der nimmermüde Arbeiter, der durchaus - so sagen Insider - ein Sturkopf sein kann, tut der Borussia mit seinem kühlen Durchblick und seinem vernünftigen Wirtschaften gerade in der Corona-Pandemie gut.

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Hinzu kommt: Ein geeigneter Watzke-Erbe ist aktuell (noch) nicht in Sicht.

Mit dem bevorstehenden Aus im Juni 2022 von Michael Zorc als Manager gibt es ohnehin schon einen großen Personal-Wechsel beim BVB. Da können die Dortmunder - vor allem inmitten einer bedrohenden Krise für den deutschen Fußball - eine Konstante in der Führung sehr gut gebrauchen – und die heißt Hans-Joachim Watzke.