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Frankfurt am Main - Was war das für ein Comeback? Luka Jovic schießt Eintracht Frankfurt per Doppelpack zum Sieg gegen Schalke. Die Champions-League-Ränge rücken näher.

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In der 62. Minute war es am Sonntagabend so weit: 611 Tage nach seinem letzten Auftritt im Trikot von Eintracht Frankfurt wurde Leihgabe Luka Jovic gegen den FC Schalke 04 eingewechselt.

Und es kam, wie es gegen seinen Lieblingsgegner (sieben Tore in sechs Duellen) kommen musste. Der Serbe zeigte zehn Minuten später seine ganze Klasse und versenkte die Hereingabe von Filip Kostic technisch perfekt im Kasten von Ralf Fährmann.

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Kurz vor Abpfiff vollendete Jovic einen weiteren Konter über Kostic und rundete einen für die Eintracht sehr gut gelaufenen Spieltag ab. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Hübner und Hütter freuen sich über Jovic-Tore

"Das war typisch Luka Jovic. Er hat gezeigt, dass er kaum Chancen braucht und immer da steht, wo es gefährlich wird. Sein Wahnsinnsabschluss tut uns gut", frohlockte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.

Trainer Adi Hütter stellte ebenfalls fest: "Wir sind sehr froh, dass Luka zurückgekommen ist. Mit zwei Traumtoren hat er seine Klasse gezeigt. Viele hauen den ersten Schuss viele Meter über das Tor, ihm gelingen in 35 Minuten eben zwei Tore."

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Und selbst Real-Coach Zinedine Zidane schickte aus dem fernen Madrid einen Gruß an den Main, er schien nicht im Geringsten überrascht: "Er weiß, wo das Tor steht. Ich freue mich für ihn und wünsche ihn nur das Beste. Ich hoffe, dass er eines Tages auch bei uns so spielt wie in Frankfurt."

Eintracht nimmt die Champions League in den Blick

Die Eintracht befindet sich mit Jovic weiter auf dem Vormarsch. Anfang Dezember steckte die Eintracht nach einer 1:2-Niederlage in Wolfsburg noch im grauen Mittelfeld der Tabelle fest. Auf ein Unentschieden in Gladbach folgte dann aber die Erfolgsserie.

Nach Siegen gegen Augsburg, Leverkusen, Mainz und Schalke belegen die Hessen den siebten Rang – und können mit nun 26 Punkten sogar auf die Top 4 (drei Punkte Rückstand auf Dortmund und Leverkusen) blicken. (Tabelle der Bundesliga)

"Wir sehen die Tabelle und wissen, wo wir stehen", sagte Hütter auf Nachfrage von SPORT1. Der Österreicher rechnete vor: "Der Sieg war sehr wichtig, weil wir nach dem späten VfB-Tor nun auch Mönchengladbach überholt haben."

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Jovic hat in Madrid viel gelernt

Hütter hebt dabei die eigene Qualität hervor: "Ich bin überzeugt von unserer Mannschaft." Vor allem hat der Eintracht-Trainer mit Rückkehrer Jovic ein wichtiges Puzzleteil im Rennen um die europäischen Plätze hinzugewonnen.

Der 23-Jährige hat trotz Reservistendaseins bei Real Madrid in La Liga und Champions League viel hinzugelernt. Wer mit Sergio Ramos, Karim Benzema, Toni Kroos oder Luka Modrić zusammentrainieren darf, der sammelt auch als Ersatzmann wertvolle Erfahrung.

Die beiden Treffer gegen Schalke waren kein Zufallsprodukt, sie zeigten eine Weiterentwicklung des bulligen Stürmers. Er kann somit zum Unterschiedsspieler werden.

"Die Mannschaft ist nicht schlechter als diejenige, die ich verlassen habe. Ich glaube, dass wir jetzt noch besser werden", stellte Jovic nach seinem ersten Einsatz fest.

Top-Sturmduo zusammen mit André Silva

Hütter kann mit ihm und André Silva, der bereits seinen zwölften Saisontreffer erzielte, auf ein Top-Duo zurückgreifen.

"Es ist eine Ehre, mit einem so guten Profi zusammenzuspielen. André ist ein sehr guter Mensch. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft zusammen erfolgreich sind", meinte der Rückkehrer.

Der Frankfurter Weg führt aktuell scheinbar unaufhaltsam nach oben. Als eine von fünf Bundesliga-Mannschaften hat die Eintracht nur zwei Partien verloren. Die Abwehr wird immer stabiler, der Angriff gefährlicher.

In einem Kommentar kurz nach Saisonbeginn forderte SPORT1 noch: "Alle Baustellen wird Bobic bis zum 5. Oktober wohl nicht mehr geschlossen bekommen. Doch mit zwei Sofortverstärkungen für Angriff und Flügel (…) kann die Marschrichtung Champions League statt Mittelfeld lauten."

Eintracht hat enormes Offensivpotenzial

Seitdem kamen Amin Younes als flexibel agierende Offensivkraft und inzwischen auch Jovic zu den Frankfurtern. Qualität und Potenzial sind somit deutlich gestiegen – und im Gegensatz zur zu diesem Zeitpunkt schon müde wirkenden Konkurrenz aus Gladbach oder Leverkusen gibt es keine Doppel- oder Dreifachbelastung (mehr).

Die Eintracht geht daher auf Augenhöhe oder gar als Favorit in die kommenden Duelle in Freiburg und Bielefeld, gegen Berlin und Hoffenheim. Sportvorstand Fredi Bobic hat, wie auch die Mannschaft in den vergangenen Wochen, geliefert.

Die Serie kommt zum richtigen Zeitpunkt – und mit Jovic ist ein schlagkräftiges Argument dazugekommen, dass sie noch eine Weile hält.

Reicht es sogar für die erste Champions-League-Teilnahme der Vereinsgeschichte?