Lesedauer: 4 Minuten

Mönchengladbach - Mönchengladbachs zweimaliger Torschütze gegen den FC Bayern verrät, dass die Treffer genauso im Vorfeld der Partie vom Trainerteam geplant worden seien.

Anzeige

Um 22.21 Uhr wurde der müde Dauerläufer dann in den wohl verdienten Feierabend geschickt.

Jonas Hofmann wurde in der 88. Minute für Oscar Wendt ausgewechselt und fieberte in der heißen Schlussphase im Borussia Park von der Bank mit. Immer wieder sprang der Doppel-Torschütze auf, fuchtelte mit den Armen, gestikulierte.

Anzeige

Kurz darauf war Schluss!

Der CHECK24 Doppelpass mit Fredi Bobic und Emil Forsberg am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Nach dem 3:2-Sieg gegen die Bayern fielen sich Hofmann, der Matchwinner, und Marco Rose, der Gladbacher Trainer, erleichtert in die Arme. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Auch interessant

"Wir haben gesehen, wie wichtig Hoffi für uns ist", sagte Rose nach dem Spiel auf SPORT1-Nachfrage. "Er hat das heute mit drei Torbeteiligungen untermauert. Er ist ein wichtiger Faktor, der uns im Dezember total gefehlt hat."

Mit Hofmann läuft es wieder bei Gladbach

Mit Hofmann läuft es bei den Fohlen wieder. Kaum ist der 28-Jährige nach seinem Muskelbündelriss zurück, gewinnt die Borussia wieder ihre Spiele: Der Sieg im DFB-Pokal gegen Elversberg (5:0) kurz vor Weihnachten, das 1:0 in Bielefeld vorige Woche - da bereitete Hofmann den Siegtreffer durch Breel Embolo vor - und jetzt das 3:2 gegen den Rekordmeister.

Gegen den Triplesieger war Hofmann der entscheidende Faktor. Der Neu-Nationalspieler machte noch vor der Pause dank seiner starken Tiefenläufe das 1:2 (36.) und 2:2 (45.), indem er der Bayern-Abwehr und allen voran dem pomadigen Niklas Süle davonlief und zudem eiskalt vor Welttorhüter Manuel Neuer blieb. (Tabelle der Bundesliga)

"Jonas Hofmann kommt zwei Mal aus der Tiefe und läuft sehr gut hinter die Abwehrreihe", ärgerte sich Bayern-Coach Hansi Flick. "Beim ersten Gegentor geht David Alaba ein bisschen zu früh raus und verlässt die Linie. Da muss er eher absinken und die Tiefe sichern. Aber diese Entscheidungen muss man im Bruchteil einer Sekunde treffen."

Hofmann: Tore waren "so geplant"

Nach dem 0:2-Rückstand habe man "zwei Tore gemacht, die wir uns genauso vorgestellt haben", sagte Matchwinner Hofmann. "Das war so geplant. Bayern verteidigt hoch, wir wollten hinter die Kette kommen. Es war vom Trainer vorher so ganz strikt vorgegeben, dass ich immer wieder in die Tiefe gehen soll, damit Lars Stindl und Denis Zakaria in den Halbräumen mehr Platz haben. Du brauchst dann natürlich auch die Spieler, die die Pässe dann so reinspielen."

Nach Rose-Befehl: Hofmann sprintet mitten ins Bayern-Herz!

Der Trainer erklärt den Matchplan: "Mit Hoffis Tor ist eigentlich viel vom den aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten im 4-2-2-2 bzw. 4-4-2 verteidigen und dann mit Ball Hoffi immer wieder in die letzte Linie bringen und Lars eher zwischen den Linien spielen lassen, weil das seine Stärke ist. Zak (Denis Zakaria) sollte mit seiner Dynamik auch Tiefe suchen, aber vor allem wenn Hoffi hoch ist, sollte er die beiden Sechser mit unterstützen in der Defensive."

Das klappte mit Bravour.

Hofmann legt Neuhaus das Siegtor auf

Hofmann legte zudem das entscheidende 3:2 durch Florian Neuhaus auf. Der Siegtorschütze sagte: "Ich wurde von Hoffi super freigespielt. Der Ball lag dann gut auf meinem rechten Fuß. Schön, dass er reingekommen ist." Überhaupt sei Hofmann "eine Waffe", wie Neuhaus findet. "Wenn er losrennt, ist er nur sehr schwer zu verteidigen. Heute hat man gesehen wie wichtig er für uns ist. Er hat das gut gemacht. So cool zu bleiben vor Manuel Neuer, das kann auch nicht jeder."

Dank seiner Leistungsexplosion in dieser Saison darf sich Jonas Hofmann (14 Torbeteiligungen in 14 Pflichtspielen) nun auch berechtigte Hoffnungen machen, im Sommer bei der EM dabei zu sein. Unter Bundestrainer Jogi Löw feierte der Spätzünder im Oktober sein DFB-Debüt beim 3:3 gegen die Türkei, beim 1:0-Sieg im Test gegen Tschechien im November verletzte sich der gebürtige Heidelberger. Springt er auf den EM-Zug auf?

Rose zu den DFB-Chancen seines Stars: "Das entscheide nicht ich. Wenn ich könnte, würde ich alle meine Jungs in die Nationalmannschaft singen. Das bringt aber nichts. Die Jungs wollen das auch gar nicht. Sie wollen mit Leistung überzeugen. Den Rest müssen dann andere entscheiden."