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München - Beim FC Bayern läuft es im neuen Jahr noch unrund. Ein Titel ist schon weg. Bei SPORT1 nimmt Ex-Bayer Markus Babbel Trainer Hansi Flick in die Pflicht.

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Das Pokal-Aus in Kiel hat Wirkung gezeigt.

Vor dem Spiel des FC Bayern gegen den SC Freiburg am Sonntag (Bundesliga: FC Bayern - SC Freiburg, ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) ist Cheftrainer Hansi Flick zum ersten Mal als "Krisenmanager" gefragt.

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Markus Babbel, von 1991 bis 2000 für die Bayern am Ball und seit 2007 als Trainer im Geschäft, beantwortet die Frage, ob es die schwierigste Phase für den Bayern-Trainer ist, deutlich.

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"Ja", sagt Babbel im Gespräch mit SPORT1 und räumt ein: "Es konnte nicht immer alles glatt laufen für ihn. Das weiß Flick, denn dafür ist er viel zu lange im Geschäft, um nicht zu wissen, dass solche Rückschläge dazugehören, um da vielleicht größer wieder herauszukommen."

Markus Babbel: "Was Flick bewerkstelligen muss, ist eine Herkulesaufgabe"

Solch eine schwere Phase könne aber auch beflügeln. "Es sind alles Vollprofis, die Flick in seinem Trainerteam unterstützen. Jetzt gilt es aber auch nicht nur auf den Trainer zu achten, sondern nun sind die Spieler gefordert, wieder bessere Leistungen abzurufen trotz einer gewissen Müdigkeit." Babbel erwarte "einen Tick mehr Cleverness".

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Der ehemalige Bayern-Profi stärkt Flick nach dem Fehlstart ins neue Jahr aber den Rücken. "Man muss das einordnen. Was Flick gerade bewerkstelligen muss, ist eine Herkulesaufgabe. Sein Team spielt seit über einem Jahr quasi durch, sie haben keine Pause und konnten diese großen Erfolge mental gar nicht verarbeiten." Die Belastung sei "enorm hoch".

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Flick weiß um die Situation, sagte am Freitag in der Pressekonferenz vor der Reise in den Breisgau erstmals ganz offen, dass er mit einem Einbruch viel früher gerechnet hat.

Babbel sieht es genauso und erklärt die brenzlige Lage: "Sie haben sich überragend ins neue Jahr gerettet. Jetzt kamen sie aus dem Tritt, sind denkbar schlecht gestartet, aber das ist normal."

Es sei "eine große Herausforderung für Hansi Flick und das muss er hinkriegen". Nichts sei vergänglicher als die Erfolge in der Vergangenheit. "Er und sein Team müssen sich neu beweisen und die Frische wieder rein bekommen. Ich drücke Flick beide Daumen, das er das schafft."

Vor allem die Defensiv-Probleme und die Tatsache, wie einfach Bayern zu bespielen ist, dürften Flick Kopfzerbrechen bereiten.

Babbel würde Wechsel von Upamecano begrüßen

"Darüber kann man diskutieren. Die Frische ist nicht mehr da. Das fängt vorne an, dass da nicht mehr so gepresst wird wie man es in der alten Saison noch gemacht hat", meint Babbel und ergänzt. "Weil es auch extrem anstrengend und kräftezehrend ist. Dadurch leiden die Abwehrspieler, die sich aber trotz alledem besser verhalten müssen. Die Gegentore waren zu verteidigen. Da erwarte ich als Trainer von den Innenverteidigern, dass sie sich besser anstellen. Die Verteidiger müssen wieder lernen, die Gefahr früher zu erkennen."

Ein neuer Innenverteidiger könnte im Sommer an der Säbener Straße aufschlagen. Die Rede ist von Leipzigs Abwehrschrank Dayot Upamecano, auf den auch Premier-League-Klub FC Chelsea konkret ein Auge geworfen hat.

Babbel würde einen Wechsel des 22-Jährigen nach München begrüßen. "Ich bin immer dafür, dass Topspieler in Deutschland bleiben. Wir brauchen eine starke Bundesliga. Upamecano ist ein Thema beim FC Bayern, weil man sich dort etwas überlegen muss im Defensivbereich."
 
David Alaba werde gehen, Jerome Boateng habe wieder "ein Jahr mehr in den Knochen" und Niklas Süle renne "seit der Verletzung seiner Form total hinterher und kommt überhaupt nicht mehr in Tritt".

Hinten müsse man also handeln. Babbel ist von Upamecanos Klasse überzeugt. "Er kann helfen, die Verantwortlichen denken natürlich über ihn nach. Ich wäre sehr froh, wenn er nach München kommt und damit der Bundesliga erhalten bleibt."