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Frankfurt am Main - Die Rückkehr von Luka Jovic zu Eintracht Frankfurt hat das Pokalspiel gegen Leverkusen überstrahlt. Für Adi Hütter eröffnen sich damit neue Möglichkeiten.

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Was sich nach SPORT1-Informationen seit dem Sommer angebahnt hat, ist am Dienstagabend endgültig Realität geworden: Der 2019 für rund 60 Millionen Euro verkaufte Luka Jovic kehrt auf Leihbasis bis zum Sommer von Real Madrid zu Eintracht Frankfurt zurück.

Adi Hütter hat nach der Rückkehr des verlorenen Sohnes ab sofort mehr Optionen.

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1.) Die zu dünn besetzte Offensive erhält Qualität und Breite

Mit dem rotgesperrten Filip Kostic und dem noch nicht ganz fitten Ragnar Ache haben der Eintracht in Leverkusen zwei Offensivakteure gefehlt. Hütter warf mit Aymen Barkok, Daichi Kamada, André Silva und Amin Younes alle seine Angreifer von Beginn an ins Rennen. Als sich dann aber Aktivposten Younes nach 29 Minuten verletzte, hatte der Österreicher keine ernsthaften Alternativen mehr auf der Bank.

Ersatzmann Steven Zuber enttäuschte erneut und das Vertrauen in den nach seiner Einwechslung zumindest ordentlich agierenden Ajdin Hrustic ist noch zu gering. Der Kader ist ganz vorne auf Kante genäht, Ausfälle können nicht kompensiert werden.

Man stelle sich nur vor, Hütter hätte nach der Roten Karte gegen Jonathan Tah für die Schlussphase noch Jovic in der Hinterhand gehabt...

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2.) Eintracht kann noch flexibler agieren

Das System mit zwei Spielmachern hinter Stürmer Silva ist nach dem Abgang von Bas Dost aktuell alternativlos. Sobald der 24-Jährige länger liegen bleibt, hält Hütter die Luft an. Der noch unausgereifte Ache war lange verletzt.

Mit Jovic kann Hütter ab sofort auch einen Plan B entwickeln und spontan umstellen. Für die Konkurrenz wird die Eintracht so noch unberechenbarer. Doppelspitze? Silva oder Jovic? Jovic und Silva? Zwei Spielmacher hinter einem Angreifer? Die Flexibilität kann ein Faustpfand im Kampf um die angepeilten europäischen Ränge werden. (Tabelle der Bundesliga)

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3.) Kostic könnte wieder aufblühen

Kostic spielt bislang keine herausragende Saison. Der Serbe kommt nach Verletzungspause nicht richtig in Schwung, zudem fehlten ihm seine "Bratans" - die "Balkanbrüder" - Mijat Gacinovic, Luka Jovic und Ante Rebic. Die Rückkehr von Jovic wird auch die Laune von Kostic, der schon vor der aktuell laufenden Spielzeit zugab, seinen Landsmann zu vermissen, deutlich steigern.

Der Rückkehrer ist kopfballstark, zudem kombinierte das Serben-Duo schon in der Saison 2018/19 selbst im Europa-League-Halbfinale gegen Chelsea auf allerhöchstem Niveau. Kostic und Jovic werden auf und neben dem Platz voneinander profitieren. (Spielplan der Bundesliga)

4.) Der Respekt beim Gegner wird wachsen

Natürlich: Jovic hatte schwierige 18 Monaten in Madrid, zuletzt spielte der 23-Jährige in den Planungen von Trainer Zinedine Zidane überhaupt keine Rolle mehr.

Trotz aller Probleme des bei Real nicht immer diszipliniert auftretenden Stürmers hat er aber sicherlich viel mitnehmen können. Bei jeder Trainingseinheit kann ein junger Spieler von Weltklassespielern wie Karim Benzema, Toni Kroos oder Sergio Ramos lernen. Die Kontrahenten wissen ab sofort, dass Hütter mit ihm und Silva zwei Top-Angreifer auf das Feld schicken kann.

5.) Jovic bringt ein neues Element ins Spiel der Eintracht

Die Eintracht wurde an Weihnachten zwar vom Wechsel von Dost nach Brügge überrascht, doch Hütter hat bei seinem Tempo-Fußball schon in den Partien zuvor auf andere Eigenschaften gesetzt.

Mit Jovic erhält der Coach einen ganz anderen Spielertypen, mehr Bewegung, Technik und Tempo. Jovic lässt sich zudem gerne auf die Spielmacherposition fallen, er und Silva könnten sich auf dem Papier prima ergänzen: Dort der elegante Portugiese, der sich im Strafraum wohlfühlt und die Gegner bindet. Neben ihm Jovic, der einen stärkeren Antritt, mehr Wucht und einen noch präziseren Schuss mitbringt.

Hütter jedenfalls freut sich über die neue Alternative: "Wir bekommen mit ihm einen außergewöhnlich guten Spieler für eine intakte Mannschaft." Die Eintracht, die von Europa träumt, setzt damit auf einem schwierigen Corona-Transfermarkt ein echtes Ausrufezeichen.