Julian Nagelsmann war nach der 2:3-Pleite in Mainz bedient
Julian Nagelsmann war nach der 2:3-Pleite in Mainz bedient © Imago
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RB Leipzig muss sich aufopferungsvoll kämpfenden Mainzern trotz zweimaliger Führung geschlagen geben. Der FC Bayern kann am Sonntag wegziehen.

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RB Leipzig hat im Titelrennen der Bundesliga überraschend beim Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 gepatzt.

Die Mannschaft von Julian Nagelsmann verlor bei den Rheinhessen trotz zweimaliger Führung 2:3 (2:2) und verpasste es, den Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München zumindest vorübergehend auf einen Punkt zu verkürzen. (Die Tabelle der Bundesliga) Daher wollte Willi Orban nach dem Match auch erstmal nicht über die Meisterschaft nachdenken: "Es war ein Rückschlag, definitiv. Das hatten wir uns nicht so vorgestellt. Die Meisterschaft ist momentan nicht in unserem Kopf", gab er bei Sky zu.

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Nagelsmann begräbt Titelträume 

Auch RB-Coach Julian Nagelsmann war nach Abpfiff bedient. "In der ersten Hälfte haben wir das ordentlich gemacht. Zu Beginn hätten wir mehr Tore schießen müssen", haderte er mit den vergebenen Chancen und fügte hinzu: "Zwei von den drei Toren darf man nicht kriegen. Aber wenn man drei Tore kriegt, ist es immer schwer."

Die Titelträume sind nun erst einmal begraben: "Wenn man sieben Punkte Rückstand hat, dann ist es töricht darüber zu sprechen. Das macht kein Sinn nach so einem Spiel", sagte Nagelsmann

Die Mainzer sendeten durch den ersten Sieg unter Trainer Bo Svensson dagegen ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. Die Treffer von Tyler Adams (15.) und Nationalspieler Marcel Halstenberg (30.) genügten Leipzig nicht, um den Druck vor dem Spiel der Bayern am Sonntag bei Schalke 04 zu erhöhen.

Mainz-Sportdirektor Martin Schmidt freute sich vor allem über Neuzugang Danny Da Costa, der den Siegtreffer mit einem famosen Lauf auf der rechten Seite vorbereitete: "Ein geileres Umschalttor gibt es nicht", sagte Schmidt.

Schmidt von da Costa begeistert

Da Costa selbst lobt seine neue Mannschaft in den höchsten Tönen. "Ich habe eine sehr geile Truppe vorgefunden. Die haben mich gut aufgenommen und die erste Einheit hat wohl schon gereicht, mich einzufinden. Da sieht man, dass die Fußballsprache überall gleich ist."

Der Klassenerhalt sei zwar eine schwere Aufgabe, so da Costa. "Aber ich habe es gestern gesagt, wir haben noch 17 Chancen und müssen 17 Mal unser Herz auf dem Platz lassen."

Innenverteidiger Moussa Niakhate (24./35.) und Leandro Barreiro (50.) sorgten nach zehn Pflichtspielen ohne Erfolg mit ihren Toren wieder für einen Mainzer Sieg.

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Vor der Partie hatte das Interesse der Bayern an RB-Verteidiger Dayot Upamecano, der sein 100. Bundesliga-Spiel absolvierte, für Aufsehen gesorgt. Nagelsmann reagierte darauf allerdings gelassen.

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Grundsätzlich sei es "clever, wenn man Unruhe stiften will. Aber bei uns wird jetzt keiner unruhig", sagte der RB-Coach.

Deutlich mehr Probleme bereitete Leipzig ohnehin zunächst der holprige Rasen in Mainz und das mutige Pressing der Elf von Svensson. Die Führung durch Adams, der nach einem Lattenschuss von Marcel Sabitzer abstaubte, beruhigte das Geschehen nur wenig. Dementsprechend bedient war der Österreicher nach dem Spiel: "Im zweiten Durchgang hatten wir wieder Phasen drin, wo es nicht geklappt hat."

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Zum Ende der Englischen Woche hatte Nagelsmann im Vergleich zum Sieg gegen Union Berlin (1:0) vier Wechsel vorgenommen, unter anderem Emil Forsberg rückte in die Startelf. Für Durchschlagskraft sorgte das bei den optisch überlegenen Gästen aber kaum. Wohl auch, weil die 05er dem Titelkandidaten einen großen Kampf lieferten.

Leipzig mit Problemen

Leipzig, von Svensson zuvor als die "am besten Fußball spielende Mannschaft in Deutschland" gelobt, tat sich schwer - und schlief bei Standardsituationen.

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Zwar erzielte Halstenberg nach dem Ausgleich durch Niakhate den zweiten Treffer der Gäste, der Mainzer Abwehrspieler nutzte nach einer Ecke aber eine weitere Unachtsamkeit der Leipziger.

Nach der Pause sorgte Mainz für das erste Ausrufezeichen. Danny da Costa, der von Eintracht Frankfurt ausgeliehen wurde und gleich von Beginn an auflief, bereitete die Führung der Gastgeber durch Barreiro mit einen beherzten Antritt über den Flügel vor. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Das 3:2 befeuerte den Kampfgeist der Mainzer in der Schlussphase.

Nagelsmann wechselte schließlich offensiv, brachte unter anderem Christopher Nkunku, der mit seiner ersten Chance aber gleich am starken Torhüter Robin Zentner scheiterte (63.). Mainz wehrte sich tapfer, verwickelte RB immer wieder in Zweikämpfe und blieb über Konter gefährlich.