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München - Der FC Bayern München zeigt eine Reaktion auf das Pokal-Aus in Kiel. Der Sieg gegen den SC Freiburg ist allerdings ein hartes Stück Arbeit.

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Schwerstarbeit im Schneetreiben: Der FC Bayern hat sich nach zwei Pflichtspiel-Niederlagen zurück in die Erfolgsspur gezittert.

Mit einem hart erkämpften 2:1 (1:0)-Erfolg gegen den formstarken SC Freiburg zeigte die Mannschaft von Hansi Flick zumindest vom Ergebnis her eine Reaktion auf das überraschende Pokal-Aus bei Holstein Kiel. (Service: SPIELPLAN der Bundesliga)

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Boateng: "Müssen nicht immer glänzen"

"Wir müssen nicht immer glänzen und es muss nicht immer alles schön sein, wir wollen Spiele gewinnen, dafür sind wir hier", sagte Jérôme Boateng bei Sky.

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An der Tabellenspitze bauten die Münchner nach den Patzern der Verfolger ihren Vorsprung auf vier Punkte aus und sicherten sich vorzeitig die Hinrunden-Meisterschaft. Freiburg musste nach zuletzt fünf Siegen in Serie mal wieder eine Niederlage hinnehmen, bleibt als Neunter aber im gesicherten Mittelfeld stehen. (Service: TABELLE der Bundesliga)

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"Insgesamt können wir natürlich zufrieden sein mit dem Sieg", meinte Boateng. "Von der Spielweise her müssen wir uns natürlich steigern, aber nach den letzten Wochen ist klar, dass nicht alles von allein geht. Am Ende haben wir ein bisschen gezittert, aber dafür sind wir selbst verantwortlich. Wir hatten vorher drei, vier gute Chancen, mit denen wir das Spiel entscheiden müssen. Hintenraus wird es dann eng. Wichtig ist, dass wir gekämpft haben."

Auch Bayern-Coach Flick war zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: "Wir hatten keine einfache Phase. Es war wichtig zu zeigen, dass wir gewinnen wollen, das Gefühl hatte ich von Anfang an. Wir sind in die Zweikämpfe gegangen, haben nach vorne mutig gespielt, hätten aber das 2:0 oder 3:0 machen können. Am Ende hatten wir ein bisschen Glück. etzt müssen wir diesen Weg in Augsburg und Schalke weiter beschreiten."

Lewandowski stellt Tor-Rekord in der Bundesliga auf

Die Gastgeber begannen nach dem Pokal-Aus mit Wut im Bauch: Robert Lewandowski (7.) brachte die Bayern in einer turbulenten Anfangsphase mit seinem 21. Bundesligator in dieser Saison in Führung - und schrieb damit Geschichte: Der Weltfußballer ist der erste Spieler, der in der Liga-Historie an den ersten 16 Spieltagen über 20 Tore erzielte. Die Latte verhinderte einen zweiten Treffer des Polen (59.). (LIVETICKER zum Nachlesen)

Stattdessen glich der eingewechselte Nils Petersen (62.) mit seinem ersten Ballkontakt aus. Nach einer Ecke köpfte Freiburgs Edeljoker am zweiten Pfosten ungedeckt ein, Manuel Neuer kam erst hinter der Linie an den Ball und spielte damit auch im elften Ligaspiel in Folge nicht zu null. Petersen baute mit seinem 28. Joker-Tor seinen Rekord weiter aus.

Freiburg hadert: "Heute war Bayern schlagbar"

Die Bayern reagierten mit wütenden Angriffen. Thomas Müller (74.) ließ die Münchner nach Vorarbeit von Leroy Sané wieder jubeln. Der Erfolg stand aber auf wackeligen Beinen: Petersen verpasste mit einem Schuss an die Latte in der Nachspielzeit (90.+1) den möglichen Ausgleich. Damit blieb den Freiburgern auch im 21. Versuch der erste Sieg in München verwehrt.

"Schade, dass wir nichts Zählbares mitgenommen haben. Heute war Bayern schlagbar. Wir haben uns leider nicht belohnt", sagte Freiburgs Nicolas Höfler. Und Petersen haderte mit seiner vergebenen Ausgleichschance: "Man freut sich, wenn man ein Tor macht. Aber ich verlange schon von mir, den auch noch zu machen. Das tut mir leid."

Gnabry muss angeschlagen raus

Beide Teams hatten im Laufe der Partie Verletzte zu beklagen: Bei den Bayern musste Serge Gnabry in der 28. Minute mit Oberschenkelproblemen auswechselt werden. Flick gab aber hinterher Entwarnung.

Freiburgs Sechser Baptiste Santamaría verletzte sich bereits nach wenigen Minuten am Knie. Santamarías Ersatzmann Amir Abrashi blieb zu Beginn der zweiten Hälfte bei einer Grätsche gegen Thomas Müller im Rasen hängen und musste ebenfalls wieder raus. Für Abrashi kam Janik Haberer zu seinem Comeback. Der Mittelfeldspieler hatte wegen eines Wadenbeinbruchs seit dem 16. Juni 2020 kein Spiel mehr bestritten.

Sechs Neue in der Startelf um die genesenen Kingsley Coman und Leon Goretzka - die Bayern spielten "mit der Creme de la Creme", wie SC-Coach Christian Streich bewundernd feststellte. Und sein Kollege Hansi Flick betonte bei Sky nach dem "brutalen Weckruf" von Kiel noch einmal: "Es gibt keine Entschuldigung mehr!" Freiburg werde zeigen, "ob wir ein Spitzenteam sind".

Der von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eingeforderte Pressing-Stil aus der Triple-Saison war zumindest phasenweise wieder zu erkennen. Zu der Form, die ihnen Trophäen in Serie gebracht hatte, fehlte den Bayern trotz Übergewichts aber ein großes Stück.

Bayern startet stürmisch - Freiburg von der Rolle

Freiburg hielt mutig, entschlossen und mit einem Schuss Aggressivität dagegen. Dabei musste Streich seine Köln-Elf (5:0) schon nach wenigen Minuten umbauen, weil Santamaría wegen Problemen am rechten Knie nicht weitermachen konnte. Kurz darauf hatte Freiburg Glück, als der Videoassistent den Bayern nach Handspiel von Manuel Gulde einen möglichen Elfmeter verweigerte (5.). 36 Sekunden später und nach einem schnellen Münchner Angriff über Gnabry und Müller stand es dennoch 1:0.

Freiburg ließ sich davon keineswegs entmutigen und die Bayern immer wieder laufen. Roland Sallai (17.) vergab die größte Ausgleichschance. Gnabry (25.) nach feinem Solo und der für ihn eingewechselte Leroy Sane (30.) hätten erhöhen können.

Petersen trifft die Latte - Bayern zittert sich zum Sieg

In Abrashi (linke Wade), der Santamaria ersetzt hatte, verloren die Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit den nächsten Spieler (54.). Die Bayern erhöhten den Druck. Lewandowski scheiterte an der Latte, den Nachschuss von Goretzka parierte SC-Keeper Florian Müller stark (59.).

Doch Petersen erwischte den Rekordmeister nach einer Ecke kalt per Kopf. Es war Freiburgs 14. (!) Standardtor. Müller traf nach Vorarbeit von Sané, Lewandowski hatte das 3:1 auf dem Fuß (79.), auch Sané vergab (89.). Auf der anderen Seite traf Petersen die Latte (90.+1).

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)