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Dortmund und München - Borussia Dortmund lässt gegen den FSV Mainz 05 überraschend Punkte liegen. BVB-Kapitän Marco Reus bittet anschließend sein Team um Entschuldigung.

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In der turbulentesten Phase des Spiels hätte ein ruhender Ball für die Entscheidung zugunsten des BVB sorgen können - doch Marco Reus verschoss.

"Ich muss mich eigentlich bei der Mannschaft entschuldigen", sagte Reus nach dem 1:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05. Der unerwartete Patzer gegen das bisherige Schlusslicht wurmte auch den BVB-Kapitän: "Ich hätte schon das Spiel entscheiden können oder in die richtige Richtung bringen können. Ich habe es heute nicht geschafft. Das tut mir für die Mannschaft sehr, sehr leid." (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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Schon im ersten Durchgang war Reus beim Stand von 0:0 freistehend am starken Mainzer Keeper Robin Zentner gescheitert. Im zweiten Durchgang leitete er mit einem Fehlpass am gegnerischen Strafraum das Führungstor der Gäste durch Levin Öztunali (58.) ein, dann vergab er zum vierten Mal in seiner Karriere in der Bundesliga einen Elfmeter - erstmals schoss er dabei neben das Tor. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

BVB-Trainer Terzic nimmt Reus in Schutz

"Das ist total ärgerlich. Wir wissen das, er weiß das", sagte BVB-Trainer Edin Terzic bei Sky. "Aber das gehört auch zum Fußball dazu, kein Vorwurf an ihn."

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Vor Reus' Fehlschuss hatte Thomas Meunier (73.) mit seinem Ausgleichstreffer zumindest eine komplette Blamage für die Dortmunder abgewendet. "Wir sind natürlich enttäuscht", meinte der Torschütze. "Wir haben offensiv so viele gute Szenen kreiert, aber bei den Kontern sind wir in Panik geraten. In der Defensive müssen wir besser organisiert sein."

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Reus: "Ein bisschen wild"

Auch Reus haderte mit der Chancenverwertung. "Ich fand nicht, dass wir sie in Hülle und Fülle hatten. Das war alles ein bisschen erzwungen, wenig spielerisch", analysierte der BVB-Kapitän. "Wir hatten die Möglichkeiten, wenn man die nicht nutzt, wird es auch schwierig, das Spiel zu gewinnen."

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Die Dortmunder Aufholjagd im Titelrennen geriet damit unerwartet ins Stocken. Zwar verdrängten die Schwarz-Gelben Union Berlin wieder von einem Champions-League-Platz, aber der Abstand zu Spitzenreiter FC Bayern kann am Sonntag wieder auf sieben Punkte anwachsen. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Im Großen und Ganzen sind wir natürlich enttäuscht, weil wir nach dem Sieg in Leipzig nachlegen und uns für die nächsten Spiele eine gute Ausgangsposition schaffen wollten. Das haben wir nicht geschafft", ärgerte sich Reus. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht so strukturiert nach vorne gespielt, wir haben nicht so häufig die Positionen gehalten. Wir haben für unsere Verhältnisse ein bisschen wild gespielt. Das war nicht unser Ziel."

Blitz-Tor von Haaland zählt nicht

Dabei dauerte es nur 81 Sekunden, bis die Mainzer Fünferkette zum ersten Mal ausgehebelt war. Vor Erling Haalands perfektem Abschluss nach Ablage von Marco Reus hatte allerdings Thomas Meunier im Abseits gestanden - Schiedsrichter Sven Jablonski nahm das Tor nach Videobeweis zurück. 

Die Spielrichtung war damit vorgegeben. Der BVB suchte geschickt Lösungen für den steilen Pass in den Strafraum, Brandt und Reus scheiterten aber aus bester Position am glänzend reagierenden Torhüter Robin Zentner (24.). Jude Bellingham traf mit einem Flachschuss den Pfosten (31.).

Mainz bewegte sich nur ab und an mit Ball über die Mittellinie - dann aber durchaus gefällig und im Falle der Abschlüsse von Jonathan Burkardt (9.), Danny Latza (19.) oder Robin Quaison (44.) auch gefährlich. 

Mainz im Alu-Pech

Doch: Der BVB drückte mehr und mehr, er zog selbst die Mainzer Fünferlinie noch über die Außen in die Breite. Die Lücken wurden dadurch größer, Jude Bellingham (41.) köpfte aus fünf Metern am Tor vorbei und konnte dies selbst kaum glauben. Svensson sah es mit wachsendem Unbehagen, während BVB-Coach Terzic kurz vor der Pause verletzungsbedingt wechselt musste: Dan-Axel Zagadou musste angeschlagen raus.

Das Geduldsspiel setzte sich fort, allerdings mit weniger Konsequenz. Dann schlug im BVB-Tor der Blitz ein: Öztunali traf bei einem Konter aus 25 Metern mit links in den Winkel. Alexander Hack (64.) setzte danach einen Kopfball-Aufsetzer an die Querlatte, der BVB war plötzlich verunsichert.  

Anschließend überschlugen sich die Ereignisse: Unmittelbar nach dem Dortmunder Ausgleich wurde Torschütze Meunier von Hack im Mainzer Sechzehner gelegt, aber Reus setzte den folgenden Strafstoß links neben das Tor (76.). Im Gegenzug trudelte ein von Roman Bürki noch entscheidend abgelenkter Schuss von Danny Latza (78.) an den linken Innenpfosten.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)