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Mönchengladbach - Jonas Hofmann spielt eine bärenstarke Saison bei Borussia Mönchengladbach und traf doppelt gegen Bayern. Bei SPORT1 verrät er, wer ihn nach dem Spiel beglückwünschte.

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Mit seinen intensiven Tiefenläufen und seinem Doppelpack schoss Jonas Hofmann die Borussia zum fulminanten 3:2-Sieg gegen Bayern.

Der 28 Jahre alte Nationalspieler (zwei A-Länderspiele) kommt in dieser Saison schon auf 14 Torbeteiligungen (6 Treffer, 8 Assists) in 14 Pflichtspielen.

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Im SPORT1-Interview spricht der Gladbach-Überflieger über Glückwünsche von Bundestrainer Joachim Löw, die Trainer-Vergleiche zwischen Marco Rose und Jürgen Klopp und seine Ziele mit den Fohlen. 

SPORT1: Haben Sie nach ihrem Doppelpack beim 3:2-Sieg gegen Bayern München mittlerweile alle Glückwunsch-Nachrichten auf Ihrem Handy beantworten können? 

Jonas Hofmann: Ehrlich gesagt noch nicht. Es waren einfach viel zu viele. Zumindest die Nachrichten meiner Engsten und Liebsten habe ich beantworten können. Der Rest wartet noch. 

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SPORT1: Wie viele Nachrichten waren es am Ende? 

Hofmann: Mein Instagram-Postfach ist förmlich explodiert. Das war echt extrem. Auf WhatsApp waren es weit über 100. Irgendwann stand da nur noch +99. 

Hofmann: Jogi Löw gratulierte zum Doppelpack gegen Bayern

SPORT1: Zählte Bundestrainer Joachim Löw zu den Gratulanten? 

Hofmann: Der Bundestrainer hat sich auch gemeldet. Er hat mir zu einem "super Spiel" gratuliert und mich zu einer "großartigen Leistung" beglückwünscht. Das hat mich sehr gefreut. 

SPORT1: Und Max Eberl - hat der Manager sich aus dem Urlaub gemeldet? 

Hofmann: Max hat sich auch gemeldet. Er hat der ganzen Mannschaft zu einem mega-geilen Abend gratuliert. Dass wir nach 0:2-Rückstand das Spiel noch gewonnen haben, hat ihn extrem gefreut. 

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SPORT1: Sie waren bei Ihren beiden Treffern eiskalt. Woher kommt diese neue Stärke? 

Hofmann: Von einer neuen Stärke war eine Woche zuvor in Bielefeld noch nichts zu sehen (lacht). Da muss ich wohl eine rasante Entwicklung innerhalb einer Woche genommen haben. Spaß bei Seite: Ich glaube, dass man mit dem Alter und der Erfahrung vor dem Tor eher die Nerven behält. Man ist vielleicht nicht mehr so hektisch wie früher.  

SPORT1: Teamkollege Florian Neuhaus, der den Siegtreffer erzielte, lobte: "So cool muss man gegen Neuer erstmal sein." Hat es Ihnen in den Situationen geholfen, dass Sie schon öfter in der Nationalelf auf den Kasten von Neuer geschossen haben? 

Hofmann: Vielleicht haben die Torschussübungen beim DFB geholfen. Natürlich habe ich vor dem Spiel auch die Bewegungen von Manuel studiert, wie er in die Eins-gegen-Eins-Situationen geht, welchen Ablauf er hat, in welche Ecke er geht. Das mache ich im Übrigen vor jedem Spiel und das hilft sicherlich am meisten. 

SPORT1: Sie sind für Ihre schnellen Tiefenläufe bekannt. Wie anstrengend ist Ihr Spiel wirklich? 

Hofmann: Ich musste gegen die Bayern kurz vor der 90. Minuten raus, weil ich Krämpfe hatte. Das ist eher ungewöhnlich für mich. Ich glaube, dass mir der Körper nach meiner Verletzungspause ein Zeichen gegeben hat. Immerhin war ich fast sechs Wochen draußen. Insgesamt ist mein Spiel schon sehr lauffreudig. Während des Spiels komme ich immer an einen Punkt, an dem ich meinen inneren Schweinehund überwinden muss. Wenn der erreicht ist, denke ich nicht mehr und laufe nur noch. 

Jonas Hofmann (l., mit Joshua Kimmich) zeigte gegen den FC Bayern eine nationalmannschaftswürdige Leistung
Jonas Hofmann (l., mit Joshua Kimmich) zeigte gegen den FC Bayern eine nationalmannschaftswürdige Leistung © Imago

SPORT1: Mit fünf sieglosen Ligaspielen hatte Ihre Mannschaft das Jahr 2020 beendet. Mit Ihrer Rückkehr kam die Wende: Der Sieg in der zweiten DFB-Pokal-Runde gegen Elversberg und jetzt die beiden Ligasiege gegen Bielefeld und Bayern. Gibt es da einen Zusammenhang? 

Hofmann: Den wollen Außenstehende vielleicht sehen, ich aber nicht. Wir haben uns nach dem Jahreswechsel hingesetzt und bestimmte Dinge angesprochen. Der Trainer hat Dinge genannt, die wir einfach besser machen müssen. Wir standen in der Tabelle einfach nicht dort, wo wir stehen wollen. Den Kontakt zur Spitzengruppe haben wir glücklicherweise nie wirklich verloren. Umso wichtiger ist es, dass wir mit zwei Siegen ins neue Jahr gestartet sind. (Tabelle der Bundesliga)

SPORT1: Was hat Trainer Marco Rose denn speziell gefordert? 

Hofmann: Wir haben oft gut gespielt, aber am Ende Punkte liegen lassen. Zu oft haben wir nach Führungen noch den Ausgleich kassiert. Diese Punkte fehlen uns jetzt in der Tabelle. Wir haben uns vorgenommen, dass wir noch konzentrierter sind und in der Defensive besser arbeiten. Wir haben oft ganzheitlich als Mannschaft nicht so verteidigt, wie der Trainer es von uns fordert. In manchen Spielen sind wir außerdem zu wenig gesprintet und hatten zu wenig intensive Läufe, um die Räume entscheidend zuzumachen. Das haben wir analysiert und setzen es aktuell ganz gut um. 

Gladbach peilt die Königsklasse an

SPORT1: Ist Platz vier immer noch das Ziel? 

Hofmann: Ja! Wir wollen auf jeden Fall wieder in die Champions League kommen. Das ist unser Ziel. Ob es am Ende reicht, werden wir sehen. Die Konkurrenz da oben ist stark. Wenn sie aber Federn lässt, müssen wir einfach da sein und unsere Spiele gewinnen. Da braucht es auch mal dreckige Siege wie gegen Bielefeld. Wir müssen noch ergebnisorientierter spielen. 

SPORT1: Am Wochenende und im Pokal spielen Sie mit den Fohlen gegen Überraschungsteam VfB Stuttgart. Was erwartet Sie? 

Hofmann: Eine sehr junge, talentierte Mannschaft, die im Umschaltspiel stark ist. Wir brauchen am Wochenende eine sehr konzentrierte Mannschaftsleistung. Wir wollen an das Bayern-Spiel anknüpfen. Auch wenn wir diesmal wohl mehr Ballbesitz haben werden. 

SPORT1: Am 22. Januar erwarten Sie mit Gladbach im Borussia Park Ihren Ex-Klub BVB. Haben Sie noch Kontakt nach Dortmund? 

Hofmann: Zum einen oder anderen habe ich hin und wieder Kontakt. Es sind aber nicht mehr so viele Spieler aus meiner Zeit beim BVB dort. Im Staff gibt es aber ein paar bekannte Gesichter. In Dortmund habe ich außerdem noch einige Freunde, die ich hin und wieder besuche. 

"Mario Götze ist eine große Persönlichkeit"

SPORT1: Wissen Sie eigentlich noch, für wen Sie bei Ihrem BVB-Debüt am 16. Dezember 2012 eingewechselt wurden? 

Hofmann: Für Mario Götze. In Hoffenheim war das. 

SPORT1: Verfolgen Sie den Weg von Mario Götze? 

Hofmann: Natürlich verfolge ich seinen Weg. Mario ist eine große Persönlichkeit. Ich schaue ihm gerne zu und wünsche ihm nur das Beste. Er ist ein total netter Mensch, dem ich jeden Erfolg gönne. 

Jonas Hofmann und Mario Götze waren früher beim BVB Teamkollegen
Jonas Hofmann und Mario Götze waren früher beim BVB Teamkollegen © Imago

SPORT1: Marco Rose wird gerne mit Jürgen Klopp vergleichen. Sie kennen beide Trainer - passt das? 

Hofmann: Zwischen Marco und Jürgen gibt es schon gewisse Parallelen. Beide können an der Seitenlinie sehr laut werden, sie coachen sehr aktiv, sind sehr emotional und haben beim Torjubel auch mal positive Ausraster drin. Sie ähneln sich auch in ihrer Trainingsart. Natürlich setzt jeder aber seine eigenen Duftmarken. Unterm Strich sind beide einfach sehr, sehr gute Trainer. 

SPORT1: Marco Rose wird mit einem Sommer-Wechsel zum BVB in Verbindung gebracht. Ist das ein Thema in der Kabine? 

Hofmann: In der Kabine ist das bislang noch nicht Thema gewesen. Man merkt dem Trainer auch nicht an, dass er sich damit in irgendeiner Form beschäftigt. Er ist voll und ganz bei Borussia Mönchengladbach und gibt alles dafür, dass wir unsere Ziele erreichen. Ich habe schon mal gesagt: Jeder Mensch muss am Ende für sich selbst entscheiden, was er für richtig hält. Wenn es eine Entscheidung zu treffen gibt, wird er sicherlich die richtige treffen. 

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SPORT1: Spieler und Trainer der Borussia wecken immer wieder Begehrlichkeiten. Nervt es, dass - wie bei Florian Neuhaus oder Denis Zakaria - Gladbacher mit anderen Vereinen in Verbindungen gebracht werden? 

Hofmann: Das kann man doch auch als Lob sehen. Der Verein hat sich dahin entwickelt, dass er seine Spieler hält. Das hat man im Sommer gesehen. Der Klub hat seine Leistungsträger trotz Angebote halten können. Das ist ein gutes Zeichen. Hier in Gladbach entsteht etwas. Die Mannschaft und der Verein als Ganzes nehmen eine große Entwicklung. In der Vergangenheit sind Spieler oft für große Ablösesummen gewechselt. Damals war der Verein von den Einnahmen noch ein Stück weit abhängig. Mittlerweile sieht das anders aus.  

SPORT1: Sie, Lars Stindl, Matthias Ginter und Florian Neuhaus glänzen zurzeit. Sehen wir im Sommer bei der EM einen Gladbach-Block in der Nationalmannschaft? 

Hofmann: Das wäre für uns alle natürlich eine coole Sache. Die Entscheidung muss am Ende der Bundestrainer treffen. Wir alle bringen jedenfalls konstant gute Leistungen und sind auf einem guten Weg dahin. Klar ist aber auch, dass erst 15 Spiele gespielt sind. Wenn wir nach 34 Spieltagen unsere Ziele erreicht haben und vielleicht im einen oder anderen Pokalwettbewerb etwas gerissen haben, dann können wir nochmal schauen, wer wirklich zur EM mitfährt.  

SPORT1: Sie kommen aus einer Handballer-Familie und haben früher als Mittelmann in der badischen Auswahl gespielt. Ihr Opa Erwin, Ihrer Mutter Birgit und Ihr Vater Harald waren Handballer. Drücken Sie dem DFB-Team bei der WM in Ägytpen die Daumen?  

Hofmann: Natürlich. Ich hoffe, dass die Mannschaft weit kommt. Ich bin mit vielen Handballern befreundet. Marius Steinhauser von Flensburg ist einer meiner besten Freunde. Von den Rhein-Neckar Löwen kenne ich Uwe Gensheimer ganz gut. Mein Papa hat ihn damals zu den Löwen in die zweite Mannschaft geholt. Ich erinnere mich noch, wie ich mit ihm zu einem Spiel von Uwe in Mannheim-Friedrichsfeld gefahren bin. Der Kontakt zu Uwe ist seither nie abgerissen 

SPORT1: Nach einem Spielerprotest findet die Handball-WM nun doch ohne Zuschauer statt. Wie finden Sie das? 

Hofmann: Das ist ein positives Zeichen. Man sieht, dass sich die Spieler Gedanken gemacht haben und entschieden haben, was gut und schlecht ist in diesen Zeiten. 

SPORT1: Zum Abschluss: Sie sind passionierter Hobby-Golfer. Wie arbeiten Sie während Corona an Ihrem Handicap? 

Hofmann: Dafür gibt es Lösungen. Man muss nur kreativ sein. Ich habe mir in meiner Wohnung einen kleinen Parcours gebaut und hole meinen Golf-Putter immer mal raus, wenn mir langweilig ist. Wer weniger Schläge braucht, der gewinnt. Das macht großen Spaß.