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Köln - Beim Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Hertha BSC schleudert Berlins Cunha FC-Trainer Gisdol eine Beleidigung entgegen. Der Trainer spricht von einem möglichen Platzverweis.

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Müde Nullnummer zwischen dem 1. FC Köln und Hertha BSC - und trotzdem waren die Gemüter zum Schluss ein wenig erhitzt.

Grund: Hertha-Star Matheus Cunha hatte mit einer Beleidigung in Richtung Kölner Bank für Aufsehen gesorgt. (Die Tabelle der Bundesliga)

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Der angeschlagene Brasilianer (Leistenschmerzen) wurde zunächst geschont und kam erst in der 60. Minute. Mit der Einwechslung des 21 Jahre alten Torjägers (6 Treffer, 4 Assists) wurde die Hertha zunehmend besser.

Cunha ruft Beleidigung in Richtung Gisdol

In der 89. Minute fiel Cunha nach einem Zweikampf zu Boden, bekam den Pfiff von Schiedsrichter Frank Willenborg aber nicht. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Die Kölner Bank um Trainer Markus Gisdol beschwerte sich, dass Cunha zu schnell zu Boden ging. Der schrie lautstark in Richtung Gisdol: "Fuck you!"

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Die Kölner Bank sprang sofort auf! Gisdol und auch Co-Trainer Frank Kaspari forderten von Schiri Willenborg die Rote Karte. Der hatte aber nichts gehört, auch Marcel Unger, der 4. Offizielle, anscheinend nicht.

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Gisdol: "... dann kannst du vom Platz fliegen"

Gisdol wurde nach dem Spiel auf den Zoff mit Cunha angesprochen: "Es ist zurzeit leider so, dass man jedes Wort hört auf dem Platz. Das ist oft natürlich bitter. Ich will hier aber nicht Polizist spielen und etwas fordern. Wir alle sind keine Lämmer auf dem Sportplatz." Er sagte aber auch: "Wenn du Pech hast und der Schiri das hört, dann kannst du auch mal vom Platz fliegen."

Wichtig: Noch während des Spiels entschuldigte sich Cunha bei Gisdol. Der Stürmer ging rund eine Minute später während einer Unterbrechung zur Bank und gab Gisdol die Hand.

Hertha-Coach Bruno Labbadia meinte dazu: "Das war natürlich nicht okay von Matheus. Aber wichtig ist, wie wir alle damit umgegangen sind. Die Entschuldigung hinterher war die einzig richtige Reaktion."

Labbadia betonte zudem: "Wenn wir alles auf die Goldwaage legen, was Spieler und Trainer miteinander haben, dann machen wir das Spiel kaputt. So etwas passiert mal. Wir sollten die Kirche im Dorf lassen."

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1. FC Köln seit 485 Minuten ohne Tor

Wirklich erwähnenswert war das sonst nicht, was die beiden Krisen-Klubs bei frostigen Temperaturen in Köln zeigten. Hertha war spielerisch zwar überlegen, nutzte die wenigen Chancen aber nicht. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Und Köln? Der schwer in die Kritik geratene Gisdol stellte sein Abwehrsystem nach der 0:5-Klatsche in Freiburg von einer Vierer- auf eine Dreierkette um. Die Mannschaft stand defensiv besser. Nach vorne ging beim FC aber wieder mal so gut wie nichts. Seit 485 Minuten (fünf Spiele) sind die Kölner nun ohne eigenen Treffer.

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Gisdol auch gegen Schalke auf der Bank

Gisdol, der nach SPORT1-Informationen auch am Mittwoch auf Schalke auf der Trainerbank sitzen wird, resümierte: "Nach Freiburg war es unsere oberste Pflicht, dass wir hinten wieder stabil stehen. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Man merkt und sieht aber, dass wir mit dem Kreieren von Torchancen Probleme haben. Wichtig war für uns heute, dass wir zu Null gespielt haben."

Und Labbadia, der mit dem ambitionierten Hauptstadt-Klub weiterhin unten drinhängt, befand: "Beide Mannschaften haben nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Wir hatten drei klare Torchancen und Pech mit dem Pfostenschuss. Es ist unglücklich, dass wir dieses enge Spiel nicht für uns entschieden haben."