Hitzlsperger bringt sich als VfB-Präsident ins Gespräch
Thomas Hitzlsperger strebt beim VfB Stuttgart die Ablösung von Claus Vogt als Präsident an - und kandidiert selbst für das Amt © AFP/SID/JOHN MACDOUGALL
Lesedauer: 4 Minuten

Stuttgart - Eskalation beim VfB Stuttgart: Vorstandschef Thomas Hitzlsperger schießt in einem offenen Brief gegen Präsident Claus Vogt - und will nun auch dessen Amt.

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Der Machtkampf beim VfB Stuttgart eskaliert, und das Ringen um das Amt des Präsidenten bei dem Fußball-Bundesligisten nimmt dabei eine völlig überraschende Wendung:

Thomas Hitzlsperger, der bei den Schwaben als Vorstandsvorsitzender und zugleich Sportvorstand angestellt ist, wirft seinen Hut für die Wahl am 18. März 2021 in den Ring und geht damit offen auf Konfrontationskurs mit Amtsinhaber Claus Vogt.

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Am Mittwochabend erklärte der ehemalige Nationalspieler auf Twitter seine Beweggründe - und sparte dabei nicht mit Kritik an Vogt. Zuvor hatten der SWR und der kicker als erstes von Hitzlsperger Vorhaben berichtet.

In einem offenen Brief sprach der 38-Jährige dabei von einer "Realität, über die ich nicht hinwegsehen kann..."  Laut Hitzlsperger "geht ein tiefer Riss geht durch unseren Club. Dieser Riss gefährdet alles, worauf wir zu Recht stolz sind. (...)

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Der Riss verlaufe "zwischen unserem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Claus Vogt auf der einen Seite und dem gesamten Vorstand der AG und zahlreichen Gremienmitgliedern aus Präsidium, Aufsichtsrat und Vereinsbeirat sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der anderen Seite."

VfB Stuttgart: Hitzlsperger mit Kritik an Präsident Claus Vogt

Hitzlspergers weiteren Ausführungen zufolge soll der erst seit Dezember 2019 amtierende Vogt auch seine in der Vereinssatzung festgeschriebene Kontrollfunktion zu ausgiebig nutzen.

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Seit längerem gilt es als offenes Geheimnis, dass es auch zwischen Vorstandschef Hitzlsperger und Vogt gewaltig knirscht: Der 38-Jährige fühlt sich dem Vernehmen nach von Vogt in seinen Entfaltungsmöglichkeiten blockiert, während Vogt wiederum mehr Mitsprache bei sportlichen Abläufen einfordern soll. 

"Der Profilierungswunsch eines Einzelnen bedroht so die Existenz des ganzen Vereins", deutete Hitzlsperger nun in seinem Brief an, mit dem er Vogt brüskiert.

"Claus Vogt ist mit Zielen und Vorstellungen angetreten, die uns allen wichtig sind. Ein Jahr später ist so gut wie nichts davon umgesetzt", schrieb Hitzlsperger: "Bei keinem dieser Themen, bei denen der Präsident die Führung übernommen hat, gibt es erkennbare Fortschritte. Es tut mir leid, aber das lässt sich nicht auf die Corona-Pandemie schieben."

Damit nicht genug: "Während Claus Vogt über sich selbst als 'transparent und glaubwürdig' spricht und sich Fan-nah präsentiert", so Hitzlsperger, "kommt er intern seinen Informationspflichten nicht nach – und sensible Interna landen allzu oft bei Dritten außerhalb des VfB."

Hitzlsperger mit Rundumschlag

Tatsächlich kommt Vogt beim VfB-Anhang weitestgehend gut an - was auch Hitzlsperger einräumte: "Claus Vogt hat in einem Übergangsjahr seinen Beitrag zur positiven Außendarstellung des VfB geleistet. Insbesondere hat er sich dem Verhältnis zwischen Club und Fans gewidmet. Dafür bin ich ihm dankbar. Es ist uns gelungen, nach außen ein Bild der Gemeinsamkeit aufrechtzuerhalten."

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Dennoch ist für den Vorstand ein Weiter-so undenkbar: "Er führt nicht, er informiert zu wenig, er fällt selten Entscheidungen, er pflegt keinen offenen Austausch und keinerlei Streitkultur."

Der VfB sei "auf dem Weg, kaputtzumachen, was wir in den letzten zwölf Monaten erreicht haben! Meine Kandidatur soll ein Ausweg aus dieser Lage sein."

Hitzlsperger ist einer von vier Kandidaten, die ihre Bewerbung eingereicht haben. Ein achtköpfiger Vereinsbeirat wählt in den kommenden Tagen zwei Bewerber aus, die sich dem Votum der Mitglieder stellen dürfen.

Hitzlsperger: Vorstandschef und Präsident?

Neben Vogt und Hitzlsperger stehen der Geschäftsmann Volker Zeh und die als Stuttgarter OB-Kandidatin gescheiterte Friedhild Miller auf der Liste. Zeh und Miller werden nur geringe Chancen eingeräumt.

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Unklar ist allerdings, welche Konsequenzen es für den VfB hätte, sollte Hitzlsperger tatsächlich zum Präsidenten gewählt werden - und wie sich eine Doppelfunktion mit der Satzung des Klubs vereinbaren ließe.

Denn: Der Präsident des eingetragenen Vereins (e.V.) - im Gegensatz zum Posten des Vorstandschefs ein Ehrenamt - ist bei den Schwaben gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der AG.