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München - RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann verrät, wie er Spielerverstöße sanktioniert - und wieso er Gehaltsverzicht begrüßt. Auch über sein Outfit spricht er.

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Auch mal neue Wege zu gehen, dafür ist RB Leipzig bekannt:

Unter Ralf Rangnick hatte der Champions-League-Klub, der es am Mittwoch (ab 18.55 Uhr im LIVETICKER) bei Basaksehir Istanbul gefordert ist, einst ein sogenanntes Strafenrad eingeführt, mit dem Spieler-Verstöße geahndet wurden, indem per Dreh entsprechende Sanktionen verhängt.

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Ein Prinzip, das Julian Nagelsmann nun jedoch positiviert hat, wie der Coach nun im XING-Interview erklärte. Konkret: Bei einem Vergehen müssen Spieler einen Wunschzettel aus der Geschäftsstelle ziehen und einen Wunsch eines Mitarbeiters erfüllen.

"Das Rad gibt es nicht mehr. Wir haben uns ein Geschenkesystem überlegt, das folgendermaßen funktioniert: Verstößt einer der Spieler gegen den Strafenkatalog und kommt beispielsweise zu spät zu einer Besprechung, muss er einen Wunschzettel ziehen", so Nagelsmann . "Auf den Wunschzetteln haben Mitarbeiter aus unserer Geschäftsstelle Wünsche bis zu einem gewissen Betrag notiert. Der Spieler muss dann den gezogenen Wunsch erfüllen."

Er persönlich ziehe auch Wünsche, "aber nicht als Strafe, sondern nach gewonnenen Spielen. Auf diese Weise stärken wir das innere Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein. Kürzlich hat eine Angestellte unserer Putzfirma einen Reisegutschein gewonnen und war total gerührt. So etwas ist schön."

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Nagelsmann zu Leistung und Belohnung

Doch nicht nur Verstößen räumt Nagelsmann besondere Beachtung bei - gleiches gilt für überragende Leistungen:

"Nach den Spielen gibt es immer Einzelkritiken. Wer gut war, wird vor der Gruppe gelobt, und es wird ein 'Man of the Match' benannt", fügte der Fußballlehrer an. "Außerdem haben wir ein Prämiensystem, über das ich unser gesamtes Team, also auch Physiotherapeuten, Rehatrainer, Psychologen et cetera am Erfolg beteilige. Der Prämientopf wird von mir gefüllt und bei guter Leistung ausgeschüttet."

RB-Coach Nagelsmann über Gehaltsverzicht

Nagelsmann nahm auch Stellung zum Thema Gehaltsverzicht in Corona-Zeiten: "Der Gehaltsverzicht im Fußball war aus meiner Sicht unverzichtbar. Ich habe viele Freunde, die in der Gastronomie oder Veranstaltungsbranche arbeiten und gerade um ihre Existenzen bangen. Dagegen leben wir Trainer und Spieler auf einer Insel der Glückseligkeit."

Der 33-Jährige forderte daher: "Um Vereine, die ja auch Unternehmen sind, langfristig am Laufen zu halten, müssen wir Gutverdiener also unseren Beitrag leisten. Es gibt Spieler, die können das sofort nachvollziehen. Andere leben in einer Wohlstandsblase, sind mit 16 Jahren in den Job gekommen und haben einfach das Verständnis bislang nicht aufbauen können oder müssen."

Nagelsmann erklärt Outfit

Seine in der Öffentlichkeit immer wieder diskutierte Wahl seines Outfits sieht Nagelsmann gelassen: "Kleider machen Leute, da ist schon was dran. Das heißt, ich ziehe gern an, was mir ein gutes Gefühl gibt, worin ich mich wohlfühle und wodurch ich dann etwas ausstrahle. Das gefällt nicht immer allen und, ja, es sorgt auch mal für Gesprächsstoff. Ich setze das aber gar nicht so bewusst ein, wie manchmal vermutet wird."

"Ein Markenfreak" sei er jedenfalls nicht.

"Normalerweise habe ich zu den Spielen zwei, drei unterschiedliche Outfits dabei und entscheide dann spontan, wonach mir ist. Und manchmal lasse ich auch mein Trainerteam auf meine Auswahl draufsehen", meinte Nagelsmann. "Was die Öffentlichkeit dann dazu sagt, ist für mich nicht entscheidend."