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München - In seiner SPORT1-Kolumne spricht Marcel Reif dem FC Schalke 04 das Rüstzeug für den Abstiegskampf ab, und Borussia Dortmund den nötigen Kampfgeist.

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Vom letzten Spieltag in der Bundesliga sind wir doch alle etwas erschrocken. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse)

RB Leipzig spielt gegen den 1. FC Köln, Borussia Dortmund bei Union Berlin und Bayer Leverkusen zu Hause in Topform gegen den FC Bayern. Und am Ende sind die Bayern wieder die Gewinner des Spieltags und siegen in der Nachspielzeit. Wenn man so ein Spiel auch noch gewinnt, läuft es wohl doch wieder auf die Meisterschaft hinaus. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

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Ich habe das Spiel in Leverkusen gesehen und mich hat die Qualität etwas enttäuscht. Man muss aber auch sagen, dass sich wegen der Corona-Situation die Müdigkeit breitgemacht hat. Spieler, denen das sonst nie passiert, spielen Fehlpässe. Die sind platt. In diesen Zeiten muss so eine Mannschaft geführt werden, was aber nicht nur mit Corona zu tun. Da sind Mentalitäts-Monster wie Joshua Kimmich und Robert Lewandowski gefragt. Auch ein Thomas Müller ist Gold wert, wie er ständig vorneweg marschiert.

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Aber trotz des Sieges muss man sagen: Was die Bayern momentan an Chancen hergeben, ist etwas viel.

Schalke will, kann aber nicht

Aber das sind Probleme, mit denen man sich in Gelsenkirchen gerne herumschlagen würde. Der FC Schalke 04 landet auch mit Huub Stevens nicht den erhofften Befreiungsschlag

Als ich das gehört habe, dass ein Mann, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist, jetzt Schalke retten soll. Also wenn das die Ultima Ratio ist, dann ist das Wahnsinn.

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Das Problem der Königlichen geht tief. Sie wollen ja, aber der Kader, wie er sich aus vielen Trainern und Managern ergeben hat, ist für die Champions League zusammengestellt worden. Und jetzt sollen die gegen Arminia Bielefeld Punkte holen, um nicht abzusteigen. Das können die gar nicht.

Dortmund will immer ins Zwei-Sterne-Restaurant

Ein paar Kilometer weiter sind sie gerade auch nicht so glücklich. 

Mit dem Kader und den Talenten wollen die Dortmunder immer ins Zwei-Sterne-Restaurant. Die müssen aber auch nach Köln und zu Union Berlin. Das fällt ihnen wohl etwas schwer.

Wenn es bei denen läuft, macht es Spaß, ihnen zuzusehen. Wenn es aber nicht läuft, läuft es überhaupt nicht. Das hat etwas mit der Konzentration und dem Gesamtgefühl zu tun. Bei Teams wie Union musst du dagegenhalten. Aber wenn ich an Dortmund denke, ist das Wort "dagegenhalten" eines der Letzten, das mir einfällt.

Man muss aber auch sagen, dass sie in Dortmund etwas begriffen haben. Es ist existenzgefährdend, dass man die Bayern nach dem Motto "Koste es, was es wolle" jagt. Solche Zeiten gab es schon in Dortmund. Das haben sie nun aber verstanden. Sie sind ein Verkäuferklub. Da kommt man nicht mehr so leicht raus.

Für den BVB geht es um Platz zwei bis vier und es ist auch von enormer Bedeutung, dass sie einen dieser Plätze erreichen. Das Ziel ist aber gefährdet. Sie müssen mit diesem Modell in die Champions League.

Thuram bräuchte ich gar nicht mehr

Der letzte Spieltag im Jahr 2020 hat leider auch eine sehr unschöne Szene mit sich gebracht. 

Gladbachs Marcus Thuram spuckte Hoffenheims Stefan Posch ins Gesicht. Man muss sich das mal vorstellen: Du stehst vor einem Menschen und spuckst ihm ins Gesicht. Ich weiß nicht, was man dazu sagen soll. Das kann man im Zusammenspiel zwischen Menschen auf diesem Planeten nicht im Spektrum haben.

Das ist so abartig. Ich würde den ungern noch irgendwo sehen. Wenn ich ehrlich bin - ich bräuchte ihn gar nicht mehr.

Bis demnächst, 

Euer Marcel Reif 

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.