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Mainz - Der FSV Mainz 05 wagt auf dem Tiefpunkt den Turnaround. Mit Christian Heidel an der Spitze, Martin Schmidt als Sportdirektor und Bo Svensson soll die Mainz-05-DNA wiedererweckt werden.

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Fünf Tage liegt die schlimme Pokal-Niederlage gegen den VfL Bochum inzwischen zurück. Das furchtbare Elfmeterschießen, mit dem Lustlos-Elfmeter von Jean-Philippe Mateta als negativer Höhepunkt, war die "Krönung" des Jahres 2020. Sechs Punkte in der Hinserie, ein einziger Bundesligasieg in 13 Partien: Der FSV muss mehr denn je um den Klassenerhalt zittern.

Nach dem Rücktritt von Rouven Schröder kein Sportvorstand mehr am Ruder. Nach der Entlassung von Jan-Moritz Lichte muss nun übergangsweise Jan Siewert übernehmen - und ein Umfeld, bei dem der Klub mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Mit den aktuellen wirtschaftlichen Sorgen und Konstruktionsproblemen innerhalb des Vereins wären die 05er bei einem Abstieg in die 2. Liga wohl sofort ein Kandidat für das direkte Durchreichen in die 3. Liga. (Tabelle der Bundesliga)

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Heidel bringt Schmidt nach Mainz mit

Doch inzwischen haben die Mainzer den von ihnen ersehnten Durchbruch in den Gesprächen erzielt. Wie SPORT1 berichtete wird Christian Heidel nach viereinhalb Jahren wieder das Gesicht des FSV. Vorstandschef Stefan Hofmann muss somit nicht nach einem Plan B suchen. Das Verhältnis von Heidel und Hofmann ist ein sehr gutes, beide arbeiteten früher schon jahrelang vertrauensvoll bei Mainz zusammen.

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Als Sportdirektor wird Ex-Trainer Martin Schmidt bei den 05ern anfangen und erste Erfahrungen in neuer Funktion sammeln. Nach SPORT1-Informationen hing der Vollzug dieser Personalie nur an vertraglichen Details, die nun geklärt wurden. Heidel stellt sich ein Team zusammen, das die Mainz-DNA lebt und kennt. Schmidt coachte die Mainzer von 2010 bis 2017, zunächst die zweite Mannschaft, anschließend die Profis.

Zuvor war der Schweizer als Sky-Experte tätig, jetzt möchte er den 05ern in ganz neuer Rolle helfen. Der früher beim Publikum enorm beliebte Schmidt wird zukünftig zwar die Mannschaft mitgestalten, doch Heidel vorerst noch die finalen und entscheidenden Gespräche führen.

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Svensson soll nächster Mainz-Trainer werden

Die Trainersuche steht freilich noch ganz oben auf dem Zettel. Heidel möchte das Team mit Bo Svensson komplettieren. Der Däne steht zwar noch beim FC Liefering unter Vertrag, doch nach SPORT1-Informationen ist das Begehren der Mainzer auch weiterhin sehr groß, eine Verpflichtung äußerst realistisch. Über Domenico Tedesco dachte die Führungsetage auch nach, doch der 35-Jährige, mit dem Heidel auf Schalke Vizemeister wurde, bleibt bis Sommer in Moskau.

Svensson galt allerdings von Beginn an als Wunschkandidat. Er hat in der RB-Schule gelernt und prägt damit einen Spielstil, der Mainz guttäte. Seine junge, mit Talenten gespickte Mannschaft belegt in der österreichischen zweiten Liga den zweiten Rang. Heidel sah schon vor einigen Jahren in Svensson einen Coach, der im Laufe seiner Trainerkarriere ein Champions-League-Team anführen könne. Der 41-Jährige steht zwar noch bis 2023 bei Liefering unter Vertrag, dennoch sollten sich alle Parteien einig werden.

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Mainz 05: Aufsichtsrat könnte neuformiert werden

Mit dem Trio Heidel, Schmidt und Svensson soll Mainz wieder ein echtes Gerüst erhalten. Zuletzt sind die Rheinhessen etwas vom Weg abgekommen: Dem Team fehlen die Typen, zudem rüttelten der Spielerstreik, die Akte Adam Szalai und der zu späte Rauswurf von Achim Beierlorzer am Gefüge und Selbstverständnis des Klubs. An das lustige Motto eines Klubs, der sich nicht zu ernst nahm und durch diese Lockerheit erfolgreich und beliebt war, erinnern derzeit nur die Karnevalslieder vor Anpfiff in der leeren Opel-Arena.

Auch der Aufsichtsrat muss sich nach SPORT1-Informationen möglicherweise umsehen. Am 9. Februar findet die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen statt. Heidel möchte ein Team mit hochkompetenten Leuten aufbauen und um sich haben.

Der Auftritt von Aufsichtsratschef Detlev Höhne nach dem Schröder-Aus zeigte die Dringlichkeit, es mangelt an Können in dieser verantwortungsvollen Position. Heidel ist zwar kein Heilsbringer, doch mit seinen Kompetenzen und Netzwerken die wohl beste Option für einen Klub, der nach seiner Identität sucht. Der große Umbruch am Bruchweg hat begonnen.