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München - Das Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern ist auch das Duell der beiden 17-jährigen Florian Wirtz und Jamal Musiala. Wer hat wo die Nase vorn?

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Sein zweites Saisontor bejubelte Florian Wirtz im Stile des Batman-Gegenspielers Joker mit einer breitgezogenen Fratze.

Dass der Shootingstar von Bayer Leverkusen ausgerechnet im Derby bei seinem Ex-Verein 1. FC Köln so feierte, sorgte zusätzlich für Aufsehen. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

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"Der Jubel nach meinem Tor ändert nichts an meiner großen Dankbarkeit meinem Jugendklub 1. FC Köln gegenüber", verteidigte sich der 17-Jährige auf Instagram. "Das Grinsen ist für meine Leute zuhause, die jedes Spiel schauen und mich vom ersten Tag an unterstützen."

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Leverkusen empfängt Bayern: Wirtz fordert Musiala

Auch am Samstag werden nicht nur Wirtz' Anhänger den Fernseher einschalten, wenn der Tabellenführer aus Leverkusen den Rekordmeister FC Bayern zum absoluten Spitzenspiel (Bundesliga: Bayer Leverkusen - FC Bayern, Samstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) empfängt. Der Kracher am letzten Bundesligaspieltag vor Weihnachten ist zugleich auch das Duell der beiden Super-Teenager: Wirtz auf Leverkusener und der ebenfalls 17-jährige Jamal Musiala auf Münchner Seite. (Die Tabelle der Bundesliga)

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Auch Ex-Nationalspieler Michael Ballack, zwischen 1999 und 2006 für beide Teams aktiv, wird sich das Spiel wohl nicht entgehen lassen, schließlich verriet er kürzlich im SPORT1-Interview, dass er vor allem wegen Musiala wieder häufiger zur Fernbedienung greift. "Da haben die Bayern mal wieder einen Spieler, der Druck auf die Etablierten machen kann", schwärmte Ballack.

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Bayern-Trainer Hansi Flick freut sich ebenfalls auf den Vergleich der Super-Youngster.

Bayern-Trainer Flick schwärmt von Wirtz und Musiala

"Beide sind sehr talentierte junge Spieler. Bei Florian Wirtz ist Leverkusen schon ein ganz großer Fang gelungen", sagte Flick und beglückwünschte Bayer dafür, den Youngster Anfang des Jahres von Köln auf die andere Rheinseite gelockt zu haben. "Er gefällt mir sehr gut. Er ist schon sehr reif für sein Alter."

Gleichzeitig sei aber auch die "sehr gute Entwicklung" seines Schützlings Musiala erfreulich. "Er hat in den letzten Spielen gezeigt, dass er vollkommen unaufgeregt, sehr selbstbewusst und ballsicher ist", ergänzte Flick. "Er weiß durchaus zu glänzen in unserem Spiel."

Dabei wäre der Joker-Jubel bei Musiala eigentlich passender, schließlich erzielte er alle seine drei Saisontore als Einwechselspieler. Übrigens der Ligabestwert bei den Jokertoren. Auch aufgrund des hohen Konkurrenzkampfes bei den Bayern stand der 17-Jährige bislang nur zwei Mal in der Bundesliga in der Bayern-Startelf.

Wirtz hat sich im offensiven Mittelfeld der Leverkusener einen Stammplatz erkämpft, lief bisher zehn Mal als Achter von Beginn an auf und verpasste nur die Partie in Mainz am 4. Spieltag leicht angeschlagen.

Musiala glänzt als Edeljoker, Wirtz als Flankengott

Während Musiala als Edeljoker glänzt, ist Wirtz eher der Vorbereiter. Schon vier Assists lieferte der Bayer-Youngster, ligaweit schlug er die meisten Flanken zu Toren (drei), auch seine 26 Torschussvorlagen sind herausragend. Erst in den vergangenen beiden Spielen stellte Wirtz auch seine Vollstreckerqualitäten mit seinen ersten beiden Saisontoren in der Bundesliga unter Beweis.

Vergleiche mit dem im Sommer für die Rekordsumme von 100 Millionen Euro zum FC Chelsea abgewanderten Kai Havertz drängen sich da geradezu auf. "Wirtz ist ein anderer Typ als Havertz und kleiner. Trotzdem sucht er in der Box den Abschluss und ist torgefährlich", meinte Ballack zu SPORT1. "Havertz' Statistiken haben in seinem Alter aber seinesgleichen gesucht. Also: Vorsicht mit Vergleichen."

Bei der Gegenüberstellung der beiden Shootingstars Wirtz und Musiala lohnt es sich dennoch, weiter ins Detail zu gehen. Laut Datenerfasser deltatre hat Musiala trotz seiner eher schmächtigen Statur eine starke Zweikampfquote von 57,1 Prozent vorzuweisen. Wirtz gewann knapp weniger als die Hälfte seiner Duelle (49,6 Prozent) und führte im Schnitt pro 90 Minuten zehn Zweikämpfe weniger als Musiala.

"Er kam mit 16 Jahren von Chelsea", sagte Ballack über Bayerns Juwel. "Er war damals ein Hemd und ist körperlich immer noch schmächtig. Er ist trotz seiner wenigen Körperlichkeit unheimlich schnell und beweglich. Er hat zudem ein außergewöhnliches Verständnis für Dribblings. Das sieht man deutlich. Seine Ballführung in der Offensive und seine Übersicht sind absolut herausragend." Musiala geht im Schnitt alle zehn Minuten ins Dribbling, Wirtz nur etwa alle Viertelstunde.

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Wirtz und Musiala gemeinsam für Deutschland? Bierhoff kämpft um Bayern-Talent

Beide eint, dass sie die jüngsten Bundesligaspieler und die jüngsten Torschützen ihrer Klubs sind. Und beide sind aktuelle U21-Nationalspieler. Der in Pulheim geborene Wirtz für Deutschland, der gebürtige Stuttgarter Musiala für England, wo er den Großteil seiner Kindheit verbracht hat.

Dass der DFB, für den Musiala zwei U16-Länderspiele bestritt, den Bayern-Youngster noch nicht aufgegeben hat, bestätigte unlängst Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff bei SPORT1: "Jamal Musiala ist ein sehr interessanter Spieler, den wir aufgrund seiner DFB-Vergangenheit und seinen aktuellen Leistungen beobachten."

Bierhoff ergänzte: "Es gab vor einigen Monaten bereits Kontakt zwischen ihm und unseren DFB-Verantwortlichen im Juniorenbereich. Er hat sich momentan dafür entschieden, für die englische U21-Nationalmannschaft zu spielen, was wir natürlich respektieren. Wir werden ihn aber weiterhin im Auge behalten und natürlich immer wieder erörtern, ob sich seine Einstellung ändern kann."

Sollten Wirtz und Musiala in absehbarer Zeit gemeinsam für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen, müsste sich der DFB auch weniger Sorgen um die TV-Quote machen.