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Leon Goretzka wirbt einmal mehr für Mut und Entschlossenheit im Kampf gegen den Rassismus - und berichtet von Anfeindungen durch AfD-Anhänger.

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Auf dem Platz geht Leon Goretzka im Trikot des FC Bayern mit Leistung und Einsatzwille voran. Auch neben dem Plan zeigt der deutsche Nationalspieler klare Kante. 

Dabei lässt sich der 25-Jährige auch nicht von öffentlichem Gegenwind oder Hasskommentaren im Netz beirren. Nun sprach sich Goretzka einmal mehr mit deutlichen Worten gegen die AfD aus. 

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"Speziell durch die Corona-Krise wurde noch offensichtlicher, welche Partei das ist: Für mich ist es keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland", sagte der Mittelfeldspieler in einem Interview mit der Welt am Sonntag. "Wenn eine Partei von Holocaust-Relativierern und Corona-Leugnern unterstützt und geführt wird – siehe das 'Fliegenschiss der Geschichte'-Zitat von Alexander Gauland – dann demaskiert sie sich selbst", erklärte Goretzka. 

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Nicht zum ersten Mal warb er für Zivilcourage im Kampf gegen Rassismus: "Wir dürfen so etwas nicht dulden, nicht weghören, nicht wegsehen. Wir müssen klar und deutlich Stellung beziehen." 

Goretzka wird von AfD-Unterstützern angefeindet 

Goretzka berichtete von Anfeindungen von AfD-Unterstützern - die ihn in seiner Überzeugung aber nur bestätigt hätten: "Ja, wurde ich. Das habe ich auch zum Teil öffentlich gemacht, um den Menschen zu zeigen: Stopp, hier gibt es Contra. Hasskommentare bringen mich eher dazu, mich noch klarer zu positionieren." 

Er habe auch viel Zuspruch erhalten: "Gegen diese Widerstände muss man ankämpfen, um etwas zu verbessern. Wir müssen den Leuten klar vor Augen führen, dass wir in einer Demokratie leben, die durch nichts und niemanden kaputt gemacht werden kann." 

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Fremdenfeindlichkeit und offener Rassismus hätten auch im Jahr 2020 einen vielfältigen Ursprung: "Wichtig ist, speziell in der jungen Generation massiv in Bildung zu investieren und in unserem Land für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Dazu gehört insbesondere auch, dass wir den Menschen die Hand reichen, die sich sozial und finanziell abgehängt fühlen."

Man müsse ihnen zuhören und das Gefühl vermitteln, "dass sie nicht allein sind. Wir müssen die Werte und das Versprechen unseres Grundgesetzes in unserer Gesellschaft noch stärker mit Leben füllen."

"Das bewegt dich auf einem ganz anderen Level"

Er sei zwar kein Politiker, aber ein Bürger, der sich Gedanken macht: "Ich habe mich vor einigen Jahren entschieden, meine Reichweiten zu nutzen, um andere dazu zu bringen, Dinge zu hinterfragen. Ich will aufstehen gegen Rassismus, das ist mein Impuls: Sich aktiv gegen Rassismus zu wehren, im Alltag Zivilcourage zu zeigen, nicht wegzuhören, sondern sich zu positionieren."

Dies bringe ihn auch als Persönlichkeit weiter - er wolle über mehr sprechen, "als nur das nächste Spiel." 

Zusammen mit Mitspieler Joshua Kimmich rief Goretzka daher auch die Corona-Initiative "We Kick Corona" ins Leben. "Wir konnten durch die Initiative bis jetzt schon über 600 karitative und soziale Projekte in ganz Deutschland unterstützen, sogar einige Existenzen retten. Das positive Feedback zu bekommen, die Dankesschreiben zu Lesen ist ein Gefühl, dass ich so noch nicht kannte. Das bewegt sich auf einem ganz anderen Level als sportliche Erfolge."