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München - Jens Lehmann, Berater von Lars Windhorst, kämpft im Doppelpass gegen den Eindruck, dass der Hertha-Investor gefrustet ist - und stößt auf Widerspruch.

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Hertha BSC und Investor Lars Windhorst: Eine Verbindung, die trotz ihrer Startschwierigkeiten noch zur Erfolgsgeschichte wird – oder doch ein großes Missverständnis?

Der Sieg des aktuellen Tabellen-Elften im Stadtderby mit Union Berlin kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Hauptstadtklub noch immer weit davon entfernt ist, den Ansprüchen gerecht zu werden, die der spektakuläre Deal mit sich brachte.

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274 Millionen Euro hat der Elektronik- und Finanzunternehmer über seine Holding-Gesellschaft Tennor seit 2019 in die Hertha GmbH und Co. KgaA gesteckt.

Gut angelegtes Geld, trotz der geringen Fortschritte, die der Klub seitdem sportlich gemacht hat und dem spektakulären Zerwürfnis mit dem von Windhorst installiertem Jürgen Klinsmann? Klares Ja, sagte Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann, der dort als neuer Interessenvertreter für Windhorst im Aufsichtsrat sitzt, am Sonntagmittag im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

Wird Lehmann mit dieser Einschätzung Recht behalten? Nicht alle Zuhörer waren überzeugt. Zumal es einige offene Fragen zum aktuellen Stand der Geschäftsbeziehung gibt.

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Lehmann: Windhorst "sehr glücklich"

"Lars Windhorst spielt eine Vorreiterrolle für ein offenes Investment. Viele andere Klubs würden sich dieses Modell wünschen, zumal in Coronazeiten", sagte Lehmann, der im Mai als Nachfolger Klinsmanns präsentiert worden war.

Der 51-Jährige prophezeit: "Der Weg auf lange Sicht wird bei Hertha nach oben führen: Das Investment ist nachhaltig, Lars Windhorst ist nachhaltig motiviert, die Weichen sind gestellt." Lehmann bezog sich dabei unter anderem auch auf die Berufung des früheren Sky-Chefs Carsten Schmidt als neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung.

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Der alleinige Fokus auf die aktuelle sportliche Bilanz der Hertha sei verfehlt, so Lehmann: "Ob da im Moment vielleicht fünf Punkte sportlich fehlen, das ist zu kurz gedacht." Windhorst sei "sehr glücklich" mit seinem Investment. (SERVICE: Tabelle)

Doppelpass-Experte Alfred Draxler hakte an der Stelle ein, dass er da andere Darstellungen gehört hätte.

Draxler widerspricht Lehmann

"Das Verhältnis zwischen Hertha und Windhorst ist alles andere als gut", sagte Draxler: Windhorst sei "sehr unglücklich, es geht ihm alles zu defensiv und zu wenig nach vorn. Wenn das so weitergeht, wird es nicht gutgehen."

Ein Indiz, dass etwas im Argen liegt, ist die Verschiebung der eigentlich für den Herbst angekündigten 100-Millionen-Zahlung, mit der Windhorst sein Engagement noch weiter ausbauen will.

Als Beispiel für die Probleme nannte Draxler zudem die Verwerfungen, die es im Oktober um Lehmanns Aussagen gab, dass die Qualifikation für das internationale Geschäft Herthas Saisonziel sei.

Dem widersprachen Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer, Letzterer mit dem vielsagenden Verweis: "Herr Lehmann spricht als Berater von Tennor über und nicht für Hertha BSC."

Lehmann gesteht fehlenden Zusammenhalt

Im Dopa wollte Lehmann unter Verweis auf Schweigeverpflichtungen, die sein Mandat mit sich bringt, nicht auf alle Streitpunkte konkret eingehen - gewisse Einblicke gab er allerdings.

Das Verhältnis zu Gegenbauer etwa stellte Lehmann trotz der Irritationen im Herbst als gut dar. Der 70-Jährige sei "ein bisschen anders, aber ein guter Berliner Typ".

Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Den Eindruck, dass die Kooperation Windhorst – Hertha runder laufen könnte, stützte aber indirekt auch Lehmann, als er zum Thema Zusammenhalt folgende Sätze sagte: "Hier in der Runde sitzen Stefan Effenberg, Thomas Helmer: Wir durften alle schon mal was gewinnen, meistens im Team, mit einem guten Teamgeist. Auch das wird bei Hertha irgendwann so sein, dass man als Team mal diese Stärke entdeckt."

Irgendwann?