Lesedauer: 4 Minuten

Joshua Kimmich feiert überraschend noch im Jahr 2020 sein Comeback - und was für eines. Selbst während seiner Abwesenheit überzeugte er, was Ambitionen weckt.

Anzeige

Dass Joshua Kimmich im Jahr 2020 noch einmal auf dem Rasen stehen würde, schien nach dem 7. November nahezu ausgeschlossen. 

An jenem Abend liefen dem deutschen Nationalspieler Tränen über die Wangen als er im Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern ausgewechselt werden musste. Die Diagnose Meniskusschaden konnte wenig später als kleine Entwarnung gesehen werden, aber bis zum Jahr 2021 müsste er sich eben gedulden, so die Prognose.

Anzeige
Auch interessant
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Die Transfer-Baustellen der Bayern
  • Fussball / Transfermarkt
    2
    Fussball / Transfermarkt
    Transferticker: Tritt Odegaard in Özils Fußstapfen?
  • Int. Fussball / Championship
    3
    Int. Fussball / Championship
    Der Abstieg von Klopps Musterschüler
  • Fußball / Bundesliga
    4
    Fußball / Bundesliga
    Bittere Story eines BVB-Transfers
  • Boulevard
    5
    Boulevard
    Der Porno-Absturz der Surf-Coffeys

Im letzten Spiel des Jahres durfte Kimmich nun aber doch schon wieder ran und bereitete nach seiner Einwechslung mal eben den Siegtreffer im nächsten Topspiel vor - beim 2:1-Sieg der Münchner bei Bayer Leverkusen. 

Kimmich als Mentalitätsmonster

"Es war nicht geplant, dass er spielt", verriet Bayern-Coach Hansi Flick nach der Partie. "Er hat mir dann in der Halbzeit ganz deutlich gesagt, dass er sich bereit fühlt. Mit ihm, David (Alaba) und auch Jamal (Musiala) hatten wir mehr Ballkontrolle im Mittelfeld. Joshua ist sehr wichtig." 

Dass Kimmich im letzten Spiel des Jahres das Risiko nicht scheute und unbedingt spielen wollte zeigt seinen außerordentlichen Charakter - ist aber nicht mehr überraschend. Der 25-Jährige hat sich längst den Ruf als Mentalitätsmonster erarbeitet. 

"In diesen Zeiten muss so eine Mannschaft geführt werden, was aber nicht nur mit Corona zu tun hat. Da sind Mentalitätsmonster wie Joshua Kimmich und Robert Lewandowski gefragt", sagte SPORT1-Experte Marcel Reif im CHECK24 Doppelpass.

Tatsächlich hatte man auch als neutraler Zuschauer Kimmichs lautstarke Kommentare auf dem Rasen vermisst, die in den leeren Stadien seit dem Aufkommen der Corona-Pandemie am heimischen Fernseher so gut zu verstehen sind. Er hatte in den Wochen vor seiner Verletzung sogar dem "Radio Müller" den Rang abgelaufen und seine Mannschaft unaufhörlich nach vorne gepeitscht. 

Kimmich überzeugt sogar während seiner Verletzung

Und auch während seiner Abwesenheit konnte Kimmich seine Mentalität unter Beweis stellen - was durchaus ungewöhnlich ist. 

"Gerade jetzt in der Reha hat sich auch wieder gezeigt, was für ein Profi er ist", hatte Flick seinen Schützling vor der Partie in Leverkusen gelobt. "Er hat eine ganz andere Fitness als vorher. Er ist also auch da einen Tick weiter, hat sich nochmal verbessert." 

Tippkönig der Königsklasse gesucht! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge war im CHECK24 Doppelpass nach Kimmichs beeindruckendem Comeback voll des Lobes. "Kimmich ist nach fünf Wochen zurückgekommen. Das war keine einfache Operation. Aber der hat hart gearbeitet, um jetzt wieder auf dem Platz zu stehen."

Flick hatte wöchentlich Kimmichs tadellose Einstellung auf dem Weg zum Comeback herausgestellt. Mit seiner vorbildlichen Einstellung und seinem unbedingten Willen hat er sich die 22 Spielminuten erkämpft, die der Mittelfeldspieler in Leverkusen absolviert hat. Und in diesen hat er durch seine Vorlage auf Robert Lewandowski großen Anteil daran, dass der FCB an der Tabellenspitze ins Jahr 2021 geht. 

Ein zukünftiger Weltfußballer?

Kimmich gilt längst als künftiger Kapitän und Gesicht des FC Bayern. Auch in der Nationalmannschaft führt über kurz oder lang wohl kein Weg an Kimmich als Kapitän vorbei.

Doch könnte Kimmich sogar eines Tages in die Fußstapfen eines Teamkollegen treten?

Wenn es nach Flick geht, dann ist auch die größte Auszeichnung denkbar, die ein Spieler erhalten kann. Für ihn als Trainer sei es einfach schön mit "solchen Spielern zu arbeiten, weil sie sich jeden Tag verbessern wollen. Das sind die Voraussetzungen, die wir hier brauchen."

Er hoffe, dass Kimmich eines Tages wie Robert Lewandowski zum Weltfußballer ernannt werde. Eine Vorstellung, die immer realistischer wird.