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München - Vorbei die Zeiten, in denen Jérôme Boateng, Niklas Süle oder David Alaba zum Abwehrboss erklärt werden. Hansi Flick erklärt, warum.

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Niklas Süle wurde aus dem Kader gestrichen, um Trainingsrückstand aufzuholen. Mit seinem ersten Treffer in der Champions League und einer soliden Vorstellung gegen Lok Moskau (2:0) hat der 25-Jährige seine Ansprüche in der Defensive des FC Bayern untermauert.

Süle wieder da, aber auch gleich wieder der Abwehrchef? Nein!

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SPORT1 fragte Flick: Wer hat in der Defensive das Sagen?

"Beide Innenverteidiger die spielen, müssen ihre Sache erledigen. Klar, ist der ein oder andere mehr bereit, die Mannschaft zu führen. Aber es ist immer abhängig davon, wer spielt", erklärt der Triple-Trainer.

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Heißt im Umkehrschluss: Unter Hansi Flick gibt es zukünftig zwei Startelf-Bosse!

David Alaba mit schwankenden Leistungen

David Alaba wurde von Flick einst als Abwehrchef ernannt, seine Leistungen waren zuletzt allerdings schwankend. Zudem bahnt sich beim Österreicher ein Abgang nach Saisonende an, da die Bayern ihr Vertragsangebot zur Verlängerung zurückgezogen haben, obwohl ihn Flick unbedingt halten will.

Die Verbindung zwischen Spieler und Trainer belastet das Vertrags-Theater indes nicht. Alaba absolvierte von allen Innenverteidigern bislang die meisten Spielminuten in dieser Saison (15 Pflichtspieleinsätze/1293 Minuten). Dennoch: Verlässt Alaba die Bayern, braucht es einen Nachfolger mit Führungsqualitäten. Vielleicht auch ein Grund, warum Alaba nicht mehr explizit als alleiniger Abwehr-Chef genannt wird.

Lucas Hernández folgt Alaba mit 15 Pflichtspieleinsätzen und 1096 absolvierten Minuten. Der 80-Millionen-Mann wechselt in seinem zweiten Bayern-Jahr weiterhin zwischen Linksverteidiger und Innenverteidigung. Der Franzose geht mit Kampf und Einsatzwillen auf dem Platz voran. Attribute, die Flick an ihm schätzt. Um ein richtiger Anführer zu werden, muss der 24-Jährigen allerdings konstanter und lautstarker werden.

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Auf Platz drei rangiert Jérôme Boateng (14 Pflichtspieleinsätze/1092 Minuten). Unter Flick hat sich der Weltmeister von 2014 zu alter Stärke zurückgekämpft. Unter Jupp Heynckes und Pep Guardiola avancierte er einst zum unangefochtenen "Boss Boateng".

Steht Boateng auf dem Platz, ist er aufgrund seiner Physis und Erfahrung automatisch ein Anführer. Lautstark gibt er auch immer wieder Kommandos an seine Vorderleute, wenn er es für nötig hält. Wie im Spiel gegen Lok Moskau (2:0), als er seine Mitspieler wachrüttelte, um sie darauf aufmerksam zu machen, mehr auf die zweiten Bälle zu gehen. Allerdings ist die Zukunft von Boateng offen. Sein Vertrag läuft 2021 aus, Gespräche sollen im Frühjahr folgen. Hängen lassen wird sich Boateng unter Flick allerdings nicht.

Niklas Süle gilt als Abwehrmann der Zukunft

Niklas Süle hat die viertmeisten Einsätze aller gestandenen Innenverteidiger (13 Pflichtspieleinsätze/1008 Minuten). Er wurde von Flick-Vorgänger Niko Kovac zum Abwehr-Boss ernannt, riss sich rund um den Flick-Start allerdings das Kreuzband, weshalb Alaba in die Bresche sprang.

Süle arbeitet sich zur Topform zurück, nachdem er zuletzt aufgrund von Trainingsrückstand aus dem Kader gestrichen wurde. Gegen Moskau war er präsent und erfolgreich. Per Kopf traf er zur Führung. Sein erstes Tor nach 33 Pflichtspielen, sein erstes Tor in der Königsklasse im 25. Einsatz. "Grüße gehen raus an Hermann Gerland, fürs Kopfballpendel", sagte Süle nach Abpfiff.

Flick: "Nach dem 1:0 war mir klar, dass wir das Spiel gewinnen. Auch, weil wir defensiv gut gestanden haben. Dazu hat Niklas beigetragen."

Süles Vertag läuft 2022 aus, er galt bisher als der Abwehrmann der Zukunft, muss sich für einen neuen Vertrag allerdings beweisen. Anführer-Potential hat er. Zudem hat er sich selbst auf die Fahnen geschrieben, auf dem Platz lauter zu werden.

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Die Talente Tanguy Nianzou und Chris Richards, der laut Flick "seine Sache sehr gut" mache, weil er "sehr unaufgeregt und gegen den Mann immer präsent" sei, entwickeln sich im Hintergrund. Ebenso Alphonso Davies. Spannend wird zu sehen sein, was Flick mit Benjamin Pavard plant. Im SPORT1-Interview stellte der Franzose klar, langfristig in der Innenverteidigung spielen zu wollen. Bislang kommt er aber als Rechtsverteidiger zum Einsatz. Auch mangels Alternativen.

Flick betont jedenfalls, mit der Entwicklung seiner Innenverteidiger "sehr zufrieden" zu sein. Positiv ist auch, dass die Bayern nach zuletzt neun Spielen in Folge mit mindestens einem Gegentor gegen Moskau mal wieder zu Null gespielt haben: "Daraus kann man Selbstvertrauen schöpfen. Es war ein gutes Spiel, um für die letzten drei Spiele gerüstet zu sein."