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München - Wer war schuld am dritten Tor von RB Leipzig gegen den FC Bayern München? Im CHECK24 Doppelpass werten Stefan Effenberg und Jens Lehmann es unterschiedlich.

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Die drohende Niederlage im Topspiel gegen RB Leipzig hat der FC Bayern München am Samstag abwenden können. Diskussionen über die Defensivleistung des Rekordmeisters allerdings nicht.

Zum dritten Mal in dieser Saison hat Bayern beim 3:3 gegen die Leipziger mehr als zwei Gegentore in einem Pflichtspiel kassiert - was dem Team von Hansi Flick in der Triple-Spielzeit 2019/20 nur einmal passiert war.

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Woran liegt es? Bei der Ursachenforschung im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 gab es es am Sonntagmorgen kontroverse Diskussionen. Vor allem, als es um das dritte Leipziger Gegentor von Emil Forsberg und das Defensivverhalten von Niklas Süle und Jérôme Boateng, herrschte Uneinigkeit zwischen den Experten Stefan Effenberg und Jens Lehmann.

Effenberg: "Süle macht hier den Fehler"

Nach einer Flanke von Angelino war Emil Forsberg völlig frei zum Kopfball gekommen, so unbedrängt, dass auch seine vergleichsweise geringe Körpergröße von 1,79 Metern kein Handicap war (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

"In meinen Augen macht Süle hier den Fehler, weil er viel zu lang auf seiner Seite wartet. Da muss er zumachen", wunderte sich der frühere Bayern-Kapitän Effenberg. Er sah Süle eher in der Verantwortung als den Verteidigerkollegen Boateng, der in der Situation vergeblich versucht hatte, sich der Flanke in den Weg zu stellen - was Effenberg aber im Prinzip vertretbar findet: "Der orientiert sich in dem Moment nach vorn, dann muss der hintere aufschließen, das tut Süle aber nicht." (FC Bayern - RB Leipzig: Die Einzelkritik)

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Lehmann: "Boateng kann nicht blind den Raum zumachen"

Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann ordnete die Szene anders ein: "Wenn ich Boateng bin, gucke ich: Wo ist mein nächster Gegenspieler, der jetzt gefährlich wird vorm Tor? Dann laufe ich nicht blind auf den ersten Pfosten - wobei das inzwischen alle machen, was ich nicht verstehe. Boateng lässt ihn ja total frei." Es wäre also eher Boatengs Job gewesen, an Forsberg dranzubleiben, befand der Nachfolger von Jürgen Klinsmann im Aufsichtsrat von Hertha BSC.

Effenbergs Antwort an den einstigen Rivalen seines Bayern-Weggefährten Oliver Kahn: "Ich habe doch einen zweiten Innenverteidiger im Rücken, den ich zwar nicht sehe, aber er sieht mich, sieht meine Bewegung. Der Automatismus, von dem ich ausgehe, ist dass Süle ranrückt." Der aber sei viel zu schlecht postiert gewesen.

Lehmann stimmte zu, wollte Boateng trotzdem nicht von der Verantwortung freisprechen: "Boateng kann jetzt nicht blind den Raum zumachen, er muss doch auch den Mann decken. Er kann sich vielleicht einen Meter von ihm wegbewegen, aber keine fünf."

Defensivproblem des FC Bayern geht tiefer

Effenberg und Lehmann blieben bei ihrer Meinungsverschiedenheit, waren sich aber einig, dass das aktuelle Defensivproblem der Bayern tieferliegende Ursachen hat.

Lehmann: "Ich glaube, sie haben das Problem, dass sie bislang nicht so viel organisieren mussten hinten, weil es immer irgendwie geklappt hat. Jetzt werden sie in den vergangenen Spielen mal ein bisschen damit konfrontiert."

Effenberg wiederum verwies, dass das Defensivproblem auch mit einem anderen Mannschaftsteil zusammenhängt: "Letztes Jahr hattest du Kimmich und Goretzka als Sechser, die ja auch dafür verantwortlich sind, dass die Innenverteidiger eine Sicherheit haben."

Der seit dem Spiel gegen Dortmund vor einem Monat am Knie verletzte Kimmich fehle "zu einhundert Prozent".