Kevin Trapp ist die Nummer eins bei Eintracht Frankfurt
Kevin Trapp ist die Nummer eins bei Eintracht Frankfurt © Imago
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Frankfurt am Main - Trotz ordentlicher Werte hinkt Kevin Trapp bei Eintracht Frankfurt den Erwartungen hinterher. Trainer Adi Hütter fordert mehr von seinem Torhüter.

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Es ist eine Statistik, die eigentlich für Kevin Trapp sprechen sollte.

Der Torhüter der Frankfurter Eintracht wehrte in neun Partien 68,1 Prozent der Bälle ab und liegt damit in diesem Klassement hinter Koen Casteels (Wolfsburg/78,6 Prozent), Rafal Gikiewicz (FC Augsburg/73,9 Prozent) und Péter Gulácsi (Leipzig/69,9 Prozent) auf Rang vier. Und doch wartet Trapp seit Monaten schon auf eine Weiße Weste.

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Hütter mit vielsagenden Worten in Richtung Trapp

Am 3. Juni erreichte die Eintracht ihr letztes Zu-Null, bei Werder Bremen gelang den Hessen damals ein 3:0-Erfolg. Seitdem sind 17 Pflichtspiele vergangen, in denen die Frankfurter immer mindestens einen Gegentreffer kassierten. Eine schwarze Serie - und nicht der Anspruch, den Trapp an sich selbst, aber auch die Eintracht an ihn stellt. (SERVICE: Der Bundesliga-Spielplan)

Der Klub strebt auf die internationale Bühne und benötigt dafür einen Schlussmann, der auch die zumeist wenigen, aber schwierigen Eins-gegen-Eins-Situationen erfolgreich meistert.

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Adi Hütter gab auf Nachfrage von SPORT1 vor der Partie gegen den Tabellenvierten Borussia Dortmund (Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) zu: "Topmannschaften haben sehr gute Torhüter. Kevin ist natürlich ein sehr guter Torhüter. Wir werden von unseren Gegnern aber nicht so an die Wand gespielt, dass er vier oder fünf sogenannte 'Unhaltbare' halten muss." (SERVICE: Die Bundesliga-Tabelle)

Der Trainer fügte allerdings vielsagend an: "Es zeichnet einen guten Torhüter deshalb aus, wenn er nicht so viel zu tun hat und dann da ist."

Schon 16 Gegentore für die Eintracht

Es ist eine Ansage in Richtung Trapp!

16 Gegentore werden nur von fünf Teams überboten. Der 30-Jährige sah am vergangenen Spieltag bei Union Berlin schlecht aus, er ließ bereits nach zwei Minuten eine an und für sich harmlose Flanke vor dem 0:1 fallen. Auch wenn der Schlussmann anschließend einen höheren Rückstand verhindern konnte, so war diese Aktion doch eine Schlüsselszene und der Auftakt zu einem wilden 3:3.

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"Für mich war es natürlich super ungünstig, mit so einem Patzer ins Spiel zu kommen. Wichtig ist dann, die Mentalität zu haben und weiterzumachen. Das ist mir ganz gut gelungen", sagte Trapp nach Abpfiff. Hütter kritisierte: "Das war ein klarer Fehler, da müssen wir nicht um den heißen Brei herumreden. Nach fünf Minuten lagen wir schon 0:2 zurück. Das ist natürlich fürchterlich, wenn man so startet."

Rönnow hat die Messlatte hoch gelegt

Obwohl er noch einige ordentliche Paraden zeigte, blieb auch diesmal ein Makel haften. Intern sollen sie in Frankfurt nach SPORT1-Informationen nicht ganz glücklich damit sein, dass Trapp keine außergewöhnlichen Bälle hält. Für den Angriff in Richtung europäische Plätze benötigt die Eintracht nicht nur eine normale, souveräne, stabile Torhüterleistung, sondern zumindest auch vereinzelte Glanztage.

Der zum FC Schalke 04 verliehene Frederik Rönnow etwa zeigt Woche für Woche starke Leistungen und ist trotz vieler Gegentreffer regelmäßig bester Mann der Gelsenkirchener. Der Däne hatte die Messlatte als Stellvertreter von Trapp im vergangenen Herbst hoch gelegt, so richtig kam die etatmäßige Nummer 1 der Eintracht seit einer schlimmen Schulterverletzung nicht mehr in Tritt.

Bei aller Erfahrung und Führungsstärke, die für das Team sehr wichtig und nicht zu unterschätzen ist, fehlt aktuell ein Tick. Er hält solide, aber eben nicht herausragend.

Trapp hat Europameisterschaft im Blick

Dabei hat Trapp noch ein großes persönliches Ziel vor Augen, schließlich steht im kommenden Sommer die Europameisterschaft auf dem Programm. Gegen Spanien (1:1) und Tschechien (1:0) konnte er im DFB-Team im Rennen mit Bernd Leno für sich mit guten Leistungen werben, dort zeigte sich Trapp präsent und wehrte auch gefährliche Bälle ab.

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Ähnliches erhofft sich nun auch Hütter von seinem Schlussmann - damit die Wochen der Wahrheit gegen die Topmannschaften aus Dortmund, Gladbach und Leverkusen erfolgreich verlaufen.