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München - Christian Gross hat auf Schalke ein Himmelfahrtskommando übernommen. Bei SPORT1 erklären zwei ehemalige Weggefährten, weshalb die Rettung gelingen kann.

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Fritz Schmid freut sich über das neue Engagement von Christian Gross als Trainer bei Schalke 04.

Schmid war in Asien, Afrika und zuletzt als Nationaltrainer in Neuseeland tätig, war sieben Jahre beim FC Basel der Assistent von Gross, zuvor auch bei Tottenham Hotspur und dem Grasshopper Club Zürich der Co-Trainer des 66-Jährigen.

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"Es ist nicht die Härte, die ihn ausmacht, sondern die Tatsache, dass er viel von sich und seinem Umfeld einfordert. Wenn er das schafft, dann bekommen sie das auf Schalke hin. Das traue ich ihm mit seiner Arbeitsweise hundertprozentig zu", sagt Schmid im Gespräch mit SPORT1. "Er ist eine große Persönlichkeit, das wird Schalke helfen." (SERVICE: Bundesliga-Tabelle)

Schmidt sieht "Manko an Respekt"

Dass Gross in den vergangenen Jahren beim saudi-arabischen Fußballverein al-Ahli und beim ägyptischen Klub Zamalek SC tätig war und für viele Experten seine Karriere dort habe nur ausklingen lassen, kann Schmid nicht nachvollziehen.

"Ich möchte dieses Bild vom außereuropäischen Fußball-Geschehen rund um den Globus korrigieren. Wenn man nicht in Europa tätig ist, wird man oft mit einem gewissen Manko an Respekt beurteilt und etwas belächelt", meint Schmid. Dort werde "auch Fußball gespielt und da sind dieselben Qualitäten gefordert, um mit Mannschaften erfolgreich zu sein".

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Gross habe bewiesen, dass er sich auf verschiedene kulturelle Situationen einstellen könne. "Das ist eine absolute Stärke von ihm", findet sein langjähriger Assistent. "Christian ist durch und durch professionell, sehr zielstrebig und stellt alles unter das übergeordnete Ziel Erfolg."

Schmid ergänzt: "Diese Berufsauffassung sollte Voraussetzung sein, das aber in der täglichen Arbeit einzufordern, da ist Christian ein Vorzeigemodell."

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Kreuzer schwärmt von Gross

Auch Oliver Kreuzer schwärmt von Gross. "So wie ich Christian kenne, hat er sich während den vergangenen Jahren fernab von Europa stets über den deutschen Fußball informiert. Eigentlich ist Schalke tot, aber wenn einer es schafft, dann er. Seine große Stärke ist, die Kabine und das Team zu einen", sagt der 55-Jährige SPORT1. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan)

Kreuzer wechselte 1997 vom FC Bayern zum FC Basel und war dort von 1999 bis 2002 Spieler unter Gross, danach arbeitete er bis 2005 als Teammanager beim Schweizer Traditionsverein. 

Das große Plus des neuen Schalke-Trainers? "Christian spricht fünf oder sechs Sprachen fließend. Die Mannschaftsbesprechungen damals in Basel waren überragend. Er spricht jeden Spieler in seiner Landessprache an, und das ist für Schalke ganz wichtig", erklärt Kreuzer.

"Wenn er vor der Truppe steht, herrscht 100 Prozent Autorität, Überzeugung und Respekt. Christian wird es schaffen, dass die Schalker Mannschaft wieder durch eine Tür geht."

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Gross führt Stuttgart in Europa League

Als einzigen Bundesliga-Verein in seiner bisherigen Karriere trainierte Gross in der Spielzeit 2009/2010 den VfB Stuttgart. Er übernahm die Schwaben am 6. Dezember 2009 auf Platz 15 und führte die Mannschaft bis zum Saisonende auf Platz sechs, wodurch sich die Stuttgarter für die Europa League qualifizierten.

Gross hatte in dieser Spielzeit mit 2,26 Punkten pro Spiel den besten Punkteschnitt aller Bundesligatrainer. Nach einem enttäuschenden Start in die neue Runde, sechs Niederlagen in sieben Spielen und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz, wurde er entlassen.

Schalke droht Minusrekord von Tasmania

Doch Schmid stellt das Positive aus dieser Zeit heraus. "Auch beim VfB Stuttgart hat Christian die Mannschaft von hinten herausgeführt. Und da war eine Entwicklung zu sehen, das ist ja das große Ziel auf Schalke."

Er erklärt: "Ich bin jetzt für eine Weile Schalke-Fan und wünsche Christian besten Erfolg. Viel Schub sagt man in der Schweiz."

Gross wird für die Rettung der Königsblauen ein gutes Händchen benötigen. Der Verein landete im ganzen Jahr 2020 nur einen Bundesliga-Sieg - im Januar beim 2:0 zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach. Den Königsblauen fehlen nur noch zwei Spiele zur Einstellung des Negativ-Rekords von Tasmania Berlin (31 Bundesliga-Spiele ohne Sieg). 

Mit dem VfB gewann Gross bereits sein zweites Bundesliga-Spiel. Damit würde er auf Schalke die Einstellung des Tasmania-Rekord gerade noch verhindern.