RB-Trainer Julian Nagelsmann (r.) darf sich in Dominik Szoboszlai offenbar auf ein weiteres Riesentalent frauen
RB-Trainer Julian Nagelsmann (r.) darf sich in Dominik Szoboszlai offenbar auf ein weiteres Riesentalent frauen © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago
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Leipzig ist aktuell in Top-Form. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Kader über enorme Breite verfügt. Trotzdem steht ein Spieler ganz oben auf der Einkaufsliste.

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Als Amadou Haidara in der 13. Minute im Gruppenfinale gegen Manchester United das 2:0 für RB Leipzig erzielte, wurde einmal mehr deutlich, wie stark die Mannschaft von Julian Nagelsmann ist. Die Red Devils wurden in der Anfangsphase von der Leipzger Wucht überrollt. Lediglich einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung war es zu verdanken, dass der englische Rekordmeister am Ende beinahe doch noch den Ausgleich erzielte.

Die Roten Bullen spielen wie alle Top-Vereine momentan alle drei Tage und müssen deshalb rotieren. Der Unterschied zu vielen Anderen ist: Man merkt ihnen die Rotation nicht an. Während bei Dortmund die gesamte Mannschaft auseinanderfällt, weil Torjäger Erling Haaland fehlt oder Bayern ohne Joshua Kimmich ungeahnte Defensivschwächen offenbart, ist Leipzig konstant. Egal, wer auf dem Platz steht.

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Leipzig: Nicht mehr abhängig von Werner

SPORT1-Experte Marcel Reif brachte es im CHECK24 Doppelpass auf den Punkt: "Die rotieren fünf Mal und ich kann nicht sagen, dass mir dann einer fehlt." Das ist eine neue Qualität bei den Sachsen. Noch in der Vorsaison gab es eine starke Abhängigkeit von Timo Werner, der an 44 Prozent aller Leipziger Bundesligatore in der Saison 19/20 direkt beteiligt war.

In dieser Saison liegt der Höchstwert in dieser Kategorie bisher bei 26 Prozent. Erreicht von gleich vier Spielern: Angeliño, Dani Olmo, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen. Es gibt bereits nach elf Spieltagen zwölf verschiedene Torschützen. Zum Vergleich: Bei Dortmund und Leverkusen, die ebenso viele Saisontore erzielt haben, sind es neun bzw. zehn.

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Nagelsmanns Team ist also an Ausgewogenheit kaum zu übertreffen. Trotzdem steht ein Name schon im Winter ganz oben auf der Einkaufsliste: Dominik Szoboszlai. Der Ungar verzaubert aktuell beim Schwesterverein aus Salzburg die Herzen der Fans und wird auch mit Real Madrid in Verbindung gebracht. Deshalb möchte Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche den Transfer möglichst schnell unter Dach und Fach bringen. Ein ähnliches Szenario wie bei Erling Haaland vor einem Jahr soll unbedingt verhindert werden.

Wo könnte Szoboszlai spielen?

Sicher ist, dass Szoboszlai Salzburg im Winter verlassen wird. Das Ziel ist noch unbekannt, ein Wechsel nach Leipzig gilt als sehr wahrscheinlich.

Doch welche Rolle würde der 20-Jährige bei RB überhaupt spielen und wen könnte er möglicherweise verdrängen?

Szoboszlais größte Waffe ist sein rechter Fuß. Er schüttelt Traumtore aus dem Schlappen als wäre es das Einfachste auf der Welt. Hinzukommen gute technische Fähigkeiten, ein starkes Dribbling und hohes Tempo. Er hat also alles, was ein moderner Fußballer braucht und passt perfekt zu den Anforderungen von Julian Nagelsmann.

"Szoboszlai ist ein Ausnahmespieler, ein echter Spielmacher-Typ. Seine Handlungsschnelligkeit und diese Schusstechnik haben nur wenige", sagte Szoboszlais Landsmann Pal Dardai zuletzt im Gespräch mit SPORT1. Für Ungarns Ex-Nationaltrainer Lothar Matthäus ist Szoboszlai "ein Typ wie Kai Havertz".

Ungarn vergleichen Szoboszlai mit Puskas

In Ungarn wird Szoboszlai bereits mit Legende Ferenc Puskás verglichen - umso mehr nach seinem Treffer in der Nachspielzeit in den EM-Playoffs gegen Island.

Bei Salzburg spielt der Shootingstar zumeist im linken Mittelfeld, was jedoch bei Leipzigs offensiver Ausrichtung in der Liga getrost als links offensiv bezeichnet werden kann. Auf dieser Position haben bei Leipzig in dieser Saison bisher Christopher Nkunku, Forsberg, Olmo, Justin Kluivert, Angeliño und Lazar Samardzic gespielt. Aber keiner dieser Spieler ist auf die linke Seite beschränkt, genauso wenig wie Szoboszlai selbst. Auch im zentralen offensiven Mittelfeld fühlt er sich wohl.

Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Da Angeliño zumeist auf der Linksverteidigerposition eingesetzt wird, braucht dieser nicht um seinen Platz zu fürchten. Die restlichen fünf hingegen wären wohl die direkten Konkurrenten. Wobei Samardzic ohnehin eher Ergänzungsspieler ist.

Vier Spieler also für zwei Positionen (links offensiv, zentral offensiv). Im knackigen Programm des Herbstes keinesfalls zu viel. Doch sollte Leipzig irgendwann nicht mehr auf drei Hochzeiten tanzen, warten auf Nagelsmann schwierige Entscheidungen.