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Bremen - Werder Bremen verliert zu Hause gegen den VfB Stuttgart. Silas Wamangituka erzielt einen Doppelpack. Der VfB feiert den dritten Auswärtssieg.

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Nächster Dämpfer für Werder Bremen: Doch nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den VfB Stuttgart erhitzte ein Arroganzanfall von VfB-Torschütze Silas Wamangituka die Bremer Gemüter.

Nach groben Patzern von Ömer Toprak und Jiri Pavlenka schnappte sich Wamangituka in der Nachspielzeit den Ball und stürmte auf das leere Tor zu. Statt den Ball einfach einzuschieben, blieb Wamangituka aufreizend vor der Linie stehen und wartete auf die Werder-Abwehr, bevor er den Ball über die Linie drückte. Davie Selke, der schließlich zum Endstand traf (90.+3), stellte Wamangituka noch auf dem Platz zur Rede. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

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"Was ich ihm gesagt habe, bleibt auf dem Platz. Dass es respektlos war, da brauchen wir nicht drüber reden. Der Junge macht ein gutes Spiel, macht zwei Tore gegen uns. Da soll er nach so einem Fehler einfach den Ball ins Tor schieben und sich über sein zweites Tor freuen und nicht herumlaufen wie sonst jemand", erklärte ein sichtlicher verärgerter Selke nach dem Spiel bei Sky.

VfB-Trainer: "Wamangituka wollte auf Zeit spielen"

Wamangituka, der zuvor per Elfmeter den VfB in Front gebracht hatte (31.), sah Gelb wegen Unsportlichkeit und musste sich von Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem Abpfiff noch eine Standpauke anhören. "Wir alle sind uns einig, dass das nicht glücklich war. Wir sollten es aber auch nicht überdramatisieren", sagte Kohfeldt, der nach dem Spiel das Gespräch mit VfB-Kollege Pellegrino Matarazzo suchte.

Der Stuttgarter Coach meinte: "Wer Silas Wamangituka kennt, weiß, dass er ein sehr schüchterner Junge ist. Ich habe bei dem Tor gedacht, dass er auf Zeit spielen will, das hat er mir auch nach dem Spiel bestätigt. Aber ich kann die Frustration von Werder auch verstehen."

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Werder-Trainer Kohfeldt: "Das sehe ich nach wie vor anders"

"Das ist ein junger Spieler, es ist alles gut und wieder vergessen", räumte Kohfeldt ein. "Pellegrino sah das in dem Moment anders. Er meinte, er war taktisch clever und habe auf Zeit gespielt. Das sehe ich nach wie vor anders. Aber das ist nicht der Hauptinhalt dieses Spiels."

Werder verpasste durch die Niederlage  den Sprung in die obere Tabellenhälfte und fielen auf Rang 12. Stuttgart, das sich vom 1:3 zuletzt gegen Bayern München gut erholt zeigte und erstmals seit 2006 an der Weser gewann, kletterte auf Platz acht in der Tabelle. (Tabelle der Bundesliga)

Die Bremer begannen stürmisch und hatten in der fünften Minute eine hundertprozentige Torchance – doch Yuya Osako schoss freistehend über das Tor von VfB-Schlussmann Gregor Kobel. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

In der Folge befreite sich Stuttgart allmählich aus dem Bremer Druck und setzte seinerseits Nadelstiche. Borna Sosa prüfte in der 14. Minute Werder-Keeper Jiri Pavlenka aus spitzem Winkel.

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Wamangituka trifft vom Punkt

Nach einer halben Stunde ging Offensivspieler Tahith Chong im eigenen Strafraum unglücklich gegen Wataru Endo zu Werke – Wamangituka blieb vom Punkt eiskalt und schoss zur VfB-Führung ein.

Trotz aller Bemühungen, der Dynamik und einiger guter Ansätze der Bremer wirkte das Spiel der Stuttgarter insgesamt reifer und ausgeglichener. Kapitän Gonzalo Castro und Endo zogen im Zentrum geschickt die Fäden. Und die Schwaben mischten immer wieder auch überraschende Aktionen ein, wie Sosa (48.) bei seinem frechen Distanzschuss, der das Ziel knapp verfehlte.

In der Folge war Werder um einen eigenen Treffer bemüht, ohne sich jedoch die klaren Torchancen herauszuspielen. Stuttgart setzt fortan auf Konter. In der 67. Minute partierte Kobel einen Schuss des eingewechselten Nick Woltemade. Wenige Minuten später vergab Wamangituka eine gute Konterchance, als er aus spitzem Winkel links am Tor vorbeischob. In der 76. Minute verhinderte Pavlenka den vorzeitigen Knockout, er parierte einen Flachschuss von Philipp Förster stark.

Kurz vor dem Ende sorgte dann Wamangituka für die Entscheidung. Der Treffer von Selke war nicht mehr als Ergebniskorrektur.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)