Lesedauer: 5 Minuten

Berlin und München - Borussia Dortmund kassiert unter Edin Terzic den ersten herben Rückschlag. Union Berlin düpiert den BVB mit zwei Standardtoren - sehr zum Ärger von Mats Hummels.

Anzeige

Mats Hummels war absolut bedient. Seinen ganzen Frust ließ der BVB-Verteidiger mit einem Faustschlag an der Werbebande aus.

"Wir haben zwei Spiele in der Bundesliga durch Standards verloren, das ist eine Katastrophe", schimpfte Mats Hummels bei DAZN: "Wir hauen uns einfach selber in die Pfanne, das darf nicht sein."

Anzeige

Die 1:2 (0:0)-Niederlage der Dortmunder bei Favoritenschreck Union Berlin war praktisch eine Blaupause der 1:2-Pleite gegen den 1. FC Köln Ende November. Die entscheidenden Tore fielen jeweils nach Eckbällen. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Der CHECK24 Doppelpass mit Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Union düpiert den BVB - Hummels schimpft

An der Alten Försterei köpfte zunächst Taiwo Awoniyi (57.) eine von Grischa Prömel verlängerte Ecke von Christopher Trimmel zur Union-Führung ein. Der Torschütze entwischte dabei Giovanni Reyna. "Diese verlängerten Ecken sind manchmal am ersten Pfosten nicht zu verteidigen, wenn sie richtig gut gespielt sind. Dann muss man halt am zweiten Pfosten mitgehen", sagte Hummels ohne Reyna beim Namen zu nennen. "Damit zeigt man eben auch, dass man unbedingt gewinnen will. Das ist das Entscheidende."

Auch interessant
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Die Transfer-Baustellen der Bayern
  • Fussball / Transfermarkt
    2
    Fussball / Transfermarkt
    Transferticker: Türkische Topklubs buhlen offenbar um Costa
  • Int. Fussball / Championship
    3
    Int. Fussball / Championship
    Der Abstieg von Klopps Musterschüler
  • Fußball / Bundesliga
    4
    Fußball / Bundesliga
    Bittere Story eines BVB-Transfers
  • Boulevard
    5
    Boulevard
    Der Porno-Absturz der Surf-Coffeys

Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von BVB-Wunderkind Youssoufa Moukoko (60.) erzielte Marvin Friedrich (78.) nahezu ungedeckt im Anschluss an eine Ecke von Cedric Teuchert den Siegtreffer für die Eisernen. Der wohl zugeteilte Emre Can vernachlässigte hier die Bewachung des kopfballstarken Union-Innenverteidigers. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Da steht bei klarer Mann-Zuteilung der stärkste Kopfballspieler des Gegners zehn Meter frei. Es ist für mich unbegreiflich wie das passieren kann", ärgerte sich Hummels. "Wir können es dem Gegner nicht so einfach machen und dürfen ihm nicht so leicht Tore geben, weil man dann in der Bundesliga zu häufig verliert."

Im zweiten Spiel unter der Regie von Edin Terzic musste der BVB bereits die fünfte Saisonniederlage hinnehmen, so viele hat kein anderes Team in der oberen Tabellenhälfte. Statt Tuchfühlung zur Tabellenspitze aufzunehmen, kann Dortmund am Wochenende noch aus den Champions-League-Plätzen fallen. Union, das im Vorjahr beim 3:1 gegen Dortmund den ersten Bundesligasieg der Klubgeschichte gefeiert hatte, ist bis auf einen Punkt an den Titelkandidaten herangerückt und verdiente sich den Sieg durch Lauffreude und Zweikampfhärte. (Die Tabelle der Bundesliga)

Bürki: "Das hat mit Selbstdisziplin zu tun"

"In der ersten Halbzeit haben wir schon durch zwei Fehler zwei Riesenchancen hergegeben, aber die Standards sind es", sagte Hummels noch. "Das hat auch etwas damit zu tun, wie sehr man unbedingt einen Sieg will, wenn man erneut ein Spiel durch Standards hergibt."

Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Auch Torhüter Roman Bürki ärgerte sich im ZDF: "Wir hatten eine ganz genaue Zuteilung, jeder Spieler weiß, wem er zugeteilt ist. Das hat mit Selbstdisziplin zu tun. Klar, es kann immer einer geblockt werden. Aber das ist sehr ärgerlich."

Als hätte er das Unheil kommen sehen, senkte Sportdirektor Michael Zorc vor der Ecke zum zweiten Gegentor an der Seitenlinie den Kopf und faltete die Hände wie zum Gebet.

BVB-Coach Terzic warnte vor Standards

Trainer Terzic stießen die spielentscheidenden Szenen hinterher ebenfalls sauer auf.

"Wir wussten von der Standardstärke", meinte der neue BVB-Coach. "Union hat jetzt acht Tore nach Standards, alle nach einem ähnlichen Prinzip. Wir haben es heute explizit noch einmal angesprochen, auf unterschiedlichen Kanälen. Wir waren uns auch einig, dass man die Standards am besten verteidigt, indem man sie nicht zulässt."

Das klappte allerdings nicht wie gewünscht. Auch spielerisch blieben die Dortmunder wie schon beim 2:1-Sieg in Bremen zu Terzics Einstand einiges schuldig.

Moukoko schreibt als jüngster Torschütze Geschichte

Einziger Lichtblick war Moukoko, nicht nur wegen seines Rekordtreffers. In Abwesenheit von Tormaschine Erling Haaland war der 16-Jährige in der Offensive ein Aktivposten. Nachdem er kurz vor der Pause mit einem Pfostenschuss (45.) sein Tordebüt noch verpasste, erzielte er mit einem wuchtigen Linksschuss nach gut einer Stunde seinen ersten Treffer und verewigte sich mit 16 Jahren und 28 Tagen als jüngster Torschütze in den Bundesliga-Geschichtsbüchern.

"Er hat viele gute Sachen gemacht. Das war sein stärkstes Spiel bisher", lobte Hummels den Youngster. "Es ist schon fast beruhigend, dass auch er ein bisschen Anlaufzeit braucht und nicht schon mit 16 jeden Bundesliga-Verteidiger austanzt. Er ist ein richtig guter Junge, er gibt Gas. Wir freuen uns, dass er getroffen hat. Trotzdem haben wir verloren. Das bringt uns wenig."

Die Chance auf einen versöhnlichen Jahresabschluss bietet sich am Dienstag im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig.

SPORT1 zeigt in der zweiten Runde des DFB-Pokals das Duell zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Braunschweig am 22. Dezember ab 18 Uhr LIVE im TV und im STREAM