Milot Rashica darf nicht für den Kosovo spielen. Werder Bremen verbietet seinen Spielern Auslandsreisen
Milot Rashica darf nicht für den Kosovo spielen. Werder Bremen verbietet seinen Spielern Auslandsreisen © Imago
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In einer Woche stehen Länderspiele an. Durch Auslandsreisen steigt die Infektionsgefahr. Werder Bremen wagt einen radikalen Schritt, Bielefeld zieht nach.

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Bereits in der vergangenen Woche hatte Frank Baumann seine Skepsis gegenüber Länderspielreisen für seine Spieler geäußert.

Der Sportchef von Werder Bremen machte auf die Gefahr deutlich, dass seine Akteure nach den Länderspielen in den kommenden Wochen ausfallen könnten. Er sieht Reisen als erhöhtes Corona-Infektionsrisiko und seinen Verein nun durch die in Bremen geltenden Regeln zum Handeln gezwungen. "Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein", betonte Baumann zuletzt.

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Nun ist klar: Werder geht den radikalen Schritt und wird seinen Spielern die Ausreise aus Deutschland für die Auftritte mit ihren Nationalteams verweigern. Bremen ist damit der erste Verein in der Bundesliga, der so hart durchgreift.

"Wir haben mit unseren Spielern und den Verbänden gesprochen. Wir wissen, dass die Spieler gerne zu ihren Teams reisen würden. Allerdings können wir das Risiko vor dem Hintergrund der Gesamtsituation nicht eingehen", erklärte Baumann.

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Baumann hatte bereits vor einer Woche gefordert: "Wir hoffen auf das Verständnis der FIFA und der Verbände, dass sie das Risiko einer Infektion minimieren und lieber mal auf ein Länderspiel verzichten." Da der Weltverband nicht reagierte, setzen die Norddeutschen nun ein Zeichen. 

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Ausreise-Verbot betrifft sieben Werder-Spieler

Betroffen sind davon gleich sieben Werder-Spieler. Milos Veljkovic ist bereits in Serbien berufen worden. Dass auch Marco Friedl (Österreich), Yuya Osako (Japan), Milot Rashica (Kosovo) sowie die U21-Nationalspieler Tahith Chong (Niederlande) und Romano Schmid (Österreich) in den kommenden Tagen in ihre Teams berufen werden, ist sehr wahrscheinlich. Zudem wurde Josh Sargent für Testspiele der USA aufgeboten.

Die Grün-Weißen begehen laut FIFA-Statuten keinen Regelbruch. Bis mindestens Jahresende müssen die Klubs ihre Stars nicht für Partien in Corona-Risikogebieten abstellen oder wenn einem Spieler unabhängig vom Reiseziel nach der Rückkehr eine fünftägige Quarantäne droht. Und genau das ist für Werder das Problem, denn das Gesundheitsamt in Bremen beharrt auf dieser Isolation. 

Kurios: Nur ein Werder-Akteur kann demnach für sein Land auflaufen: Jiri Pavlenka. Der Tscheche darf am 11. November in Leipzig gegen Deutschland spielen. 

Arminia zieht nach

Am Donnerstag zog Bundesligist Bielefeld nach, auch die Arminia wird keine Nationalspieler für die anstehenden Länderspiele im Ausland abstellen. Dies gab Sport-Geschäftsführer Samir Arabi bekannt.

"Bis auf die Spieler der deutschen U21 (Amos Pieper und Arne Maier; d.Red.) würden alle nominierten Spieler in Risikogebiete reisen. Das hätte zur Folge, dass sie nach Ankunft in Bielefeld fünf Tage in Quarantäne müssten. Von daher werden wir sie nicht abstellen, das haben wir nach Rücksprache mit verschiedenen Behörden entschieden und den Spielern mitgeteilt", sagte Arabi.

Betroffen von dieser Maßnahme sind der Venezolaner Sergio Cordova, Joan Simun Edmundsson (Färöer), der Japaner Ritsu Doan und Cebio Soukou (Benin). "Wir haben eine Verantwortung für Arminia Bielefeld. Die Jungs verstehen das", sagte Arabi.