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München - Der FC Schalke 04 geht nach einer chaotischen Woche auch gegen Gladbach unter. Benedikt Höwedes sieht gute Ansätze, erkennt aber auch große Mängel.

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Ein 0:2 gegen den VfB Wolfsburg, drei suspendierte Spieler, ein geschasster Kaderplaner, ein Coronafall und zum Abschluss ein 1:4 gegen Borussia Mönchengladbach.

Der FC Schalke 04 hat mal wieder eine chaotische, fast katastrophale Woche hinter sich. Oder etwa nicht?

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"Ich glaube, dass es eine gute Woche für Schalke war", sagte SPORT1-Experte Alfred Draxler im CHECK24 Doppelpass.

Harit und Bentaleb "passen nicht nach Schalke"

Denn "Spieler wie Amine Harit oder Nabil Bentaleb", die laut Sportvorstand Jochen Schneider die Chance haben zurückzukehren, "passen einfach nicht nach Schalke. Man hat das endlich erkannt. Man hat erkannt, dass man lieber mit U23-Spielern reingeht, die sich den Arsch aufreißen."

In der Doppelpass-Runde wurden die Denkpausen weitestgehend befürwortet, die Experten warnen aber auch vor der Qualität, die fehlen könnte. Das Toreschießen sei "die größte Baustelle. Jetzt haben sie auch noch Vedad Ibisevic vom Hof gejagt und setzen auf einen jungen Spieler", meinte SPORT1-Experte Stefan Effenberg: "Das ist dünnes Eis."

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Nach den bisher getätigten Maßnahmen dieser Saison, die auch einen Torwart- und Trainerwechsel beinhalten, befand Steffen Freund: "Spieler zu suspendieren, ist die letzte Chance für den Klub."

Höwedes: Schalke-Auftritt gegen Gladbach macht Hoffnung

Die Bilanz ist desaströs: Saisonübergreifend 25 Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg, Platz 18, ein Torverhältnis von 6:28 (Tabelle der Bundesliga).

"Die Mischung in der Mannschaft stimmt nicht. Du brauchst Sprachrohre, Individualisten, Teamspieler - dass das nicht stimmt, das zeigt sich auf dem Platz", meinte Benedikt Höwedes.

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Der langjährige Schalker Kapitän sah gegen Gladbach aber zumindest einen "Auftritt, der Hoffnung gemacht hat. Die ersten 15 Minuten waren gut, da war endlich wieder Leben in der Truppe. Die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt. Es wurde nach vorne gespielt."

Auch einige Spieler und Trainer Manuel Baum hoben die guten Ansätze positiv heraus – was Effenberg missfiel (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga).

"Wenn ich mich nach so einem Spiel hingestellt und gesagt hätte, die ersten 15 Minuten waren gut, hätten sie mir den Kopf abgerissen", sagte Effenberg: "Das ist Lügen in die eigene Tasche."

Schalke-Legenden nur "Grüßonkel"

Die Expertenrunde vermisst bei Schalke Kompetenz und ehemalige Schalke-Profis in den verantwortlichen Positionen. "Die sind alle Grüßonkel. Das sind aber diejenigen, die ran müssen", meinte Freund.

Höwedes selbst, der 16 Jahre für die Königsblauen spielte, steht aus familiären Gründen als Krisenmanager nicht zur Verfügung.

"Das war der Grund, warum ich aufgehört habe", erklärte der 32-Jährige, der unter Domenico Tedesco 2018 unsanft aussortiert wurde: "Wenn ich mich jetzt in was reinstürzen würde, würde ich mir ja selbst widersprechen."

Effenbergs Fazit: "Wie Schalke sich öffentlich verkauft, ist eine Katastrophe." Und Draxler meint: "Schalke macht den Eindruck, dass es die schlechteste Mannschaft der Liga ist."

Ist Schalke also überhaupt noch zu retten?