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Joshua Kimmich fehlt dem FC Bayern bis Januar. Was genau bedeutet das für den deutschen Rekordmeister? SPORT1 macht den Faktencheck.

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Am Samstag wurde Joshua Kimmich auf dem Rasen der Allianz Arena schmerzlich vermisst - zumindest von allen, die es mit dem FC Bayern halten. 

Beim enttäuschenden 1:1 gegen Werder Bremen hätte der FC Bayern durchaus einen lautstarken Leader benötigt. Kimmichs Kommentare auf dem Feld - die in den fast leeren Stadien zuletzt so gut zu vernehmen waren - gingen ab, genau wie seine Fähigkeiten am Ball und als Löcherstopfer im Mittelfeld. 

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"Joshua wird immer fehlen, weil er ein sehr wichtiger Spieler für uns ist", hatte Bayern-Coach Hansi Flick bei der Pressekonferenz nach dem Remis gegen Werder gesagt.

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Bis Januar wird Kimmich den Bayern nach seiner Knie-OP noch fehlen. Doch was genau bricht dem deutschen Rekordmeister mit diesem Ausfall weg? 

SPORT1 macht den Faktencheck. 

Dauerbrenner und Dauerläufer

Die Verletzung am Außenmeniskus im Knie ist die erste schwere Verletzung für Kimmich, seitdem er im Sommer 2015 an die Säbener Straße wechselte. Zuvor fehlte der 25-Jährige nie mehr als zwei Pflichtspiele am Stück im Kader der Bayern. 

Seit April 2018 verpasste Kimmich nur zwei der 78 Bundesligaspiele der Münchner - eines wegen einer Gelb-Rot-Sperre und eines wegen Vaterfreuden. Auch wenn andere geschont wurden stand Kimmich auf dem Rasen.

Auf und neben dem Platz ist der deutsche Nationalspieler längst zu einem Führungsspieler herangereift. Auf dem Feld unterstreicht er das mit seinen lautstarken Kommentaren, seinem Willen, seinem Einsatz und auch seiner Lauffreude. 

In der vergangenen Spielzeit lief Kimmich in der Bundesliga insgesamt 397,9 Kilometer - im Schnitt 12,7 Kilometer pro Spiel. Das bedeutete Bestwert, kein anderer Bundesligaspieler konnte bei dieser Strecke mithalten. 

Kimmich als Spielmacher

Neben seinen Leaderfähigkeiten hat sich Kimmich - seitdem er üblicherweise im zentralen Mittelfeld spielt - zum Spielmacher des Triple-Siegers aufgeschwungen. Das beweist auch sein beeindruckender Wert von im Schnitt 101 Ballkontakten pro Bundesligaspiel in dieser Saison.  

Hinzukommen seine Fähigkeiten als überragender Vorbereiter. In 152 Bundesligaspielen lieferte Kimmich 48 Assists, vier davon in dieser Spielzeit. In den letzten drei Bundesliga-Spielzeiten steuerte er für die Bayern immer eine zweistellige Anzahl an Vorlagen bei. Im Champions-League-Finale 2020 bereitete er das Siegtor von Kingsley Coman gegen Paris Saint-Germain vor. 

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Ganz nebenbei tritt er durchaus immer wieder als Torschütze in Erscheinung. 27 Treffer hat er für die Bayern bislang erzielt - und besonders häufig trifft Kimmich dabei aus der Distanz - wie in der vergangenen Saison mit seinem gefühlvollen Schuss beim 1:0-Sieg in Dortmund.

Seit Sommer 2019 erzielte er alle seine fünf Bundesliga-Tore aus der Ferne - zuletzt beim 1:4 bei der TSG Hoffenheim. Auch in der Königsklasse traf er bei Lokomotive Moskau (2:1) per Weitschuss. 

Flexibilität als Trumpf

Auch wenn Kimmich auf der Sechs mittlerweile die ideale Position gefunden haben dürfte - seine Flexibilität war für die Bayern schon oft von großer Bedeutung. 

Im Finalturnier der Königsklasse lief er wieder als Rechtsverteidiger auf, da Benjamin Pavard verletzt fehlte. In der Spielzeit 2019/20 kam Kimmich sogar ab und an als Innenverteidiger zum Einsatz. 

Überall machte er seine Sache gut, im defensiven Mittelfeld allerdings am Besten - und zwar vor allem mit seinem Kumpel Leon Goretzka. 

Wenn Kimmich und Goretzka zusammen die Doppelsechs bildeten, dann haben die Bayern unter Hansi Flick immer gewonnen. Bei 16 Pflichtspielen war das mittlerweile der Fall, elf davon in der Bundesliga. 

Das Gesamtpaket Kimmich fehlt folglich all allen Ecken und Enden und vor allem auch den Fans. Der 25-Jährige ist bereits zum absoluten Fanliebling geworden und gilt als künftiger Kapitän des FC Bayern. Er wir das Gesicht des Klubs wohl in den nächsten Jahren prägen.